Schauspielerin kritisiert
Maren Gilzer über die Pflege ihrer Mutter: "Für einen kleinen Luxus bleibt da nichts mehr übrig"
Veröffentlicht:
von C3 NewsroomMaren Gilzer als Erna Bäuerle in "Frieda - Mit Feuer und Flamme"
Bild: Joyn
Pflegegrad 4, hohe Heimkosten, kaum Spielraum im Alltag: Maren Gilzer spricht offen über die Situation ihrer Mutter und rechnet mit dem Pflegesystem ab. Vor allem die Eigenanteile und das knappe Taschengeld machen ihr zu schaffen.
Wenn man über Pflegereform, Pflegeheim-Kosten und den Alltag pflegebedürftiger Menschen spricht, klingt das oft abstrakt. Maren Gilzer macht im Interview dagegen ziemlich greifbar, was das konkret bedeutet. Seit zwei Jahren lebt ihre Mutter in einem Pflegeheim, nach einem Schlaganfall, mit Pflegegrad 4. Und obwohl monatlich rund 5.000 Euro an das Heim fließen, bleibt von Würde im Alltag aus Gilzers Sicht oft zu wenig übrig.
Besonders deutlich wird das bei den eigenen Ausgaben der Mutter. Laut Gilzer muss sie 3.200 Euro selbst tragen, der Rest kommt von der Pflegeversicherung. Selbst mit einer Rente von 2.300 Euro reicht das nicht, also springt das Sozialamt ein. Was dann übrig bleibt, nennt Gilzer im Interview mit "t-online" offen das eigentliche Problem: "Meiner Mutter stehen im Monat 180 Euro Taschengeld zur Verfügung."
Aktuell läuft um 18 Uhr in SAT.1 und auf Joyn noch "Ein Hof zum Verlieben"
180 Euro im Monat - und davon soll noch Leben übrig bleiben?
Diese 180 Euro klingen erst mal vielleicht nach einem Zusatzbetrag. In Wirklichkeit muss davon aber fast alles bezahlt werden, was über die reine Grundversorgung hinausgeht: Friseur, Fußpflege, Handy, Hygieneartikel und Pflegeprodukte. Gilzers bitteres Fazit ist deshalb glasklar:
Für einen kleinen Luxus wie einen Ausflug, Restaurantbesuche oder neue Kleidung bleibt da nichts mehr übrig.
Genau da sitzt ihr Frust. Denn ihre Mutter habe gearbeitet, eine ordentliche Rente aufgebaut und stehe am Ende trotzdem kaum besser da als Menschen, die sehr viel weniger zur Verfügung hatten. Der gesetzliche Barbetrag soll zwar eigentlich allen ein Minimum an Teilhabe sichern, unabhängig vom Einkommen. Aber Gilzers Schilderung zeigt vor allem eins: Dieses Minimum ist aus ihrer Sicht für alle zu knapp bemessen.
Noch drastischer wird es, wenn sie die Kosten den Leistungen gegenüberstellt. Gilzer sagt sinngemäß: Wenn ihr eigenes Leben monatlich 5.000 Euro kosten würde, würde sie dafür ein ganz anderes Umfeld erwarten - mit deutlich mehr Komfort, mehr persönlicher Betreuung und mehr Lebensqualität. Stattdessen erlebe ihre Mutter Kürzungen bei Leistungen, während die Zuzahlung steige.
Auf jeden Fall hat sie sich so ihr Alter nicht vorgestellt.
Dabei geht es hier nicht um Luxusfantasien, sondern um die Frage, wie ein würdiges Alter aussehen soll. Wenn in einem Heim aus Spar- und Personalmangel Leistungen zurückgefahren werden und es gleichzeitig beim Essen oder im Alltag an Qualität fehlt, entsteht schnell das Gefühl: Viel zahlen, wenig bekommen.
Gilzer kritisiert auch, dass von Rentenerhöhungen bei ihrer Mutter kaum etwas ankommt. Statt echter Verbesserung gebe es eher den Eindruck, dass die Lage unterm Strich enger werde. Aus ihrer Sicht läuft da strukturell etwas schief - nicht nur im einzelnen Heim, sondern im gesamten System.
"Über Geld spricht man doch" im Streaming ansehen
Was Maren Gilzer von der Politik fordert
Für Gilzer liegt eine große Stellschraube bei der Finanzierung. Sie sagt ganz klar:
Die beste Reform wäre es natürlich, wenn alle gleichermaßen in das System einzahlen würden.
Damit meint sie, dass aus ihrer Sicht auch Beamte und Privatversicherte stärker in ein gemeinsames Pflegesystem einbezogen werden müssten. Außerdem sieht sie ein Problem in der Trägerstruktur vieler Einrichtungen. Ihrer Meinung nach gibt es zu wenige staatliche Heime, während private Anbieter vor allem wirtschaftlich denken - und das gehe am Ende zulasten von Bewohner:innen und Pflegepersonal.
Auch die geplante stärkere Belastung Kinderloser überzeugt sie nicht. Stattdessen würde sie lieber dort ansetzen, wo gesundheitliche Risiken bewusst erhöht werden.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
Mehr entdecken

"SAT.1-Frühstücksfernsehen"-Interview
Sebastian Deyle wird im echten Leben mit TV-Rollen konfrontiert

Goodbye, blonde Strähnen!
Das ist die berühmte Ex-Partnerin von Sebastian Deyle

"Halt die Schnauze!"
"Promi Taste"-Star Christopher Kohn mit klarer Ansage auf Instagram

Schauspielerin im Porträt
"Frieda - Mit Feuer und Flamme": Das ist Laura Lippmanns außergewöhnlicher Nebenjob

Meinung zum Serienstart
"Frieda - Mit Feuer und Flamme": Patchwork-Eltern als TV-Helden

Nachschub für Soap-Fans
"Frieda - Mit Feuer und Flamme": Alle Infos zum Start der SAT.1-Serie

"Frieda - Mit Feuer und Flamme"
Andreas Borcherding: Darum kommt dir seine Stimme bekannt vor

News für Serien-Junkies!
"Frieda - Mit Feuer und Flamme": Wann startet die neue Serie in SAT.1 und auf Joyn?
