Migrations-Wende

Wie gut laufen deutsche Grenzenkontrollen? Paul Ronzheimer testet, wie einfach man ins Land kommt

Veröffentlicht:

von Claudia Frickel

Mit fünf Migrant:innen an Bord fährt Paul Ronzheimer mehrere deutsche Grenzübergänge an. Für seine Reportage will er herausfinden, ob die Grenzkontrollen jetzt effektiver sind. Das hatte die Bundesregierung angekündigt.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr Bundespolizist:innen kontrollieren an deutschen Grenzen

Fünf Männer und Frauen sitzen mit Paul Ronzheimer in einem Kleinbus. Sie stammen aus dem Irak, aus Nigeria, Syrien, Eritrea und Afghanistan. Alle haben einen legalen Aufenthaltsstatus in Deutschland.

Von Österreich aus steuern sie auf die deutsche Grenze in Bayern zu - an drei verschiedenen Übergängen. Der Reporter möchte bei einem Experiment testen, wie einfach es ist, eine "vermeintliche Flüchtlingsgruppe nach Deutschland zu bringen", erklärt er.

Mit im Auto sitzt Ayad Al Falahi. 2015 kam er als Geflüchteter aus dem kriegsgeschüttelten Irak nach Deutschland. Heute arbeitet der junge Mann als Koch. Er sagt:

Die Leute wissen, dass es viel schwerer geworden ist, nach Deutschland zu kommen.

Ayad Al Falahi, ehemaliger Geflüchteter

Ronzheimer hat ein Jahr zuvor schon einmal einen ähnlichen Test gestartet, um herauszufinden, wie effektiv Grenzkontrollen sind. Das ernüchternde Ergebnis damals: An acht Grenzübergängen wurde das Auto kein einziges Mal gestoppt.

Doch seitdem hat die Bundesregierung angekündigt, die Kontrollen deutlich zu verschärfen. Es sind viel mehr Bundespolizist:innen im Einsatz: Ihre Zahl stieg von 9.800 auf jetzt rund 14.000 Beamt:innen. Das allerdings sorgt für deutliche Mehrkosten: 29 Millionen Euro allein im zweiten Quartal 2025.

An der ersten Grenze in Schneitzelreuth erwartet die Testtruppe eine mobile Polizeistation. Der Kleinbus muss langsamer fahren. Ein Beamter schaut ins Fenster - und lässt das Auto weiterfahren.

Beim zweiten Anlauf in Reith im Winkl sieht es anders aus. Zwar kann der Kleinbus die Grenze passieren. Aber dann fährt ein Polizeiauto hinterher. Auf einem Parkplatz müssen alle Mitfahrenden ihre Pässe und Ausweise zeigen, auch Ronzheimer. Die Bundespolizist:innen überprüfen die Personalien. Bei niemandem gibt es ein Problem, alle können einreisen.

Der dritte Versuch, die Grenze zu überqueren, findet in Schleching statt - im Dunkeln. Zunächst sieht es so aus, als wäre der Grenzübergang menschenleer. Doch 500 Meter dahinter wartet ein Polizeifahrzeug, das den Kleintransporter stoppt. Die anschließende Kontrolle ist sogar noch gründlicher als bei Reith im Winkl. Der Reporter stellt deutliche Unterschiede zu seinem ersten Test 2024 fest:

Es gibt eine größere Polizeipräsenz und häufigere Kontrollen.

Paul Ronzheimer
- Anzeige -
- Anzeige -

Worauf die Bundespolizist:innen an den Grenzen achten und wie sie entscheiden, wen sie herausziehen, verrät eine der Beamt:innen dem Reporter. Außerdem siehst du in der Reportage "Wie geht's, Deutschland", wie die Kontrollen in Zügen vor sich gehen - und was passiert, wenn jemand abgewiesen wird.

Mobile Kontrollen an deutschen Grenzen: So laufen sie ab

Die Bundesregierung unter Kanzler Merz hat seit Mai 2025 zusätzliche mobile Grenzposten eingerichtet - überall an der 3.767 Kilometer langen Grenze zu den Nachbarländern.

Polizeitransporter und Kontrollhäuschen warten an den Grenzen, Autos müssen langsamer fahren. "Dadurch können wir jedes Fahrzeug in Ruhe einsehen", erklärt Jan-Uwe Polte, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Freilassing.

Dass nicht jedes Fahrzeug überprüft wird und dadurch auch Leute durchkommen, die eigentlich nicht einreisen dürfen, lässt sich nicht ganz verhindern:

Wir schließen die Grenzen nicht komplett, wir intensivieren die Kontrollen - 100 Prozent kriegt man nie.

Jan-Uwe Polte, Bundespolizist

Für seine Reportage besucht Paul Ronzheimer außerdem Migrant:innen, die gut integriert sind und um ihren Aufenthaltsstatus kämpfen müssen. Du siehst zudem weitere gelungene Beispiele für Integration und warum Migrant:innen etwa in der Pflege nicht ersetzbar sind.

"Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?" immer dienstags ansehen

Die zweite Staffel von "Ronzheimer - Wie geht’s, Deutschland?“ läuft seit 24. Februar 2026 immer dienstags um 20.15 Uhr auf SAT.1. Außerdem kannst du die Sendungen im Stream auf Joyn schauen. Es geht um Themen wie "Bürgergeld", "Jugendkriminalität", "Migrations-Wende", "Bürokratie-Wahnsinn" und "Die Rechte Mitte".


"Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?" auf Joyn


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken