zur Joyn Startseite

Private Einblicke

"Wilsberg"-Star privat: Wie viel Overbeck steckt in Roland Jankowsky?

Aktualisiert:

von teleschau

Irgendwas ist faul an diesem Wochenend-Seminar: Jemand hat sich in Overbecks (Roland Jankowsky) Laptop gehackt. Da ist sogar der stets etwas überhebliche Kommissar ratlos.

Bild: © ZDF/Thomas Kost


Es begann mit drei Sätzen in einer Nebenrolle. Mittlerweile ist der selbstgefällige Kommissar Overbeck aus der Krimiserie "Wilsberg" nicht mehr wegzudenken. Das ist Roland Jankowsky, der Mann hinter der Figur.

- Anzeige -
- Anzeige -

"Das ist doch lächerlich! Nur weil Sie mal schlecht geträumt haben, rufen Sie gleich die zwei Fragezeichen!" Missmutig, selbstgewiss, zynisch: Nicht gerade ein Sonnenschein, der Kommissar Overbeck in der ZDF-Kultserie "Wilsberg". Mit den zwei Fragezeichen meint der knurrige Ermittler übrigens den Privatdetektiv Georg Wilsberg (Leonard Lansink) und dessen Sidekick Ekkehardt "Ekki" Talkötter (Oliver Korittke).

Die genannte Aussage stammt aus der Folge "Einer von uns", die am 23. Mai als Wiederholung im ZDF läuft. Darin nimmt Overbeck, seit der zweiten Episode des Formats von Roland Jankowsky verkörpert, an einem merkwürdigen Wochenendseminar auf einer ansonsten menschenleeren Burg teil. Nur fünf weitere Personen sind anwesend, und langsam entpuppt sich der Standort als Falle - mit tödlichen Folgen für einige Teilnehmende.

Roland Jankowsky über den "Wilsberg"-Kommissar Overbeck: "Er ist der Depp"

In einem Interview mit der Zeitung "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA) erzählte der Schauspieler 2017 von der Entwicklung seiner Figur seit den ersten Dreharbeiten im Jahr 1997: "Ich habe mit drei Sätzen in einer Nebenrolle angefangen." Im Youtube-Format "OKTV Mainz" fügte er später scherzhaft hinzu: "Man kann auch sagen: Schwenkfutter." Über die Jahre habe er dann immer mehr Rollenanteil bekommen.

Nach etwa zehn Jahren sei das Potenzial der Rolle entdeckt worden, wenn man sie ein wenig als Narren gestalte: "Er ist der Depp und dadurch sehen die anderen einfach besser aus. Und der Narr darf alles: Mal Heilsteine lobpreisen, als New York Cop durch die Gegend rennen oder im Kloster einen Mordfall in der Kutte lösen." Die Spielmöglichkeiten würden ihn reizen, so der Darsteller.

Roland Jankowsky, vor 58 Jahren in Leverkusen geboren, entdeckte früh seine Liebe zum Schauspiel. Schon in der Schule, auf dem Leverkusener Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, spielte er in der Französisch-Theater-AG mit. Ende der 1980er-Jahre hatte er erste Auftritte in den Theatern der Region, später auch in Hamburg und Essen.

Overbecks Vortrag beim Wochenendseminar auf dem Schloss hat nicht viel Publikum angezogen. Als er seinen vollständigen Namen nennen will, streikt just in diesem Moment das Mikrofon.

Bild: ZDF und Thomas Kost


- Anzeige -
- Anzeige -

TV-Durchbruch in der Sitcom "Nikola" mit Mariele Millowitsch

Wenngleich er bei "OKTV Mainz" versicherte, dass sein Herz dem Theater gehöre, streckte Roland Jankowsky in den frühen 1990er-Jahren auch nach Film und Fernsehen seine Fühler aus. Zunächst in Filmen des Regisseurs Uwe Boll aktiv, etwa in "German Fried Movie", war er von 1996 bis 2005 immer wieder als Kriminaltechniker Schott in der Fernsehserie "Die Wache" zu sehen.

Von 1997 bis 2005 spielte er an der Seite von Mariele Millowitsch und Walter Sittler in der mehrfach preisgekrönten Krankenhaus-Sitcom "Nikola" die Rolle des Dr. Frank Brummel. Und neben Episoden-Auftritten in verschiedensten Formaten, darunter "SOKO Köln", "Dr. Psycho", "Familie Heinz Becker", "Balko" oder "Der Clown", legte der Darsteller schließlich als Overbeck in "Wilsberg" los.

Vom "Depp" zum "coolsten Kommissar Deutschlands"

Die Entwicklung der Overbeck-Rolle ist erstaunlich. Nicht nur hat Roland Jankowsky mittlerweile eine der Hauptrollen, er ist auch Teil einiger Running Gags. So ist der Vorname der Figur nach wie vor unbekannt. Als er ihn auf dem Seminar in "Einer von uns" nennen will, kommt es zu einer Tonstörung.

Stets blamiert sich der Ermittler, wenn er mit vermeintlich neu erworbenem Fachwissen prahlen will. Was seinem überhöhten Selbstvertrauen keinen Abbruch tut. "Das einzige Verbrechen hier ist die völlige Unterschätzung meiner Kompetenz", zischt Overbeck in der Episode, die am 23. Mai ausgestrahlt wird.

Kein Wunder, dass Roland Jankowsky im "HNA"-Interview betonte, dass er kaum Parallelen zwischen ihm und seiner Figur sehe: "Er ist ja schon etwas speziell, prescht gerne vor und landet dann im Fettnäpfchen. Natürlich ist in der Rolle auch ein bisschen was von mir drin. Aber ich hoffe, dass da nicht so viel privat von mir drin ist."

Und überhaupt: Welcher TV-Ermittler kann schon von sich behaupten, der "coolste TV-Kommissar Deutschlands" zu sein? Diesen Titel erhielt er 2018 nach einem Leser-Voting der TV-Zeitschrift "rtv". Das hat Roland Jankowsky dann doch verblüfft, wie er bei "OKTV Mainz" einräumte. "Ich habe mir da nie ernsthafte Chancen ausgemalt." Schließlich habe er mit großen Schauspiel-Kollegen wie etwa Til Schweiger oder Armin Rohde konkurriert.

Sein zweites Standbein sind Krimi-Lesungen

Seit mehr als zehn Jahren ist Roland Jankowsky zudem sehr erfolgreich mit seinen Krimilesungen auf Tour. Mittlerweile hat er sein sechstes Programm am Start. Der Schauspieler liest Kurzgeschichten verschiedener Autoren, die durch überraschende Wendungen, Wortwitz und groteske Situationen gekennzeichnet sind und unerwartet enden. Da ist Jankowsky in seinem Element, denn dort sei er "für den Spannungsbogen selbst verantwortlich".

Mittlerweile sind von dem Kreativkopf, der mit Frau und Tochter in Köln lebt, auch drei Bücher erschienen. Zuletzt im Jahr 2022 die Krimi-Sammlung "Over... is back!"

"Wilsberg - Einer von uns" läuft am Samstag, 23. Mai, um 20:15 Uhr im ZDF. Zur selben Zeit ist der Krimi im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.


Lust auf mehr spannende Krimis?


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken