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"Völlig sinnbefreite Story": Osterfolge vom "Traumschiff" kommt nicht gut bei den Fans an
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von C3 NewsroomStaff-Kapitän Martin Grimm (Daniel Morgenroth), Dr. Jessica Delgado (Collien Fernandes) und Kapitän Max Parger (Florian Silbereisen, v.l.) auf der Brücke des ZDF-"Traumschiffs".
Bild: picture alliance / ZDF Dirk Bartling
Island, Geysire, queere Liebe und zwei heimliche Halbbrüder: Die Osterfolge vom "Traumschiff" sorgt für heftige Diskussionen. Während einige von "Laienspiel-AG" und "völlig sinnbefreiter Story" sprechen, feiern andere Bilder, Besetzung und Emotionen.
"Traumschiff" zu Ostern: Island-Folge spaltet das Publikum
Ostersonntag im ZDF: Für viele gehört das "Traumschiff" so selbstverständlich dazu wie Eier und Schokolade. Diesmal nimmt Kapitän Max Parger alias Florian Silbereisen Kurs auf Island: Geysire, Vulkane, mystische Nebel - die Kulisse ist definitiv Kino-tauglich. Erzählt werden gleich drei Geschichten: Zwei Alleinreisende merken auf der Überfahrt, dass sie Halbbrüder sind und ihr Vater ein Doppelleben geführt hat. Eine Passagierin trifft auf Island ihre frühere große Liebe wieder. Und Schiffsärztin Dr. Jessica Delgado verirrt sich in der isländischen Wildnis.
Auf dem Papier klingt das nach klassischem "Traumschiff"-Mix aus Familiendrama, romantischer Vergangenheit und einer Prise Abenteuer. In der Praxis sorgt die Folge aber für Aufregung im Netz. Besonders auf X (ehemals Twitter) schießen einige Nutzer:innen scharf: Von "Laienspiel-AG" ist die Rede, von schwachen schauspielerischen Leistungen und Drehbüchern, die alles andere als State of the Art seien. Ein Kommentar bringt es sarkastisch auf den Punkt: "Eine völlig sinnbefreite Story? Willkommen beim 'Traumschiff'."
Einige Nutzer:innen gehen sogar so weit, sich selbst als Drehbuchautor:innen anzubieten - inklusive Seitenhieb Richtung Rundfunkbeitrag: Man wolle "an dieser Stelle auf den Umstand aufmerksam machen, dass wir den Drehbuchautor mit unseren Gebühren bezahlen". Für diese Fraktion ist die Island-Folge ein weiteres Argument dafür, dass die Reihe erzählerisch "aus der Zeit gefallen" sei: veraltete Rollenbilder, vorhersehbare Plots, wenig zeitgemäßes Storytelling.
"Story auserzählt" und "ohne Schifferle fehlt was": Die lautesten Beschwerden
Neben der Kritik an Drehbuch und Spiel gibt es in der Osterausgabe einen Punkt, der immer wieder auftaucht: Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle fehlt. Die von Harald Schmidt gespielte Figur war in der Island-Folge nicht zu sehen. Kommentare wie "Ohne Schifferle fehlt einfach was auf dem 'Traumschiff'" ziehen sich durch die Timeline.
Ein X-User fasst seine Ungeduld in einen Satz, der viral ging: "Ok. Halbbrüder. Story auserzählt. Bringt jetzt endlich Schifferle!" Die Nebenplots sind nett, aber für viele gehört die ironische Einordnung durch den Kreuzfahrtdirektor längst zum Pflichtprogramm. Wenn dieser Fixpunkt fehlt, wirkt die Folge auf einige plötzlich "leer", egal wie viele Geysire in die Luft schießen.
Auch die queere Liebesgeschichte zwischen Toni und Evelyn wird diskutiert: Während viele sie als zeitgemäß sehen, reagieren einzelne Nutzer:innen im Netz mit scharfer, teils abwertender Kritik und werfen der Serie vor, gesellschaftliche Themen zu stark in den Vordergrund zu rücken.
"Schon lange nicht mehr so eine schöne Folge gesehen": Das sagen die Fans, die Island lieben
Auf Facebook sieht das Bild deutlich freundlicher aus. Viele Kommentare dort feiern vor allem eines: die Bilder von Island. Eine Zuschauerin schreibt, sie habe die Folge vor allem wegen der "gigantischen Aufnahmen" geschaut und sei positiv überrascht gewesen, dass diesmal "mehr vom Land" zu sehen war als sonst. Den Inhalt müsse man "einfach nicht ernst nehmen", findet sie, aber gerade in einer Medienwelt voller Promiklatsch hätten auch solche eskapistischen TV-Reisen ihre Berechtigung.
Eine ausführliche Fan-Analyse lobt nicht nur die Landschaft, sondern auch Besetzung und Figuren. Besonders die Episodenrollen mit Michaela May, Saskia Vester, Barnaby Metschurat und Bernhard Piesk werden als "wirklich große Stars an Bord" hervorgehoben. Die Story um die beiden Brüder, die erst an Bord erfahren, dass sie verwandt sind, habe "die nötige Tiefe in den Dialogen" gehabt. Die queere Liebe zwischen Toni und Evelyn wird dort ausdrücklich gelobt - samt Enkelin Ronja, gespielt von Rosa von Lobenstein, als liebevollem Bindeglied zwischen den Generationen.
Kritisiert wird jedoch der Crew-Plot rund um Jessica und Kollegin Hanna: Die Wanderung in der isländischen Wildnis biete viel Potenzial, bleibt emotional jedoch erstaunlich oberflächlich. Gerade die seit Jahren angedeutete, aber nie entschiedene Beziehung zwischen Hanna und Martin - eine Art "Never Ending Story" - wünschen sich viele endlich mit einem Happy End. Dennoch fällt das Fazit positiv aus: "Trotz allem fand ich die Folge Island sehr gelungen und werde sie definitiv noch häufiger schauen." Andere bringen es kürzer auf den Punkt: "Schon lange nicht mehr so eine schöne Folge gesehen", inklusive Herz-Emoji und einem Seitenhieb auf die "Mecker-Fraktion", die sich ihrer Meinung nach einfach nicht auf das Format einlassen will.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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