Kuriose Nostalgie
Andrea Kiewel zwischen Aliens und Aszendenten: Diese skurrile "Akte X"-Talkshow moderierte sie früher
Aktualisiert:
von Carina N.Andrea Kiewel 1997 im nagelneuen "Talk X"-Studio.
Bild: picture alliance / teutopress
Auf dem Höhepunkt des Hypes um "Akte X" wagte ProSieben ein Experiment: "Talk X", eine Show über übersinnliche Phänomene zwischen Himmel und Erde. Die Moderatorin: Andrea Kiewel. Eine Zeitreise zu einem schrägen TV-Phänomen.
Throwback 90s: Mystery und Talkshows boomen
Sind wir allein im All? Gab es die Mondlandung wirklich? Haben wir einen sechsten Sinn? In den 1990er-Jahren boomte das Interesse an Mystery. "Akte X" bündelte einen bunten Strauß an Verschwörungstheorien und Geistergeschichten. Die Mischung kam gut an, und die Serie war schon bald ein Quotenhit.
Gleichzeitig kamen die Talkshows. Eine nach der anderen poppte aus der bunten TV-Welt der plüschigen Sofas und Fell-Mikrofone. Hier erfährst du, was aus den Talkshow-Größen wurde.
Warum also nicht beides verbinden? Übersinnliches und Talkshow? Zwei angesagte TV-Trends in einer Sendung - das dürfte doch funktionieren. Oder?
"Talk X" mit Andrea Kiewel
Das Erfolgsversprechen war ein Mystery-Daily Talk namens "Talk X", und auch seine Botschafterin war bald gefunden: Andrea Kiewel als aufstrebende Moderatorin. Als Kulisse diente ein "mystischer" Studio-Tempel mit Säulen, Runen-Inschriften und Nebelmaschinen. Im Vorspann flogen allerlei rätselhafte Bilder umher - und auch ein Mann, dem ein Käfig aus dem Kopf wuchs. So weit, so gut.
Ich habe zwar keine Duftlampen zu Hause hängen, aber es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die sich nicht erklären lassen.
Zeitzeugin eines schrägen Kapitels TV-Geschichte.
Bild: picture alliance / teutopress
Ab 17. Februar 1997 brachte "Talk X" montags bis freitags um 15 Uhr das Übernatürliche ins Wohnzimmer. Zu den Gäst:innen der Mystery-Talkshow zählten selbsternannte Hellseher:innen, Astrolog:innen, ein Pseudo-Wissenschaftler vom "Institut für Überlebenstechnik", spirituelle Medien und Geisterheiler. Auf dem Programm standen Themen wie Feuerlaufen, die Macht des Mondes, Geister, Voodoo-Zombies, Horoskope und magisches Essen.
Nach vier Wochen und 20 Folgen verschwand "Talk X" wie ein Geist spurlos von den Bildschirmen. Dieses abrupte Ende hatten offenbar auch die Hellseherinnen nicht prophezeit. Der erhoffte Doppel-Erfolg aus Mystery und Talkshow blieb aus. Vielleicht lag es aber auch einfach an "MacGyvers" unwiderstehlichem Charme, gegen den selbst die Voodoo-Zombies machtlos waren. Der US-Held nahm daraufhin den Sendeplatz von "Talk X" ein. Was bleibt, sind kuriose Erinnerungen an eine Zeit, in der (fast) alles möglich war.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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