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Diva la Drama!

Joyn-Autorin über "Dschungel Divas": Große Egos, laute Ansagen - aber steckt auch Persönlichkeit dahinter?

Veröffentlicht:

von Antje Wessels

Dschungel Divas - Luxus hat seinen Preis

Dschungel trifft auf Divas: Liane statt Luxus?

Videoclip • 30 Sek • Ab 12


Die erste Folge des Reality-Neustarts "Dschungel Divas" setzt auf Eskalation als Hauptzutat. Unsere Autorin Antje meint: Jetzt müssen die Diven zeigen, was hinter ihren lautstarken Fassaden steckt!

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Dschungel Divas

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Zehn luxusverwöhnte Frauen landen nicht in der erwarteten Villa, sondern im härtesten Dschungelcamp ever. Der Jackpot beträgt 200.000 Euro, doch dieses Geld muss erst durch Challenges erspielt werden und ist kein Fixgewinn: Jede "Gönnung" im Camp wird vom Gesamtpreisgeld abgezogen. Gewinnen kann die spätere Siegerin nur das, was am Ende übrig bleibt. Wer verzichtet für das Team, wer gönnt sich selbst? Und wer verliert sich im "Teufelskreis der Verlockung"?

Verfügbar auf Joyn

Man setze zehn Diven im kolumbianischen Dschungel aus ...

Das sogenannte Fish-out-of-Water-Motiv gehört zu den ältesten und zugleich zuverlässigsten Erzählmustern überhaupt. Die Idee dahinter: Man nimmt Menschen aus ihrer gewohnten Umgebung und setzt sie in eine Situation, auf die sie weder vorbereitet sind noch wirklich Einfluss haben. Aus diesem Kontrollverlust entsteht ein Reiz. Denn in solch einer Situation zeigt sich häufig, wie jemand wirklich denkt und handelt.

Kein Wunder also, dass das Prinzip zum Fundament zahlreicher Reality-Formate geworden ist. Shows wie "Villa der Versuchung" oder "Forsthaus Rampensau" haben bewiesen, dass man Prominente nur weit genug aus ihrer Komfortzone schubsen muss, damit beste Unterhaltung entsteht.

Doch eine außergewöhnliche Kulisse allein reicht dafür nicht aus. Entscheidend ist vielmehr, wer gemeinsam in dieses Chaos geworfen wird. Reality-TV lebt von Reibung, und die entsteht erst, wenn möglichst unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen: Zum Beispiel laut gegen leise, impulsiv gegen berechnend, oder auch Rampensau gegen Mauerblümchen.

Daraus entwickeln sich nicht bloß ganz automatisch Freundschaften, Rivalitäten, Allianzen und Feindbilder. Das Publikum verteilt auch seine Sympathien schneller. Die eigentliche Hauptrolle spielen deshalb selten der Dschungel, die Villa oder irgendeine andere Kulisse, sondern immer die Dynamik zwischen den Menschen, die plötzlich gezwungen sind, miteinander auszukommen.

Diese "Dschungel Divas" sind in der neuen Reality-Show am Start

  • Micaela Schäfer

    Reality-Urgestein Micaela Schäfer kennt das Rampenlicht wie kaum eine andere, doch bei den "Dschungel Divas" ist nicht nur der große Auftritt gefragt.

    Bild: Joyn

  • Giulia Siegel

    DJ-Pult gegen Dschungelprüfung: Giulia Siegel bringt Diva-Energie, klare Kante und jahrzehntelange Reality-Erfahrung mit.

    Bild: Joyn

  • Kate Merlan

    Tattoo-Queen Kate Merlan kennt den TV-Zirkus in- und auswendig - aber im Dschungel wird nach seinen Regeln gespielt.

    Bild: Joyn

  • Janina Youssefian

    Janina Youssefian liebt den großen Auftritt, aber im Dschungel gibt es keinen roten Teppich.

    Bild: Joyn

  • Jessica Delion

    Reality-Rampensau Jessica Delion weiß genau, wie man Aufmerksamkeit erzeugt und wie man sie verteidigt.

    Bild: Joyn

  • Pinar Sevim

    Von der "taff Teenie-WG" zur Dschungel-Kämpferin: Pinar Sevim tauscht Großstadt-Glam gegen Matsch und Mücken.

    Bild: Joyn

  • Ingrid Pavic

    Botox, Blitzlicht und Battle-Modus: Ingrid Pavic ist bekannt für klare Ansagen und wird wohl im Camp nicht lange leise bleiben.

    Bild: Joyn

  • Christin Okpara

    Christin Okpara bringt Feuer, Ehrgeiz und null Geduld für Fake-Spielchen mit.

    Bild: Joyn

  • Bellydah

    Social-Media-Star Bellydah liebt Glitzer, Glam und große Auftritte - aber was passiert ohne Filter?

    Bild: Joyn

  • Jennifer Iglesias

    Zwischen Beauty, Biss und Big Personality: Jennifer Iglesias spielt selten leise und noch seltener nach fremden Regeln.

    Bild: Joyn


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Von OnlyFans-Karrieren und Schönheits-OPs

Genau dieses Erfolgsrezept greift nun auch Joyn mit "Dschungel Divas - Luxus hat seinen Preis" auf. Bekannte Reality-Gesichter tauschen Champagner, Beauty-Treatments und VIP-Lounges gegen Matsch, Moskitos und einen Jackpot von 200.000 Euro, der mit jeder egoistischen Luxus-Entscheidung weiter zusammenschrumpft. Die Kandidatinnen können sich nämlich bereits in der Show an der Gewinnsumme bedienen und dieses - auch ohne Absprache mit den restlichen Ladys - in Zigaretten, Kaltgetränke oder Beautyprodukte investieren. So wie es Pinar bereits bei der Ankunft im kolumbianischen Dschungel macht und satte 1.500 Euro für einen Rucksack ausgibt, der nur unwesentlich größer ist als ihr mitgebrachtes Gepäckstück.

Mit dabei sind unter anderem Reality-Legende Micaela Schäfer, Dschungelcamp-Veteranin Giulia Siegel, die aus der "taff"-"Teenie-WG" bekannte Pinar Sevim sowie die offen transsexuell lebende deutsch-polnische TikTok-Creatorin Jessica Delion. Eine Vorschau auf die kommenden Ereignisse deutet an, dass sie noch ins Visier eines hässlichen Streits geraten wird ...

Reality-Rampensau Jessica Delion weiß genau, wie man Aufmerksamkeit erzeugt und wie man sie verteidigt.

Bild: Joyn


Auf dem Papier klingt das nach einer vielversprechenden Mischung. Doch schaut man genauer hin, fällt auf, dass die Produktion offenbar eine ganz bestimmte Art Reality-Star bevorzugt hat. Statt möglichst unterschiedliche Persönlichkeiten zusammenzuwerfen, setzt "Dschungel Divas" vor allem auf Frauen, die seit Jahren für große Egos und infolgedessen eskalierende Konfrontationen bekannt sind. Das mag zwar jede Menge Streit garantieren, doch ob daraus automatisch auch spannende Dynamiken entstehen, ist eine ganz andere Frage.


"Auf den Luxus - oder auf das Plastik, das in uns ist!"

In der ersten von insgesamt 16 Folgen bekommen wir bereits einen Vorgeschmack auf das, was wir im weiteren Verlauf der Show noch alles zu sehen bekommen werden. Und der fällt vor allem laut aus! Kaum sind die ersten "Dschungel Divas" aufeinandergetroffen, wird gekeift, gestichelt und provoziert, als gäbe es für ein normales Gespräch Punktabzug.

Die Inszenierung lenkt den Fokus von Beginn an konsequent auf Konfrontation. Das zeigt sich nicht nur in der Zusammenstellung des Casts, sondern bereits in den Vorstellungsvideos der Kandidatinnen. Statt zu erfahren, wer diese Frauen eigentlich sind, geht es um Geldsorgen, Schulden, OnlyFans-Karrieren und Schönheits-OPs.

Eine stößt mit den Worten "Auf den Luxus - oder auf das Plastik, das in uns ist!" an, während viele andere Kandidatinnen überraschend offen über ihre finanziellen Probleme reden (selbst Reality-Urgestein und gut gebuchtes Erotikmodel Micaela Schäfer hat eigenen Angaben zufolge Schulden in Höhe von 1,5 Millionen Euro!). Das ist ehrlich! Man möchte fast den Ausdruck "intim" in den Mund nehmen.

Doch ist das wirklich alles, was diese Frauen ausmacht? Eine Kandidatin betont mit Tränen in den Augen, sie werde "auf ihre Lippen diskriminiert" und sei doch eigentlich so viel mehr als ihr Äußeres. Nur: Einen Beweis dafür bleibt die erste Folge schuldig. Statt Persönlichkeiten kennenzulernen, begegnen wir zunächst vor allem Karikaturen ihrer Reality-TV-Images. Vielleicht steckt hinter all dem Krawall tatsächlich noch mehr. Die Auftakt-Episode setzt jedoch alles daran, genau das möglichst lange vor uns zu verstecken.

Charakter ist alles

Nach der ersten Folge hinterlässt "Dschungel Divas" deshalb einen zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite wirkt das Format zu sehr darauf bedacht, seine Kandidatinnen möglichst schnell aneinandergeraten zu lassen. Statt Charaktere kennenzulernen, bekommen wir zunächst vor allem große Egos serviert. Das sorgt zwar für Unterhaltung, macht es einem aber gleichzeitig schwer, echte Sympathien zu entwickeln oder überhaupt jemanden zu finden, mit dem man mitfiebern möchte. Gerade im Vergleich zu Formaten wie "Villa der Versuchung", das ebenfalls mit Verzicht und der Versuchung von Luxus spielt, setzt "Dschungel Divas" bislang deutlich stärker auf Eskalation als auf zwischenmenschliche Dynamik.

Und trotzdem: Das Konzept hat Potenzial. Nicht, weil Reality-TV unbedingt noch ein weiteres Survival- oder Entbehrungsformat gebraucht hätte, sondern weil der Dschungel als Bühne für überlebensgroße Reality-Persönlichkeiten grundsätzlich hervorragend funktioniert. Die erste Folge macht durchaus Lust auf mehr. Gerade weil man wissen möchte, ob hinter den laut inszenierten Fassaden irgendwann auch noch andere Facetten zum Vorschein kommen. Denn richtig spannend wird "Dschungel Divas" nicht beim nächsten Streit, sondern dann, wenn die Selbstdarstellung bröckelt und andere Seiten sichtbar werden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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