Früher Erfolg
Max Hubacher im Porträt: Seine Karriere und Rolle in "Ramstein"
Veröffentlicht:
von Lars-Ole GrapMax Hubacher bei der Preview von "Ramstein - Das durchstoßene Herz" in Berlin.
Bild: picture alliance / PIC ONE | Christian Behring
Mit 13 Jahren steht Max Hubacher auf der Bühne des Schauspielhauses Zürich. Zuvor hatte er in einem Kindertheater im Berner Breitenrain erste Bühnenerfahrung gesammelt. Wenige Jahre später wird er bei der Berlinale als Schweizer "Shooting Star" ausgezeichnet.
"Ramstein - Das durchstoßene Herz" siehst du heute zur Primetime im Livestream auf Joyn

Ramstein - Das durchstoßene Herz
Max Hubacher: Seine Karriere von "Stationspiraten" bis "Ramstein"
Sein Filmdebüt gibt Max Hubacher im Herbst 2009 vor der Kamera für Michael Schaerers Drama "Stationspiraten", das 2010 in die Kinos kommt. Noch im selben Jahr steht er für Markus Imbodens "Der Verdingbub" vor der Kamera. Als Waisenjunge, der in den 1950er-Jahren bei einer Bauernfamilie leben und arbeiten muss, wird er mit dem Kinostart 2011 einem großen Publikum bekannt. 2012 wird Max Hubacher bei der Berlinale zum Schweizer "Shooting Star" gekürt und erhält für diese Rolle den Schweizer Filmpreis als bester Darsteller.
Trotz des frühen Erfolgs macht er zunächst seine Matura. Anschließend studiert er Schauspiel in Leipzig. 2018 spielt er in "Mario" einen Fußballprofi, der sich mit seiner Homosexualität und einem möglichen Coming-out auseinandersetzen muss. Für die Rolle erhält Hubacher erneut den Schweizer Filmpreis als bester Darsteller.
In "Der Läufer" übernimmt er 2018 die Rolle eines erfolgreichen Marathonläufers und Kochs, der nachts Frauen überfällt und verletzt. Der Film orientiert sich an einem realen Schweizer Kriminalfall. Für seine Darstellung wird Hubacher beim Filmfest Braunschweig als bester Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet. Im selben Zeitraum spielt er in "Der Hauptmann" den Wehrmachtssoldaten Willi Herold. Für diese Rolle erhält Hubacher den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller. 2021 steht Hubacher schließlich für das Fernsehdrama "Ramstein - Das durchstoßene Herz" vor der Kamera.
Max Hubacher privat: Freundin, Berlin und seine Liebe zum Fußball
Über sein Privatleben spricht Hubacher nur selten. Anfang 2026 macht er im SRF-Podcast "Sykora Gisler" eine Ausnahme und erzählt von seiner Freundin in Berlin. Sie ist begeisterter Hertha-BSC-Fan und habe ihn regelmäßig mit ins Stadion genommen. Ihretwegen sei er selbst zum Hertha-Fan geworden.
Seit rund zehn Jahren lebt Hubacher in Berlin. Seine Verbindung zum Fußball reicht allerdings weiter zurück. Als Kind spielte er mehrere Jahre beim FC Breitenrain. Später taucht der Sport auch in seiner Arbeit wieder auf - etwa im Drama "Mario". 2021 steht Max Hubacher für ein Fernsehdrama über eines der schwersten Unglücke der deutschen Nachkriegsgeschichte vor der Kamera.
Ramstein-Katastrophe 1988: Das Unglück und der Film "Das durchstoßene Herz"
Am 28. August 1988 kommen rund 300.000 bis 350.000 Menschen zum "Flugtag '88" auf der Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz. Während der Vorführung kollidieren drei Maschinen der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori. Eines der Flugzeuge stürzt brennend in die Menschenmenge. Das Unglück fordert nach offiziellen Angaben 70 Todesopfer. Rund 450 Menschen erleiden schwere Brand- und Schnittverletzungen. Insgesamt werden mehr als 1.000 Menschen medizinisch oder psychologisch behandelt.
Für die Betroffenen und ihre Angehörigen beginnt eine lange Zeit der Aufarbeitung. 34 Jahre später macht Regisseur Kai Wessel daraus einen Fernsehfilm nach einem Drehbuch von Holger Karsten Schmidt. "Ramstein - Das durchstoßene Herz" erzählt von der Katastrophe und ihren Folgen bis weit in die 1990er-Jahre. Der Film wechselt zwischen dem Unglückstag, den Ermittlungen und der Zeit danach. Eine der Geschichten führt zum Flugzeugunglück von Birgenair 1996 vor der Dominikanischen Republik, wo einige Ramstein-Betroffene bei der Betreuung der Angehörigen helfen.
Max Hubacher als Robert Müller: Das reale Vorbild für seine "Ramstein"-Rolle
In "Das durchstoßene Herz" spielt Max Hubacher die Rolle des Robert Müller, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern zur Flugschau nach Ramstein fährt. Für seinen Sohn soll der Ausflug ein besonderer Tag werden. Doch dann kollidieren drei Flugzeuge. Eines stürzt in die Zuschauermenge. Für Robert bricht innerhalb weniger Augenblicke alles zusammen: Er verliert seine Frau und seine beiden Kinder und überlebt selbst schwer verbrannt.
Robert Müller ist eine erfundene Figur, die an den Ramstein-Überlebenden Roland Fuchs angelehnt ist. Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt bezeichnet Müller als die "heimliche Hauptfigur" des Films. Fuchs tritt im Film selbst kurz auf und steht in einer Szene am Gedenkstein neben Hubacher. Die Begegnung mit dem Überlebenden war für den Schauspieler eine wichtige Inspiration.
"Ramstein": Max Hubacher über die Herausforderung seiner Hauptrolle
Im Interview mit dem Online-Portal "Film-Rezensionen", das anlässlich der Premiere beim Filmfest München 2022 geführt wurde, erzählt Max Hubacher von der Begegnung. Neben Fuchs zu stehen, habe ihn unter Druck gesetzt, weil er gewusst habe, "dass ich nie er sein kann". Was Hubacher an der Rolle besonders gereizt habe, sei der Wandel seiner Figur durch die Katastrophe. Vor dem Unglück vertraute Robert darauf, dass im Leben alles gut ausgehe. Danach sei er ein anderer Mensch. Das Erlebte lasse ihn nicht los. Kaum ein Tag vergehe, an dem er nicht daran denke, erzählt Hubacher.
Was Robert dennoch weitermachen lasse, sei sein Überlebenswille. Im Film findet er früh Halt bei einer Krankenschwester. Aus dieser Beziehung entsteht später eine neue Familie. Hubacher beschreibt im Interview, wie Robert nach dem Verlust langsam wieder einen Weg ins Leben findet.
Für die körperliche Darstellung des schwer verletzten Robert spricht Hubacher mit einem Menschen, der einen schweren Autounfall mit fast vollständigen Verbrennungen überlebt hat. Bewusst sucht er jemanden, der nicht in Ramstein war. Ihn habe interessiert, woher ein Mensch nach einer solchen Erfahrung die Kraft nehme, weiterzumachen. Sein Gesprächspartner habe von "Bärenkräften" berichtet, die er im brennenden Auto entwickelt habe.
Der Stoff lässt Max Hubacher auch nach Drehschluss nicht los. Während der Dreharbeiten habe der Schauspieler immer wieder unruhig geschlafen. Besonders berührt habe ihn eine Szene mit belgischen Komparsen, die kein Deutsch verstanden. Nach seinem Monolog hätten sie spontan applaudiert, obwohl sie die Worte nicht verstanden hätten. Sie hätten offenbar gespürt, worum es ging. Hubacher bezeichnet diese Reaktion als eines der schönsten Komplimente seiner Karriere.
Auch die Wirkung des Films auf das Publikum beschäftigt den Schauspieler. Im Gespräch zieht er einen Vergleich zu anderen Katastrophen bei Großveranstaltungen. Ihm gehe es nicht darum, eine konkrete Schuldfrage zu klären, sondern darum, aus solchen Ereignissen zu lernen und ähnliche Fehler künftig zu verhindern. Ein Film wie "Ramstein" sei zwar "mit Sicherheit eine Zumutung", sagt Hubacher, aber manchmal brauche es genau das, damit man sich bewusst werde, dass Gesundheit oder Stabilität nicht selbstverständlich sind.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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