Fall aus der Vergangenheit
Deshalb ist Folge 1.000 von "Navy CIS" ein echtes Highlight
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von Christian VockIn der Jubiläumsfolge der Erfolgsserie "NCIS" kommt es zu einem Attentat auf NCIS-Chef Leon Vance. Am Ende schnappt sich das Team nicht nur den Schützen, sondern löst auch den allerersten Fall der Serie. Warum man sich die Jubiläumsfolge unbedingt anschauen sollte. Aber Vorsicht: Spoiler-Alarm!
Am 15. April 2024 lief die siebte Folge der 21. Staffel "NCIS" mit dem Titel "Was zählt" zum ersten Mal im US-Fernsehen. Klingt erstmal nicht besonders aufregend, oder? Zumindest nicht so aufregend, dass man dieser Folge einen eigenen Artikel widmet. Deutlich aufregender klingt es allerdings, wenn man weiß, dass "Was zählt" die 1.000. Folge der Serie ist. Ein echtes Highlight, denn in dieser Episode wird endlich der Mord aus der allerersten Folge aufgeklärt.
Darum geht es in Folge 1
"Gobby, sind die Spareribs von Papa Joe's auch mit an Bord?" Mit diesem Satz beginnt die allererste Szene einer der weltweit erfolgreichsten und längsten Serien der Welt: "NCIS". Diese Worte sind aber nicht nur deshalb etwas Besonderes, weil sie die ersten sind, sondern, weil sie nicht irgendwer sagt. Es ist niemand Geringeres als der damalige US-Präsident George W. Bush (Steve Bridges), und er stellt die Frage nach den Spareribs einem Flugbegleiter im Präsidentenflieger Air Force One. Natürlich sind die Spareribs mit an Bord, doch so richtig bekömmlich scheinen sie wohl nicht gewesen zu sein.
Zumindest nicht für Commander Ray Trapp (Gerald Downey). Der wurde vom Präsidenten nämlich zu besagten Spareribs eingeladen, doch bricht er nach dem Essen mit Schaum vorm Mund tot zusammen. Das Brisante: Der Commander war für den Koffer mit den Codes für die US-Atomwaffen verantwortlich. Fortan gibt es ein Kompetenzgerangel zwischen dem FBI, dem Secret Service und dem Team des NCIS, weil jede Behörde glaubt, für den Fall zuständig zu sein. Am Ende rauft man sich unter der Führung des NCIS zusammen. Auf die entscheidende Spur kommen die Ermittelnden, als plötzlich noch ein Marine-Offizier mit Schaum vorm Mund tot zusammenbricht.
Schau dir hier nochmal die allererste Folge "NCIS" an
Darum geht es in Folge 1.000
NCIS-Direktor Leon Vance steht mit einem Blumenstrauß am Grab seiner Frau Jaqueline Renée. Plötzlich taucht der gemeinsame Sohn Jared (Spence Moore II.) auf. Die beiden geraten in Streit, und plötzlich sackt Direktor Vance in sich zusammen. Er wurde von einem Schuss in den Rücken getroffen. Während Vance im Krankenhaus liegt, übernimmt sein Team die Ermittlungen. Auf dem Dach eines Hauses neben dem Friedhof entdecken sie die Hinterlassenschaften eines Scharfschützen - und eine Nachricht. "Genießen Sie die Show!", ist dort auf einem Zettel zu lesen, und schon erschüttern mehrere Explosionen Washington. Die Jagd nach dem Täter oder der Täterin beginnt.
Deshalb sollte man die Folge "Was zählt" unbedingt gesehen haben
Weil es die Jubiläumsfolge ist
Goldene Hochzeit, Thronjubiläum, ein runder Geburtstag - jeder Mensch mag Jahrestage. Sie markieren Wegmarken, geben Orientierung, stehen für Beständigkeit. Kurzum: Jubiläen sind etwas Besonderes und im Fall der 1.000. "NCIS"-Folge versprechen sie auch etwas Besonderes. Allerdings, so ehrlich muss man sein: Eigentlich ist "Was zählt" nicht die 1.000. Folge. Streng genommen ist es "nur" Folge Nummer 464. Für das Jubiläum wurden alle "NCIS"-Folgen, die es bis dahin so gab, also auch die von den Ablegern aus Hawaii, Los Angeles oder New Orleans, zusammengezählt. Trotzdem haben sich die Macher:innen etwas Außergewöhnliches ausgedacht. Was, das werden wir gleich noch sehen.
Weil auch die 1.000 Folge ein spannender Fall ist
Ein Attentat auf den NCIS-Direktor, Explosionen in Washington: Gemessen an den sonstige Fällen des Teams sind die Verbrechen, die Alden Parker (Garry Cole), Timothy McGee (Sean Murray) und ihre Kolleg:innen in der Jubiläumsfolge aufklären müssen, doch ziemlich ungewöhnlich. Noch spannender wird der Fall, als die Ermittler:innen herausfinden, dass die Anschlagsziele nicht zufällig gewählt wurden. Im Visier stehen die Mitglieder des NCIS. Oder wie es Agent McGee formuliert: "Wer auch immer hinter den Anschläge steckt, kennt unsere Geschichte."
Weil man bekannte Gesichter trifft
Beim Stichwort "Geschichte" sind wir auch schon bei Grund Nummer drei: Weil die 1.000. Folge viele bekannte Gesichter zurückbringt. Zum Beispiel die von Agent Caitlin Todd (Sasha Alexander) und Ex-NCIS-Chef Tom Morrow (Alan Dale). Allerdings tauchen sie nicht tatsächlich auf, sondern nur als Fotos auf der Videowand. Höchstpersönlich ins NCIS-Hauptquartier verschlägt es allerdings den ehemaligen NCIS-Agent Tobias Fornell (Joe Spano), der seit Folge eins immer wieder zu sehen war.
Besondere Freude dürften "NCIS"-Fans aber bei den nächsten beiden Veteraninnen aus dem Serien-Kosmos gehabt haben. Denn plötzlich steht Agent Nick Torres (Wilder Valderrama) vor einem Bildschirm und spricht mit den Kolleginnen Kensi Blye (Daniela Ruah) und Jane Tennant (Vanessa Lachey) aus Los Angeles beziehungsweise Hawai'i. Das ist schon deshalb etwas Besonderes, da zum Zeitpunkt der Ausstrahlung der L.A.-Ableger bereits eingestellt worden war. In einer Sequenz von Rückblenden sieht man außerdem noch ein paar "NCIS"-Held:innen vergangener Tage, wie zum Beispiel Agent Gibbs (Mark Harmon), Ziva David (Cote de Pablo), Anthony DiNozzo oder Ellie Bishop (Emily Wickersham).
Weil damit endlich der allererste Fall gelöst wird
Natürlich kann man spekulieren, ob die Drehbuchautor:innen bereits 2003 daran dachten, den allerersten Fall knapp 21 Jahre später doch noch aufzulösen, Fakt ist aber, dass man den Zuschauenden damals noch eine Antwort schuldig blieb. Agent Gibbs und Secret-Service-Agentin Caitlin Todd ermittelten seinerzeit in dem Fall, der sich zunächst als ein Giftanschlag darstellte. Allerdings sollte damit nur der Präsident in ein anderes Flugzeug gelockt werden, um ihn dort leichter ermorden zu können. Doch Gibbs konnte den Attentäter damals noch rechtzeitig aufhalten und erschießen. Die Theorie: Der Mann war ein Journalist, den die Terrororganisation al-Qaida "umgedreht" und zum Attentäter gemacht hatte.
Die tatsächliche Auflösung, ob Gibbs mit seiner Vermutung richtig lag, gab es damals aber nicht. Umso interessanter ist es deshalb, dass sich die Produzent:innen der Serie entschieden haben, diesen Fall ausgerechnet in der 1.000. Folge aufzulösen. Deshalb tauchen in "Was zählt" auch so viele Gesichter aus der Vergangenheit auf, ermittelten doch die Agent:innen Todd, Fornell und Morrow in dem Fall aus Folge eins. Deshalb treffen die Explosionen genau die Orte, die mit dem damaligen Fall in Verbindung stehen.
Allerdings haben das Attentat auf Vance und die Explosionen nichts mit al-Qaida zu tun. Vielleicht schien den Drehbuchautor:innen damals diese Lösung so kurz nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 sehr naheliegend. Der wahre Grund ist aber ein anderer und so erfährt man endlich in Folge 1.000, wer damals wirklich den Präsidenten ermorden wollte - und vor allem, warum. Umso bedauerlicher, dass ausgerechnet Mark Harmon in der Jubiläumsfolge nicht mit dabei ist, hatte er doch seinerzeit als Agent Gibbs den Attentäter zur Strecke gebracht. Das hätte, so viel sei verraten, der Enthüllung des Täters noch eine ganz besondere Note verliehen.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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