"Man muss das Buch erst lesen"
Enthüllungen über ihre Mutter: "Rosenheim-Cops"-Karin Thaler kontert Kritiker deutlich
Aktualisiert:
von C3Karin Thaler spricht offen über ein dunkles Kapitel ihrer Familiengeschichte.
Bild: IMAGO / Sven Simon
"Rosenheim-Cops"-Star Karin Thaler schreibt in einem Buch offen über die Spielsucht ihrer Mutter und darüber, welche Belastungen das für die Familie mit sich brachte. Für ihre Biografie wurde sie auch kritisiert. Nun wehrt sich die Schauspielerin dagegen.
"Die Rosenheim-Cops" siehst du dienstags um 19:25 Uhr
+++ Update, 27. April 2026 +++
Spielsucht der Mutter: Karin Thaler spricht über ihre Co-Abhängigkeit
"Stark, weil ich stark sein musste" - so heißt die Biografie von Schauspielerin und "Rosenheim-Cops"-Star Karin Thaler. In dem Buch schreibt die "Marie Hofer"-Darstellerin offen über ein sehr schwieriges Kapitel ihres Lebens: die Spielsucht ihrer Mutter.
Sie schildert, dass diese die Familie "fast in den Ruin" getrieben und sie selbst immer wieder verzweifelt versucht habe, die Schulden ihrer Mutter auszugleichen. Zu einem dramatischen Tiefpunkt sei es 1993 gekommen, als ihre Mutter versuchte, einen Supermarkt zu erpressen und daraufhin ins Gefängnis kam. Nach eigenen Angaben sei sie durch die Spielsucht ihrer Mutter selbst in eine Co-Abhängigkeit geraten.
Am Samstag (25. April) war Karin Thaler zu Gast in der NDR-Talkshow "DAS! Rote Sofa". Dort sagte die heute 60-Jährige:
Es war immer ein Kampf. Ich musste wie ein Tier drehen, drehen, drehen, zahlen, drehen.
Karin Thaler über ihr Buch: "Meine Mama wollte es"
Mit ihrer inzwischen verstorbenen Mutter habe sie ihren Frieden gemacht, betonte Thaler. Für die offene Schilderung der Spielsucht ihrer Mutter sei sie jedoch auch auf Kritik gestoßen. In der Talkrunde wehrte sich die Schauspielerin nun dagegen und erklärte, man müsse das Buch zunächst lesen, um es wirklich beurteilen zu können. Es handele sich um "ein Buch der Liebe und Wertschätzung". Ihre Mutter habe ihr "viele gute Werte mitgegeben".
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte sei für sie eine Form der Therapie gewesen - und zudem im Sinne ihrer Mutter. "Meine Mama wollte es", so die Schauspielerin. Denn: Diese habe selbst an einem Buch gearbeitet. "Jetzt habe ich das für sie gemacht", sagte Thaler. Laut "Bunte" hinterließ ihr ihre Mutter 129 handgeschriebene Seiten, die schließlich zur Grundlage des Buches wurden.
Karin Thaler ist seit Folge 1 bei "Die Rosenheim-Cops" dabei
+++ Ursprüngliche Meldung +++
Flucht vor dem Geräusch
Im Interview mit "Bunte" erzählt Karin Thaler, wie unbemerkt alles begann. Ihre Mutter ging regelmäßig in Spielcasinos. Angeblich, um ihren Tinnitus zu überdecken. "Ich habe bis heute keine Antwort darauf, warum meine Mama plötzlich anfing, ins Spielcasino zu gehen", erklärt sie. Die Schauspielerin erinnert sich:
Uns erzählte sie, dass sie durch die Spielautomaten ihren Tinnitus übertönen könne, der sie mit Anfang 50 zu quälen begann.
Gefangen in einem Teufelskreis
Mit der Zeit spitzte sich die Situation dramatisch zu. Die finanziellen Probleme wuchsen, und die 60-Jährige versuchte verzweifelt, gegenzusteuern.
Ich habe wie eine Blöde gearbeitet, um ihre Schulden zu bezahlen, die sie überall gemacht hat.
Inzwischen blickt die "Rosenheim-Cops"-Schauspielerin mit mehr Abstand auf diese Zeit zurück und erkennt die Dynamik: "Heute weiß ich, dass ich co-abhängig von ihrer Spielsucht war und in einer toxischen Beziehung zu ihr feststeckte", berichtet sie im Interview.
Der Tiefpunkt: Gefängnis
Der Absturz erreichte Anfang der 90er-Jahre seinen Höhepunkt.
Meine Mutter landete 1993 im Gefängnis, weil sie versucht hatte, einen Supermarkt zu erpressen.
Und weiter: "Sie wollte fünf Millionen Mark haben, sonst würde sie der Presse stecken, dass Gift im Hüttenkäse wäre, den sie sich dort immer kaufte."
Für diese Tat wurde sie laut Karin zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, unter anderem wegen Diebstahls und versuchter räuberischer Erpressung.
Trotz der extremen Belastung blieb die Schauspielerin an der Seite ihrer Mutter. "Trotzdem habe ich weiter zu ihr gehalten."
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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