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Vom Totengräber zur TV-Größe

"Tod am Rennsteig"-Star Uwe Preuss: Warum spielt er so gerne Nebenrollen?

Veröffentlicht:

von teleschau

Uwe Preuss ist seit bald 30 Jahren als Schauspieler tätig. In der Krimi-Reihe "Tod am Rennsteig" spielt er den Vater einer der Hauptfiguren.

Bild: 2023 Getty Images/Gerald Matzka


Uwe Preuss ist kein Mann, der zwanghaft das Licht der Öffentlichkeit sucht: "Das Bewerben der Produkte, in denen ich arbeite, ist nicht so meine Sache", sagte er einst im Interview. Und als Schauspieler reizen ihn vor allem wichtige Nebenrollen. In einer davon kannst du ihn nun auf Joyn sehen.

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Uwe Preuss wurde 1961 in Dresden geboren. Seine Kindheit verbrachte er im brasilianischen São Paulo. Sein Vater war dort als Ingenieur tätig. Nach seiner Rückkehr in die DDR begann Preuss eine Ausbildung zum Industriekaufmann, die er jedoch abbrach. Danach arbeitete er unter anderem als Totengräber, als Heizer in einem Ferienheim und als Kantinenleiter bei der Bauarbeiterversorgung.

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Uwe Preuss: "In meiner Familie spielte Theater keine Rolle"

Zum Schauspiel kam er eher zufällig: "In meiner Familie spielte Theater keine Rolle", erinnerte sich Preuss 2022 im Interview mit der "taz": "Ich hatte aber damals eine Freundin am Schauspielhaus." Ihre und seine Arbeitszeiten passten allerdings nicht gut zusammen. Eines Abends habe sie ihn dann nach einer Vorstellung auf die Bühne geholt: "Da hab ich den Puder und den Schweiß gerochen und den Staub im Arbeitslicht gesehen. Das hat mich übermannt. Ich dachte, das könnte was für mich sein. Später fiel mir auf, das findet ja auch noch zu günstigeren Arbeitszeiten statt."

Noch in der DDR bereitete er sich daraufhin auf die Schauspielprüfung vor und bestand. Doch da er im Osten vor dem Studium zuerst zum Militär hätte gehen müssen, ging Preuss kurz vor Weihnachten 1984 in die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Prag, um in den Westen auszureisen. 1986 begann er an der Hochschule der Künste in West-Berlin Schauspiel zu studieren. Die DDR besuchte er verbotenerweise trotzdem noch einmal, um mit seiner Freundin in Dresden Kunstfasching zu feiern.

Nach seinem Abschluss 1990 war der Schauspieler am Staatsschauspiel Dresden engagiert, ehe ihn Heiner Müller 1995 ans Berliner Ensemble holte. Seit 2005 arbeitet Preuss freischaffend in Film, Fernsehen und am Theater.

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"Ich mag das: zu dienen"

Heute kennst du Uwe Preuss wahrscheinlich vor allem in tragenden Nebenrollen. Im Rostocker "Polizeiruf 110" mit Anneke Kim Sarnau etwa spielt er seit dem ersten Film 2010 die Rolle des Leiters der Mordkommission, Henning Röder. Auch trat er 2021 in sechs Folgen der erfolgreichen ARD-Serie "Charité" und in der dritten Staffel der Spionageserie "Deutschland 89" auf.

"Ich mag das: zu dienen", betonte Preuss 2022 im Interview mit der "taz": "Das ist meine Berufung, da reichen mir einige gut bezahlte Drehtage mit den entscheidenden Szenen. Beim Einkaufen grüßen mich hin und wieder Leute oder kommen auf mich zu und sagen: 'Ich hab Sie im Fernsehen gesehen, als Sie da um die Ecke kamen und die Hauptrolle getroffen haben.' Schönes Kompliment."

Nebenrollen, so fuhr der heute 65-Jährige fort, hätten auch einen entscheidenden Vorteil: "Wenn du so einen 90-Minüter versemmelst, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass du ein halbes Jahr später wieder 'ne Hauptrolle kriegst, gar nicht so groß, da muss nämlich erst mal wieder Gras drüber wachsen, sonst sagen die Leute: Ach, der ist das, den guck ich mir gar nicht erst an."

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Das Buch "Katzensprung" erzählt aus Preuss' Leben

Fernab der Schauspielerei genießt Uwe Preuss sein unauffälliges, normales Leben. Öffentliche Auftritte bei Branchentreffen oder Filmpremieren liegen ihm nicht: "Jede öffentliche Person kann und sollte natürlich selbst entscheiden, inwieweit sie sich vermarkten lässt", erklärte er 2020 im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung": "Stimmt für mich die mir angebotene Rolle, lasse ich mich gerne buchen für den jeweiligen Film. Weiterführend nicht."

Über sein Privatleben ist folglich wenig bekannt. 2007 ist er in ein früheres Gutsgebäude in Wandlitz bei Berlin gezogen. Im Interview erwähnte er außerdem seine zwei Kinder. Anfang 2020 veröffentlichte Preuss sein erstes Buch: "Katzensprung" ist eine Mischung aus Autobiografie und Familiensaga.

"Tod am Rennsteig" mit Uwe Preuss

Am Donnerstag, 16. Juli, um 20:15 Uhr kannst du Uwe Preuss in "Tod am Rennsteig - Auge um Auge" im ARD-Livestream auf Joyn sehen. Der Film aus dem Jahr 2023 ist der Auftakt einer Krimi-Reihe aus Thüringen. Uwe Preuss spielt die Rolle des Raimund Kawig. Er ist der Vater des Fallanalytikers Jan Kawig (Bernhard Conrad), der gemeinsam mit der Kriminalpsychologin Annett Schuster (Kristin Suckow) und der Leiterin der Operativen Fallanalyse Marion Dörner (Anne-Kathrin Gummich) in besonders schwierigen Fällen ermittelt.

Im Auftaktfilm wird eine männliche Leiche in einem Kühlschrank auf dem Rennsteig entdeckt. Wie sich alsbald herausstellt, handelt es sich um das Opfer eines Serienmörders, der schon bald erneut zuschlägt. Mit 6,63 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern und einem Gesamtmarktanteil von 23,8 Prozent (bei den Jungen waren es 9,4 Prozent) kam der Film bei der Erstausstrahlung 2023 gut an. Der zweite Film "Tod am Rennsteig - Haus der Toten" wird am Donnerstag, 23. Juli, um 20:15 Uhr im ARD-Livestream auf Joyn wiederholt. Erzählt wird von Schüssen in einem italienischen Restaurant am Waldrand. Am Ende sind vier Menschen tot. Zwei neue "Tod am Rennsteig"-Filme befinden sich derzeit in der Entwicklung.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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