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Daran scheiterte ihre Sportkarriere

"Usedom-Krimi"-Star Steffi Kühnert: In der DDR sollte sie Turnerin werden

Veröffentlicht:

von Annalena Graudenz

Steffi Kühnert in ihrer Rolle als Anja Wieszewski im neuen "Usedom-Krimi".

Bild: © NDR/ARD Degeto Film/Daria Biliak


Die gebürtige Ost-Berlinerin Steffi Kühnert überzeugt oft mit Figuren, die mitten aus dem Leben gegriffen scheinen, und ist damit seit den 80er-Jahren erfolgreich. Dabei hätte sie fast einen ganz anderen Weg eingeschlagen. In ihrer Kindheit war eine Karriere als Turnerin für sie vorgesehen.

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Bevor Steffi Kühnert 1978 erstmals für den Film "Sieben Sommersprossen" vor der Kamera stand, schien ihre berufliche Zukunft in der DDR bereits in eine ganz andere Richtung vorgezeichnet. Schon in der Grundschule fiel sie bei einer Sichtung für den Leistungssport auf. Ihre körperlichen Voraussetzungen schienen ideal zu sein. "In der ersten Klasse hat man mich rausgefischt, weil ich klein, drahtig und beweglich war", erzählt Kühnert im Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur.

Steffi Kühnert heute Abend um 20:15 Uhr im "Usedom-Krimi" im kostenlosen Livestream.


Über die Turnausbildung: "Da habe ich sehr drunter gelitten"

Doch ihre Begeisterung für den Sport hielt nicht lange an. Sie schilderte, wie sehr sie unter den damaligen Trainingsbedingungen litt. Für das Training musste sie als Kind in einen weiter entfernten Bezirk fahren. "Die Atmosphäre dort, der Drill und die vielen fremden Kinder - das hat mich fertiggemacht, da habe ich sehr drunter gelitten", so Kühnert. Vor allem auch mit dem strengen Umgangston fühlte sich die damalige Schülerin nicht wohl und "schmiss hin".

Rückblickend ist die Schauspielerin überzeugt, dass es richtig war, diesen Weg nicht weiterzuverfolgen. Auch über die systematische Dopingpraxis im DDR-Leistungssport äußert sie sich heute kritisch. "In Sachen Gesundheit kann man da nur sagen: richtige Entscheidung!" Was eine große sportliche Karriere hätte werden können, endete für Kühnert früh und machte so Platz für eine ganz andere Laufbahn.

Heute im TV: Der "Usedom-Krimi" mit Steffi Kühnert

Nämlich eine vor der Kamera. Heute Abend ist Steffi Kühnert in einer neuen Folge der Krimireihe "Der Usedom-Krimi" zu sehen. In der Episode "Doppelmord" übernimmt die Schauspielerin die Rolle von Anja Wieszneweski, die nach ihrer Haftentlassung mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Anja war wegen des mutmaßlichen Mordes an ihrem verschwundenen Ehemann verurteilt worden, obwohl es lediglich Indizien für eine Tat gab. Am Tag ihrer Entlassung besucht sie ihre alte Zellengenossin Karin Lossow (Katrin Sass), da Anja überzeugt ist, dass ihr Mann noch lebt und sie mit Absicht ins Gefängnis gebracht hat. Doch tatsächlich wird genau an diesem Tag ihr verschwundener Mann tot aufgefunden und es stellt sich erneut die Frage, ob Anja für seine Ermordung verantwortlich ist oder ob sie all die Jahre zu Unrecht verdächtigt wurde.

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Bekannt für ihre authentischen Rollen

Bevor Kühnert zum Schauspiel fand, absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Herrenmaßschneiderin. 1981 fing sie dann mit ihrem Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin an. Anschließend arbeitete sie am Theater und folgte schließlich ihrem Weg ins Fernsehen.

Immer wieder verkörpert Kühnert Frauen, die schwierigen Umständen trotzen. Ihre ostdeutsche Herkunft ist dabei Teil ihrer Identität und oft auch ihrer Rollen. Die Erfahrungen aus ihrer Kindheit und Jugend kann sie so einfließen lassen. "Ich weiß dann, worüber ich rede, das kann sehr hilfreich sein", so Kühnert.

Mit ihrer Rolle im "Usedom-Krimi" zeigt sie erneut, wie vielschichtig sie ihre Charaktere gestalten kann und warum es rückblickend genau richtig war, auf ihr Bauchgefühl zu hören und der Sportkarriere den Rücken zu kehren.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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