zur Joyn Startseite

Aus dem Kloster zur Kripo

Wie wurde "Lena Lorenz"-Star Miriam Fussenegger zur "Tatort"-Chefin?

Veröffentlicht:

von teleschau

Vor dem "Tatort" steht das Kloster: In "Lena Lorenz - Klosterbaby" spielt Miriam Fussenegger (links), der künftige Star des Wiener "Tatorts", eine schwangere Klosterschwester. Hebamme Lena Lorenz (Judith Hoersch) steht ihr bei.

Bild: ZDF/Walter Wehner


Klosterschwester Veronika wird die Chefin der Wiener Sondereinheit des Bundeskriminalamts. Klingt komisch, ist aber wahr. In beiden Fällen steckt Miriam Fussenegger dahinter. Die österreichische Schauspielerin spielt beide Rollen. Erst in "Lena Lorenz", dann im "Tatort".

- Anzeige -
- Anzeige -

Miriam Fussenegger wurde 2016 in ihrer Heimat Österreich zu einer kleinen Sensation. Damals wurde sie zur "Buhlschaft" im legendären Bühnenstück "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal. Sie spielte die Rolle an den Salzburger Festspielen. Als zweitjüngste Schauspielerin, die je in der Stadt der gleichnamigen Nockerl in diese große Rolle schlüpfte. Die damals 25-Jährige empfand das auch als Bürde: "Ich war die Anfängerin in dieser prestigeträchtigen Rolle. Das hat bei den Leuten eine große Erwartungshaltung erzeugt. Der nächste Schritt hätte eigentlich der Oscar-Gewinn sein müssen. Diese Anstieghöhe - von null zur Buhlschaft - kannst du ja nicht halten", gestand sie 2019 "News.at" im Interview.

Nun aber hat sie noch eine Schippe draufgelegt: Im Dezember wurde Miriam Fussenegger als neue Leiterin der BKA-Sondereinheit im Wiener "Tatort" vorgestellt. Sie wird in die Fußstapfen von Bibi Fellner (Adele Neuhauser) treten, die noch 2026 ihren Abschied nimmt. 2027 wird sie als Charlotte "Charlie" Hahn ihren ersten Fall lösen.

Zuvor ist die gebürtige Linzerin in einer Episodenhauptrolle in "Lena Lorenz" zu sehen. In der Episode "Klosterbaby" spielt sie am Donnerstag, 23. April (20.15 Uhr im ZDF-Livestream auf Joyn), die Klosterschwester Veronika, die plötzlich feststellt: Sie ist schwanger.


In Österreich wurde sie als zickige Wetterfee zum Publikumsliebling

Vater Informatiker, Mutter Betriebswirtin. Der Weg zur Schauspielerei war für Fussenegger keinesfalls vorgezeichnet. Im Gegenteil: "Bei uns lernt man etwas Gescheites, hat dann einen soliden Beruf, ein klares Gehalt und fixe Arbeitszeiten", schilderte Fussenegger im "News"-Interview. Dass daraus nichts wurde, hatte allerdings auch mit den Eltern zu tun. "Meine Mutter hat immer gesagt: 'Wenn dir etwas nicht passt, dann wehr dich.' Ein rebellischer Geist hat mir innegewohnt und der wurde gefördert und gutgeheißen", erzählte Fussenegger. Also setzte sie sich auch zu Hause durch.

Nachdem sie im Schultheater gespielt hatte und die Auftritte mit ihrer Teenieband ebenso wenig den Durchbruch verhießen wie ihre Versuche als Malerin und Autorin, entschied sie sich zunächst für ein Psychologiestudium - aber bewarb sich dann doch auch an Schauspielschulen. 2010 nahm sie nach dem Abitur das Studium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien auf und hatte schon während der Ausbildung ihre ersten Theaterauftritte.

Noch bevor sie durch die "Buhlschaft" bekannt wurde, debütierte sie auch vor der Kamera: 2015 hatte sie eine kleine Rolle in "SOKO Donau", in "Landkrimi - Der Tote am Teich" spielte sie im selben Jahr schon die zweite Hauptrolle als Ermittlerin Lisa Nemeth. Die Figur spielte sie auch in zwei Fortsetzungen 2018 und 2022. Dazwischen sorgte ihr Mitwirken in der österreichischen Erfolgsserie "Walking on Sunshine" für Aufmerksamkeit. Darin spielte sie die ebenso blonde wie berechnende Wettermoderatorin Sophie und avancierte zum Publikumsliebling.

- Anzeige -
- Anzeige -

Auf Klischeerollen Marke "jung, fesch, blond" hat sie keinen Bock

Im "Tatort" wird Fussenegger Mördern auf der Spur sein - dabei ist sie selbst einer gewesen. In "Die Toten vom Bodensee - Atemlos" spielte sie 2024 die Rolle der Sina, die ihre Schwester aus Eifersucht und Neid umbringt. Beleg für die Vielseitigkeit ihrer Rollenprofile. Auf die legt Fussenegger viel Wert. Denn sie mag sich nicht in Schubladen einordnen lassen und schon gar nicht in klischeehafte Rollen, die sich um die Attribute jung, fesch und blond ranken.

"Ich schaue nun mal aus, wie ich ausschaue. Die damit verbundene Ausstrahlung ist mir oft selbst nicht bewusst", sagte sie "News.at". "Ich weiß ja, wer ich bin und was mich ausmacht. Mich dauerhaft über mein Äußeres zu definieren, würde mir nicht gerecht werden und mich nicht erfüllen." Denn sie beschäftigt sich lieber mit ernsten Themen als mit Äußerlichkeiten. "Aussehen ist ein Thema, das mich einfach nicht sonderlich interessiert. Ich kann mich nicht auf das Bild der schönen, süßen, sexy Frau reduzieren und verstehe auch nicht, wenn es andere tun."

Fussenegger spielt gemeinsam mit ihrer "Tatort"-Vorgängerin Neuhauser

Miriam Fussenegger liebt die Natur, die Berge und die Seen, weshalb zu ihren bevorzugten sportlichen Betätigungen auch Reiten, Klettern und Snowboard zählen. Außerdem boxt sie gerne. Sie spielt Gitarre und Schlagzeug und spricht neben Englisch, Französisch und Italienisch auch bayerischen und Wiener Dialekt - aber nur bei Bedarf. Am liebsten halt doch den heimischen oberösterreichischen Slang. Den nutzt sie stets, wenn es in Gesprächen gefühlig oder humorvoll wird.

Ihr Privatleben hält sie konsequent unter Verschluss. Da wird man wenig zu sehen bekommen. In Film und Fernsehen dafür umso mehr. Zwei ihrer neuen Projekte haben "Tatort"-Touch. In dem ZDF-Zweiteiler "Mama ist die Best(i)e" ist sie am Montag, 11. Mai, an der Seite von Adele Neuhauser, ihrer scheidenden "Tatort"-Vorgängerin, in einer Nebenrolle zu sehen.

In der Postproduktion befindet sich zudem der Kinofilm "Safe". Und darin spielt neben Jeanne Goursaud auch Laurence Rupp mit. Der ist Fusseneggers neuer Ermittlungspartner im Wiener "Tatort". Darin spielen die beiden zwei Halbgeschwister - die sich aber eigentlich nicht unbedingt als Traumpartner im Polizeidienst sehen. Klingt nach "Wir müssen uns erst noch zusammen raufen". Und deshalb: spannend.


Sieh den Zweiteiler "Mama ist die Best(i)e" kostenlos im ARD-Livestream auf Joyn


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken