Beliebte Geschichtsreihe
Moderatoren-Wechsel bei NDR-"Zeitreisen": Yared Dibaba folgt auf Hubertus Meyer-Burckhardt
Aktualisiert:
von Lars-Ole GrapNach fünf Jahren gibt Hubertus Meyer-Burckhardt die Moderation der NDR-Geschichtsreihe "Zeitreise" ab.
Bild: picture alliance/SvenSimon/Malte Ossowski/Adobe Stock/Joyn Redaktion
Der NDR stellt seine beliebte Geschichts- und Regionalreihe "Zeitreisen" im Sommer 2026 neu auf. Hubertus Meyer-Burckhardt gibt die Sendung an Yared Dibaba ab. Einen Moderator, der dem NDR-Publikum längst vertraut ist.
NDR: Yared Dibaba übernimmt "Zeitreisen" von Hubertus Meyer-Burckhardt
Mit alten Reiseführern im Gepäck zog Hubertus Meyer-Burckhardt fünf Jahre lang für "Zeitreisen" durch den Norden, um historische Spuren von Menschen, Orten und Erfindungen aufzuspüren. Diese Aufgabe gibt der NDR-Moderator jetzt ab, weil sich seine Prioritäten verschoben haben. Er wolle sich künftig auf die "NDR Talk Show", das Format "Kaum zu glauben" sowie auf Lesereisen für seine Bücher konzentrieren - Aufgaben, die sich mit dem aufwendigen Dreh der "Zeitreisen" kaum noch vereinbaren ließen, wie er erklärte. Vor der Übergabe sind noch zwei letzte Ausgaben mit ihm zu sehen, am 29. Juli und am 5. August, jeweils um 21 Uhr im NDR und parallel im Livestream auf Joyn.
Ab dem 12. August 2026 übernimmt dann Yared Dibaba die Sonntagsreihe, die fortan "Yareds Zeitreisen" heißen soll. Am bewährten Konzept ändert sich allerdings nichts: Auch Dibaba begibt sich mit historischen Reiseführern auf Spurensuche im Norden. Die ersten Folgen führen ihn unter anderem in den Harz zu Nachfahren der FKK-Bewegung, nach Hamburg-Övelgönne, wo einst Kapitäne ihre Häuser an Kurzzeit-Urlauber:innen vermieteten, sowie nach Bremen, Flensburg und auf die vorpommersche Insel Oie.
Yared Dibaba: Herkunft, Karriere und warum der NDR-Star jetzt "Zeitreisen" moderiert
Yared Terfa Dibaba wurde am 8. April 1969 in Aira in der äthiopischen Region Oromia geboren. Nachdem sein Vater 1973 einen Studienplatz in Osnabrück erhalten hatte, lebte die Familie zunächst zeitweise in Deutschland, kehrte 1976 jedoch nach Äthiopien zurück. Wegen der politischen Unruhen und des Bürgerkriegs floh die Familie 1979 endgültig und fand im niedersächsischen Falkenburg, einem Ortsteil der Gemeinde Ganderkesee, eine neue Heimat. Dibaba wuchs im Oldenburger Land auf und machte 1990 in Delmenhorst sein Abitur. Schon früh entwickelte er eine enge Bindung zur plattdeutschen Sprache, die er heute fließend spricht.
Nach seinem Schulabschluss absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung im Groß- und Außenhandel bei einem Bremer Kaffee-Importunternehmen. Im Anschluss besuchte er von 1993 bis 1996 die Schauspielschule im Bremer Kulturzentrum Schlachthof, anschließend studierte er klassischen Gesang am privaten Hamburger Konservatorium. Seine erste größere Schauspielrolle übernahm er 1999 am Hamburger Ohnsorg-Theater, an der Seite der Volksschauspielerin Heidi Kabel.
Beim NDR ist Dibaba seit Jahren in unterschiedlichsten Formaten zu sehen. Bundesweit bekannt wurde er von 2007 bis 2009 als Moderator der Freitagabend-Talkshow "Die Tietjen und Dibaba" an der Seite von Bettina Tietjen, als Nachfolger von Eva Herman. Über mehrere Jahre moderierte er außerdem die "NDR Talk Show", bevor er dort später von Eckart von Hirschhausen abgelöst wurde. Ab 2009 moderierte er verschiedene Regionalformate. So übernahm er als Nachfolger von Ina Müller die Moderation der Sendung "Land & Liebe", ab 2010 folgte "Mein Nachmittag" und ab 2022 das erfolgreiche Format "Yared kommt rum", in dem er Kleinstdörfer in Norddeutschland porträtiert.
Mit Sendungen wie "De Welt Op Platt" und der Radio-Talkshow "Platt Schnack Mucke" setzt er sich zudem für den Erhalt des Plattdeutschen ein.
Yared Dibaba präsentiert ab dem 12. August die beliebte Geschichtsreihe im NDR.
Bild: picture alliance / epd-bild | Stephan Wallocha
Yared Dibaba privat: Das Leben des NDR-Moderators abseits des Fernsehens
Auch abseits der TV-Kameras ist Dibaba vielseitig interessiert und aktiv: Mit seiner Band "Yared Dibaba und die Schlickrutscher" tritt er als Sänger auf und veröffentlichte im März 2026 sein Buch "Bin da, wer noch?", in dem er sich unter anderem mit gesellschaftlicher Teilhabe und Rassismuserfahrungen auseinandersetzt. Seit 2019 ist er Schirmherr der Hamburger Ortsgruppe der Gesellschaft für bedrohte Völker, seit 2023 Mitherausgeber des evangelischen Magazins "Chrismon".
Er lebt mit seiner Ehefrau Fernanda de Sousa Dibaba und den beiden gemeinsamen Kindern in Hamburg.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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