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Inspirierende Karriere

Schon damals ein Star: So sah GNTM-Tony 2015 als Mr. Gay Germany aus

Veröffentlicht:

von Lars-Ole Grap

Tony im Jahr 2015 nach seinem Sieg als "Mr. Gay Germany".

Bild: Mr. Gay Germany


Wer Tony in der aktuellen Staffel von "Germany's Next Topmodel" verfolgt, erlebt einen Mann mit klarer Vision und Zielstrebigkeit. Denn für den 31-jährigen Berliner ist das Rampenlicht nichts Unbekanntes.

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Die neue GNTM-Staffel ist gestartet!


Vor Heidi Klums GNTM: Tony holte bereits 2015 einen großen Titel

Während das große GNTM-Finale 2026 am 28. Mai immer näher rückt, lohnt sich ein Blick zurück: Knapp zehn Jahre bevor Tony Kandidat in Heidi Klums erfolgreicher Show "Germany's Next Topmodel" wurde, setzte er sich bereits in einem anderen Wettbewerb gegen eine starke Konkurrenz durch.

Im BKA-Theater, mitten in Berlin, wurde am 5. Dezember 2015 ein Sieger gesucht. Der Wettbewerb: "Mr. Gay Germany", ein seit 2008 jährlich ausgetragener nationaler Titel für homosexuelle Männer zwischen 18 und 40 Jahren. Bewertet wird nicht nur das Äußere, sondern auch soziale Kompetenz, Zivilcourage und Toleranz - der Gewinner gilt als Repräsentant der Gay Community Deutschlands und qualifiziert sich für die internationale Wahl zum "Mr. Gay World".

Nach einem mehrstündigen Auswahlverfahren, bei dem eine Jury aus Community-Vertreterinnen und -Vertretern die letzten fünf Finalisten prüfte und das Online-Voting der Community in die Wertung eingeflossen war, fiel die Entscheidung: Tony, damals 21 Jahre alt, gewann.

Schon vor seiner Teilnahme bei GNTM zierte Tony 2015 als "Mr. Gay Germany"-Gewinner das Cover des Magazins "Männer".

Bild: Mr. Gay Germany


Trotz schwerer Schicksalsschläge: GNTM-Kandidat Tony wurde zur Stimme gegen Diskriminierung

Als Kleinkind verlor Tony durch eine schwere Innenohrentzündung rund 95 Prozent seines Hörvermögens. Das Sprechen fiel ihm schwer, in der Schule wurde er ausgegrenzt. Später, als er offen mit seiner Homosexualität umging, kamen weitere Mobbing-Erfahrungen hinzu. Statt diese Erlebnisse zu verdrängen, machte er sie zum Kern seiner Botschaft.

Als frisch gekürter "Mr. Gay Germany" startete er die Anti-Diskriminierungskampagne "New Tomorrow". In einem Statement aus dem Jahr 2015 beschrieb er das Ziel dahinter: Menschen, die andere diskriminieren oder mobben, sollten ihr Verhalten hinterfragen - "das Gestern hinter sich lassen und gemeinsam ein neues Morgen schaffen."

Als Botschafter der Gay Community beschrieb er in einem damaligen Video des offiziellen "Mr. Gay Germany"-Accounts, wen er mit seiner Arbeit erreichen wollte: Menschen, "die gemobbt werden, die diskriminiert werden und die aufgrund ihrer Homosexualität und ihres Aussehens ausgegrenzt werden." 2016 vertrat er Deutschland bei der Wahl zum "Mr. Gay World" auf Malta.

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"Wann ist das normal geworden?": GNTM-Kandidat Tony über Hass im Netz

Mit wachsender Präsenz bei GNTM wächst auch die Aufmerksamkeit im Internet - und nicht immer ist sie wohlwollend. Was es bedeutet, öffentlich zu sein, beschreibt Tony auch auf Instagram. Hass-Kommentare erreichten ihn - nicht nur Kritik, sondern Worte, die bewusst verletzen sollen. "Wann ist das normal geworden?", fragt er.

Diese Erfahrung ist für ihn nicht neu. Bereits nach seinem Sieg bei "Mr. Gay Germany" habe er sie gemacht. Damals hätten solche Kommentare Selbstzweifel ausgelöst. Heute, mit 31, gehe er anders damit um - "aber es berührt mich immer noch." Sie brächten ihn nicht mehr ins Wanken, so Tony, aber zum Nachdenken darüber, "was wir miteinander machen."

Sein Appell richtet sich an alle, die kommentieren, bewerten und urteilen: Hinter jedem Profil stehe ein Mensch - "mit Gedanken, Gefühlen und einer Geschichte."

Tony nach seinem Sieg als "Mr. Gay Germany" 2015: Schon damals stand er in der Öffentlichkeit wurde mit Kritik und Anfeindungen konfrontiert.

Bild: Mr. Gay Germany


Schon vor GNTM erfolgreich: Tony lief auf der Fashion Week und gewann mehrere Titel

Er absolvierte zum Zeitpunkt seines Sieges noch sein Abitur an einem Berliner Internat für Hörgeschädigte - und arbeitete bereits nebenher als gebuchtes Model, unter anderem auf der Berlin Fashion Week. Optisch war er damals eine andere Version seiner selbst: wasserstoffblond gefärbte Haare, auffälliger Schmuck, ein Look, der bewusst mit Konventionen brach. Heute präsentiert er sich mit dunkleren Haaren und markanten Gesichtszügen - reifer, aber mit demselben unverwechselbaren Lächeln.

Zwei Jahre nach dem "Mr. Gay Germany"-Titel folgte 2017 der Gewinn des Titels "Mr. Mecklenburg-Vorpommern" - wenn auch unter besonderen Umständen: Der ursprüngliche Sieger wurde nachträglich disqualifiziert, weil er gegen eine Teilnahmebedingung verstoßen hatte. Tony rückte nach. Die Entscheidung habe ihn völlig überrascht - er sei mitten in einem Lehrgang darüber informiert worden.

2024 kam ein weiterer Titel hinzu, diesmal sportlicher Natur: Mit der deutschen Gehörlosen-Handballnationalmannschaft wurde Tony Vize-Europameister.


Das volle Paket "Germany's Next Topmodel"


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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