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"Sarah Kohr" heute im ZDF

Herbert Knaup im Interview: "Das kann doch nicht wahr sein!"

Veröffentlicht:

von Philipp R.

In "Sarah Kohr - Drecksarbeit“ kehrt Herbert Knaup als Staatsanwalt zurück. Im Interview spricht er über die gesellschaftlich brisante Thematik des Krimis.

Bild: picture alliance/dpa | Christian Charisius


In "Sarah Kohr - Drecksarbeit" spielt Herbert Knaup erneut den Staatsanwalt an der Seite von Lisa Maria Potthoff. Im Interview spricht der Schauspieler über den gesellschaftlich brisanten Krimi, körperlich fordernde Rollen und besorgniserregende Entwicklungen in der Gesellschaft.

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Ein Krimi mit einer brisanten Thematik, packenden Actionsequenzen und einer unbequemen Frage: Wie gehen wir mit Menschen um? In "Sarah Kohr - Drecksarbeit" bekommt es die Hamburger Ermittlerin mit einem Netzwerk zu tun, das osteuropäische Arbeitskräfte illegal nach Deutschland bringt und unter ausbeuterischen Bedingungen beschäftigt. Herbert Knaup kehrt als Staatsanwalt Anton Mehringer zurück und unterstützt Sarah Kohr bei ihren Ermittlungen.

Am Montag, 12. Oktober 2026, läuft der neue "Sarah Kohr"-Film um 20:15 Uhr im ZDF. Den Krimi kannst du parallel dazu im kostenlosen Livestream auf Joyn verfolgen.

Für Schauspieler Herbert Knaup ist die Story mehr als ein spannender Kriminalfall, erklärt er im Interview mit "Behind The Screens".

Sieh dir "Sarah Kohr - Drecksarbeit" heute um 20:15 im kostenlosen ZDF-Livestream auf Joyn an!


"Sarah Kohr - Drecksarbeit": Wenn Menschen zu Wegwerfware werden

Die Geschichte von "Drecksarbeit" führt in eine Welt, in der Menschen für gefährliche Arbeiten ausgebeutet werden. Sie reinigen Tanks oder übernehmen andere körperlich und gesundheitlich belastende Tätigkeiten - und das für einen Hungerlohn. Kommt es zu Arbeitsunfällen, werden die illegal beschäftigten Arbeiter zum Problem für die Verantwortlichen. Die Konsequenz ist brutal: Die Betroffenen werden getötet und ihre Körper beseitigt.

"Das ist ein spannender Fall, denn diese Menschen arbeiten hier, um für ihre Familien in Osteuropa zu sorgen", erklärt Herbert Knaup im Interview. Die Zuspitzung im Film sei bewusst gewählt. Die Überzeichnung, dass diese Menschen letztendlich nur für die Drecksarbeit da seien, verstehe er auch als Provokation.

Wie gehen wir überhaupt mit Menschen um?

Herbert Knaup
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Besonders erschreckend sei für ihn die Kälte der Täter, die dieses menschenverachtende System organisieren. Der Film mache damit auch eine gesellschaftliche Kälte sichtbar, die Knaup zunehmend in der Realität wahrnimmt.

In diesem Gesellschaftsdrama spielt Herbert Knaup auch mit

"Das Leben der Anderen" auf Joyn streamen

Action und Spannung: Das macht die "Sarah Kohr"-Filme aus

Neben der ernsten Thematik kommt auch die Action nicht zu kurz. Knaup beschreibt "Drecksarbeit" zwar als ruhiger erzählt als manche frühere Folge, doch Kampfszenen bleiben ein wichtiger Bestandteil der Krimireihe. Schließlich ist Sarah Kohr dafür bekannt, nicht nur mit Köpfchen, sondern auch mit vollem Körpereinsatz zu ermitteln.

"Da reicht oft keine Schusswaffe, sondern es wird auch körperlich gekämpft", sagt Knaup. Die aufwendigen Stunts kennt er allerdings vor allem aus der Zuschauerperspektive. Seine eigene Rolle als Staatsanwalt ist weniger actionreich: Er unterstützt die Ermittlerin vor allem aus juristischer Sicht.

Umso beeindruckter zeigt sich der Schauspieler von seiner Kollegin Lisa Maria Potthoff. Sie habe sich intensiv auf die körperlichen Herausforderungen vorbereitet. Das Ergebnis könne sich seiner Ansicht nach sehen lassen: "Das sind richtige amtliche Actionszenen, die man durchaus mit Hollywood vergleichen kann."

Anton Mehringer (Herbert Knaup) und Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) sind ein Team.

Bild: ZDF/Christine Schroeder


Für "Die Sieger" absolvierte Herbert Knaup ein knallhartes SEK-Training

Dass Herbert Knaup selbst weiß, wie anspruchsvoll Actionrollen sein können, zeigt ein Blick auf seine Karriere. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm der Film "Die Sieger", in dem er den Chef einer Spezialeinheit spielte. Die Vorbereitung auf diese Rolle verlangte ihm körperlich einiges ab: "Ein SEK-Mann gilt als unbesiegbar, also musste man so stark und schnell sein, dass einen niemand besiegen kann."

Auf dem Trainingsplan standen täglich 200 Liegestütze und regelmäßiges Lauftraining. Um seine Oberschenkel zu kräftigen, joggte Knaup damals sogar mit Bergschuhen. Über sechs bis sieben Wochen habe er sich körperlich regelrecht aufgepumpt.

Doch das Training ging weit über gewöhnliche Fitnessübungen hinaus. Gemeinsam mit echten SEK-Ausbildern übte Knaup das Abseilen von Bergen, das Klettern durch Scheiben und den Umgang mit Waffen. Dabei wurde auch mit scharfer Munition geschossen.

SEK-Mann Karl Simon (Herbert Knaup) kommt in "Die Sieger" einem Komplott führender Politiker auf die Spur und gerät in einen Sumpf politischer Kriminalität.

Bild: imago images/United Archives


Herbert Knaup über die Gesellschaft: Diese Entwicklung bereitet ihm Sorgen

"Sarah Kohr - Drecksarbeit" spiegelt für den Schauspieler auch gesellschaftliche Entwicklungen wider, die ihm Sorgen bereiten. Krisen, Kriege, wirtschaftliche Unsicherheit und gesellschaftliche Umbrüche prägen die Gegenwart. Dabei scheine derzeit niemand genau zu wissen, in welche Richtung sich die Gesellschaft entwickle.

Besonders beunruhigt ihn, wie viele Menschen wieder in eine rechte Richtung abdriften. Aussagen, die längst der Vergangenheit anzugehören schienen, tauchten plötzlich erneut auf. Dass Parolen wie "Ausländer raus" wieder offen ausgesprochen werden, empfindet Knaup als erschreckend. "Wenn man sieht, wie viele Leute in die sogenannte rechte Ecke abdriften, denkt man manchmal: Das kann doch nicht wahr sein!", sagt er.

Hinter seinem aktuellen Krimi stehen Fragen nach Menschlichkeit, Freiheit und Verantwortung. Aufrgund der Entwicklungen in der Gesellschaft komme der Kunst eine wichtige Rolle zu. Knaup hofft, dass Filmschaffende und Künstler weiterhin den Mut haben, sich öffentlich zu zeigen und Position zu beziehen, statt sich zurückzuziehen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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