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Von Regensburg nach Rom

"Bares für Rares"-Star Ludwig Hofmaier: Warum er im Handstand zum Papst lief

Veröffentlicht:

von Claudia Frickel

Ludwig Hofmaier war einst als "Handstand-Lucki" bekannt. Über 1.000 Kilometer lief er auf Händen.

Bild: IMAGO IMAGES/Gartner/Adobe Stock/Rawpixel.com/briagin/Andrei


Ludwig "Lucki" Hofmaier aus "Bares für Rares" kann weit mehr als Antiquitäten kaufen und verkaufen: Jahrzehnte vor seiner TV-Karriere machte er als "Handstand-Lucki" Schlagzeilen. Auf seinen Händen pilgerte er bis nach Rom, um den Papst zu treffen. Warum?

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Quietschbunte Hemden, Hosenträger und ein gemütlicher bayerischer Dialekt - so kennen viele Ludwig "Lucki" Hofmaier aus "Bares für Rares". Mit seiner freundlichen, direkten und oft verschmitzten Art war er jahrelang ein Publikumsliebling. Lucki wirkte immer authentisch: ein Händler, der so redete und auftrat, wie ihm der Schnabel gewachsen war.

Von 2013 bis 2020 war Lucki bei "Bares für Rares" dabei. Doch lange bevor er im Fernsehen Kultstatus erreichte, war Lucki schon eine Legende: als Mann, der über 1.000 Kilometer auf den Händen lief - nach Rom, bis zum Papst.

So wurde Ludwig Hofmaier zu "Handstand-Lucki"

Aber erstmal zurück zu seinen Anfängen: Lucki Hofmaier wurde 1941 in Saal an der Donau geboren. Schon als Kind zeigte er ein ungewöhnliches Talent: Als Siebenjähriger spazierte er auf dem Dachfirst seines Elternhauses - auf den Händen, wie er später erzählte: "Die Eltern fanden das gar nicht lustig."

Doch aus seiner Begabung entwickelte sich eine erfolgreiche Sportkarriere: 1961 wurde Lucki Bayerischer Meister im Kunstturnen. Außerdem gewann er sechsmal die Oberpfälzische Meisterschaft.

Lucki stellte sich einer Wette

Aber das Laufen auf den Händen ließ ihn nicht los. Nach einer Wette ging er auf diese Weise 20 Kilometer, in Etappen von seinem Geburtsort bis nach Regensburg. Weil Lucki während dieser Zeit als Unteroffizier bei der Bundeswehr tätig war, konnte er sich erst abends auf den Weg machen. Bis in die Nacht war er jeweils unterwegs, markierte die Stelle und machte am nächsten Abend weiter. Vier Nächte brauchte er bis zum Ziel - und hatte 500 Mark gewonnen.

Nun hatte Lucki Blut geleckt und schloss eine neue Wette ab, diesmal über 2.000 Mark. Dann legte er auf seinen Händen 132 Kilometer von Regensburg nach München zurück. Als er im Oktober 1964 dort ankam, wurde er sogar vom Oberbürgermeister empfangen. Danach war er als "Handstand-Lucki" bekannt und trat in mehreren Fernsehsendungen auf. Dem "Bayerischen Rundfunk" erzählte er über diese Zeit:

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Ich habe mir gedacht: Das mache ich noch weiter.

Ludwig "Lucki" Hofmaier

Dann hatte er seine verrückteste Idee: Er wollte eine Pilgerreise auf den Händen machen, von Regensburg bis nach Rom.

Wie Lucki auf den Händen bis nach Rom lief

Damit er die 1.070 Kilometer bis in die italienische Hauptstadt schaffte, trainierte Lucki hart. Unter anderem machte er täglich 200 Liegestütze und 80 Klimmzüge, schrieb der "Spiegel". Im April 1967 fiel der Startschuss für Luckis Reise auf Händen. Regensburger Geschäftsleute wetteten 15.000 Mark darauf, dass er es bis zum Papst schaffen würde.

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Um sechs Uhr morgens ging es jeden Tag los, nachts schlief er im Wohnmobil. Um seine Hände zu schützen, trug er speziell verstärkte Handschuhe, die eine Fabrik extra für ihn anfertigte. 200 Paar verschliss er bis zum Ziel.

Lucki war nicht allein unterwegs, er hatte unter anderem seinen Manager und einen Fotografen dabei. Regelmäßig ließ er sich von einem Arzt untersuchen. Er legte die Strecke in kurzen Etappen zurück: knapp drei Kilometer auf den Händen, anschließend eine kurze Pause. Dann ging es wieder weiter.

Die Pilgerreise lockte zahlreiche Schaulustige und Medien an, sogar ein US-Kamerateam berichtete darüber. Nach drei Monaten kam Lucki auf dem Petersplatz in Rom an. Gegenüber dem "Spiegel" erinnerte er sich: "Die päpstliche Garde machte den Weg frei, ich marschierte auf Händen hindurch."

Stellte Lucki einen Weltrekord auf?

Papst Paul VI. empfing den ungewöhnlichen Pilger und segnete ihn persönlich. Für den Katholiken war das "das Allergrößte", wie Lucki später erzählte.

Einen Weltrekord stellte Lucki mit seiner spektakulären Reise aber trotzdem nicht auf: Guinness World Records führt den Österreicher Johann Hurlinger als Rekordhalter. Der legte im Jahr 1900 auf seinen Händen 1.400 Kilometer zurück - auf der Strecke von Wien nach Paris.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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