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Krimi-Dauerbrenner

25. Staffel: Wie gut kannst du heute noch bei "Die Rosenheim-Cops" einsteigen?

Veröffentlicht:

von Rebecca N.

Autorin Rebecca (l.) trifft beim Schauen von "Die Rosenheim-Cops" zum ersten Mal auf die Kommissare Stadler (Dieter Fischer, M.) und Hansen (Igor Jeftic, r.).

Bild: ZDF/Bojan Ritan/Rebecca Niebusch


Seit 2004 wird beim ZDF in der bayerischen Idylle von Rosenheim unermüdlich ermittelt. Unsere Autorin Rebecca ist Krimi‑Fan und fragt sich: Wie gut kann ich als Neuling bei den "Rosenheim‑Cops" noch einsteigen?

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Die 25. Staffel der "Rosenheim Cops" lockt direkt in der ersten Folge mit einem spannenden Fall. Traudi Arlberger, die Inhaberin einer Rosenheimer Traditionsbäckerei, wird ermordet aufgefunden. Sie wurde mit ihrer Schürze erdrosselt! Anton Stadler (Dieter Fischer) und Sven Hansen (Igor Jeftić) ermitteln.

Die erste Verdächtige ist schnell gefunden: Luisa Rembrecht, die Nichte und Haupterbin der kinderlosen Traudi. Vor dem Tod ihrer Tante soll sie Streit mit ihr gehabt haben. Außerdem stehen die Hoteliers Johann und Bettina Doblinger im Fokus der Kommissare. Die Doblingers wollten die Bäckerei mit ehemaligem Gasthof unbedingt den Arlbergers abkaufen. Die Nachbarschaftsfehde der beiden Familien besteht schon seit Generationen.

Aber auch das Privatleben eines Kommissars ruht trotz der Arbeit nicht. Parallel zu den Ermittlungen beschäftigt Stadler der nahende Geburtstag seiner Hilde (Isabel Mergl). Er möchte ihr unbedingt einen Wunsch erfüllen, hat aber mit einem Missverständnis zu kämpfen.

Polizeihauptmeister Mohr (Max Müller, l.), Kommissar Anton Stadler (Dieter Fischer, M.) und Kommissar Sven Hansen (Igor Jeftić, r.) haben bisher noch jeden Fall gelöst.

Bild: ZDF/Bojan Ritan


Rosenheim: Ein gefährliches Pflaster?

Bevor ich mit meinen Reaktionen auf die Folge starte, möchte ich gern teilen, was ich bisher mit den "Rosenheim Cops" assoziiert habe.

Erstens: Sie ermitteln in Rosenheim. Das liegt in Bayern. Dort war ich als Teenagerin mal im Urlaub auf einem Tageausflug. Ich weiß noch, dass ich unbedingt shoppen gehen wollte, aber meine Eltern das Kulturprogramm vorzogen. Ich meine auch, mich zu erinnern, ein Plakat gesehen zu haben, dass für Führungen der Drehorte aus "Die Rosenheim-Cops" warb. Und dass ich mich fragte, wieso meine Eltern sich als treue Gucker:innen der Serie nicht dort angemeldet hatten, damit ich währenddessen shoppen gehen kann.

Zweitens: Einer der damaligen Ermittler hatte einen lustigen Bart. Meine Recherche hat ergeben, dass das der ehemalige Hauptdarsteller Joseph Hannesschläger war. Er ist inzwischen gestorben und das macht mich traurig.

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Kommissar Hansen (Igor Jeftić, l.) und Polizeihauptmeister Mohr (Max Müller, M.) ermittelten früher mit Kriminalhauptkommissar Korbinian Hofer (Joseph Hannesschläger, r.).

Bild: ZDF und Christian A. Rieger - kl


Drittens: Die Intro-Musik habe ich sofort wiedererkannt. Die ist einfach nur ikonisch.

Viertens: Besonders nach meinem Besuch in Rosenheim frage ich mich bis heute, wie um Himmels Willen an so einem idyllischen Ort so viele Leichen gefunden werden können. Wobei: Das ist wahrscheinlich einfach ein Symptom einer erfolgreichen Lokal-Krimireihe.


Eine Norddeutsche in Bayern

Als Norddeutsche, die vor anderthalb Jahren nach München gezogen ist, beobachte ich das Lokalkolorit in Bayern immer noch mit Faszination. Die "Rosenheim Cops" sind da das perfekte Programm. "Michi, es gab eine Leich'", verkündet Sekretärin Miriam Stockl (Marisa Burger) ganz trocken zu Beginn der Folge. Als er erfährt, dass es sich um die Bäckersfrau handelt, sagt Polizist Michael "Michi" Mohr (Max Müller): "Die macht so an guadn Zwetschgendatschi". "Jetzt nimmer", antwortet Stockl. Hach, was ist das schön! Bei allem verzückenden Bairisch vergesse ich glatt, dass wir im Krimi sind und es ja offenbar einen Mordfall gegeben hat.

Kann der Krimi was?

Apropos Fall: Die Ermittlungen, und auch die Arbeit der Rechtsmedizinerin Dr. Elena Dimos (Anastasia Papadopoulou) laufen krimitypisch professionell ab. Wobei, na ja: Polizist Mohr sichert Beweisstücke mit Geschirrtüchern. Und Kommissar Stadler plant während der Arbeitszeit das Geburtstagsgeschenk für seine Hilde - am Telefon mit Sekretärin Stockl. Die involviert nach und nach den Rest des  Kommissariats in die Planung, obwohl sie Stadler ihr Stillschweigen versichert hatte.

Was den Fall an sich angeht, bin ich als großer Krimi-Fan schnell auf der richtigen Fährte und die Auflösung ist nicht besonders kompliziert. Ich spoliere hier aber nicht, wer es war. Spürnasen-Ehrenwort! Mein Krimi-Appetit verlangt sonst eher nach etwas härterer Kost, wie der Neuauflage von "Kommissar Rex". Es darf für mich deutlich düsterer werden, wenn es um Mord und Totschlag geht. Ich denke aber, dass "Die Rosenheim-Cops" einfach in eine ganz andere Kategorie von Krimi fällt. Und beide Ausführungen des Genres dürfen nebeneinander existieren.

"Die Rosenheim-Cops" lebt von seinen Charakteren

Als die Episode nach 44 Minuten endet, denke ich: "Ich war jetzt sehr gut unterhalten und habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergangen ist." Darin liegt für mich die Stärke der Serie. Sie will kein Hochglanz-Krimi sein, sondern mit vertrauten Figuren und einem ordentlichen Schuss Humor Geschichten erzählen. Auch der Kriminalfall ist so erzählt, dass jeder problemlos folgen kann und nie das Gefühl hat, etwas zu verpassen.

Ohne viel Vorwissen konnte ich sofort in die Serie einsteigen, habe verstanden, wer wer ist und was die Personen ausmacht. Dabei sind die Figuren keine bloßen Parodien von Menschen aus Bayern. Sie wirken authentisch, haben Ecken und Kanten. Das liegt meiner Meinung nach vor allem an den tollen Schauspieler:innen. Mich wundert es nicht, dass die Serie so viele treue Fans hat, die wehmütig werden, wenn Darsteller:innen die "Rosenheim-Cops" verlassen. Selbst für mich als Neuling haben sich die Figuren direkt wie alte Bekannte angefühlt.

Die Frage, ob es möglich ist, jederzeit zur illustren Runde in Rosenheim dazuzustoßen, würde ich enthusiastisch mit "Ja!" beantworten.

PS: Ich würde jetzt gern diese Stadtführung buchen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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