Folge 600
So wurde "Rosenheim-Cops"-Darsteller Baran Hêvî vom Leiharbeiter zum TV-Star
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von teleschauBaran Hêvî (Mitte) als Kommissar Kilian Kaya in "Die Rosenheim-Cops". In "Alle neune und eine Leiche" ermittelt er mit seinem Kollegen Sven Hansen (Igor Jeftić, links) und Polizeihauptmeister Michael Mohr (Max Müller).
Bild: ZDF/Linda Gschwentner
In den 2000ern lernte er Einzelhandelskaufmann und setzte am Band Autoteile zusammen. Jetzt löst Baran Hêvî im beschaulichen Rosenheim Kriminalfälle als Kommissar Kilian Kaya. Das ist der erstaunliche Werdegang des gebürtigen Ingolstädters.
"Die Rosenheim-Cops" siehst du dienstags um 19:25 Uhr
Wann immer Baran Hêvî auf seine Tätigkeit als Ermittler bei "Die Rosenheim-Cops" angesprochen wird, leuchten seine Augen. "Es ist wirklich ein tolles Projekt, und das ganze Team ist außergewöhnlich nett", sagte der Schauspieler etwa vor knapp fünf Jahren gegenüber "Gala". Die kollegiale Zusammenarbeit sei nicht selbstverständlich, betonte er. "An vielen Sets herrscht eine gewisse 'Ellenbogen raus'-Haltung."
Seit 2020 steht der in Ingolstadt geborene Sohn kurdisch-alevitischer Zuwanderer für die ZDF-Serie vor der Kamera. Bewerben musste er sich nicht, wie er im "Gala"-Interview verriet: "Ich wurde angefragt und zum Casting eingeladen. Danach habe ich die Rolle zum Glück bekommen." Zunächst in der 20. Staffel als Stellvertreter für den urlaubenden Kommissar Anton Stadler (Dieter Fischer) vorgesehen, gehört Baran Hêvî seit Staffel 21 fest zum Team der Krimiserie. So ermittelt er an der Seite seines Kollegen Sven Hansen (Igor Jeftić) auch in der kommenden Jubiläumsausgabe.
Die 600. Episode mit dem Titel "Alle neune und eine Leiche" wird am 17. März ausgestrahlt. Kaya und Hansen ermitteln im rätselhaften Mord an einer Gasthausbesitzerin.
Schau die Episode "Alle neune und eine Leiche" kostenlos im ZDF-Livestream auf Joyn
"Die Rosenheim-Cops"-Ermittler Baran Hêvî lernte zunächst Einzelhandelskaufmann
Der Weg zu diesem festen Engagement war sehr ungewöhnlich. Baran Hêvî machte in Ingolstadt zunächst seinen Hauptschulabschluss und lernte im Anschluss Einzelhandelskaufmann. Doch schon im Laufe seiner Ausbildung wusste er: "Ich möchte irgendwas mit Schauspiel machen." Das erzählte Hêvî 2022 in der "Webtalkshow" mit Nico Gutjahr.
Während seiner Arbeitszeit als Azubi im Einzelhandel habe er aus dem Lager das Stadttheater Ingolstadt angerufen, ob sie etwas für ihn hätten. Doch für einen jungen Laienschauspieler wie ihn gab es damals nichts. "Deshalb habe ich erst mal meine Lehre zum Einzelhandelskaufmann beendet." Was es in der Autostadt Ingolstadt indes gab, waren Jobs als Leiharbeiter. "Ich war am Band und habe Autoteile zusammengebaut." Vier Jahre lang.
Ans Aufgeben dachte er jedoch nie. Während einer Nachtschicht habe er schließlich entschieden, alles auf die Karte Schauspiel zu setzen, Theatergruppen zu suchen und immer wieder vorzusprechen. Erste Bühnenerfahrungen sammelte er bei Theaterproduktionen in seiner Heimatstadt sowie 2011 im Spinnwerk Leipzig. 2012 gelang es Baran Hêvî schließlich, an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst einen Ausbildungsplatz zum Schauspieler zu ergattern. Dort machte er 2016 seinen Abschluss. Von 2016 bis 2018 war Hêvî Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim.
"Ingolstadt ist zu teuer": Baran Hêvî zog Ende 2019 nach Berlin
Bald machte der Schauspieler aus Leidenschaft die unangenehme Erfahrung, dass die Gagen nicht immer üppig sind. In seiner Zeit am Theater habe er 1.765 Euro brutto verdient, verriet er 2022 gegenüber "Bild". "Als Schauspieler weiß man nie genau, wann das nächste Engagement kommt. Das ist ein großer psychischer Druck, von dem ich mich befreien wollte." Deshalb war Baran Hêvî ab 2018 auch wieder im Einzelhandel tätig.
Das änderte sich auch nicht, als er Ende 2019 nach Berlin zog. Auch des Geldes wegen. "Ingolstadt ist für freischaffende Schauspieler einfach zu teuer", erklärte Baran Hêvî in einem Interview mit "Quotenmeter". "Und dafür hat man dann auch noch weniger Verbündete zum Arbeiten oder weniger Orte, an denen man Projekte realisieren kann." Das sei in Berlin anders.
Von der Drogeriemarkt-Kasse zu den "Rosenheim-Cops" und zurück
Als er 2020 schließlich den Zuschlag bekam, bei den "Rosenheim-Cops" mitzuspielen, musste alles sehr schnell gehen. In dieser Phase arbeitete Baran Hêvî als Kassierer in der Drogeriemarkt-Kette "dm". Eine Woche vor Drehbeginn habe er die Zusage bekommen, berichtete der Darsteller in "Bild". "Am Donnerstag saß ich noch an der Kasse und Montag stand ich vor der Kamera."
Im ersten Jahr bei der Serie pendelte er weiter zwischen Set und Kasse. "Ich bin direkt vom Set wieder an die Kasse." Im Drogeriemarkt sei er immer mal wieder von Kund:innen als Kommissar "Kilian Kaya" erkannt worden. Erst in Staffel 21, als sein Engagement auf Dauer angelegt wurde, stieg er aus dem Job als Kassierer aus.
Baran Hêvî engagiert sich für die "Bühne der Menschenrechte"
Über das Privatleben des Schauspielers ist wenig bekannt. Neben seiner Tätigkeit in Fernsehen und Theater hat Baran Hêvî aber ein Herzensprojekt: die "Bühne der Menschenrechte". Das sei ein Verein, "der durch dokumentarisches Theater politische Themen behandelt und deutschlandweit auf die Bühne bringt", erklärt er in "Quotenmeter". "Die letzten Stücke thematisierten Gewalt gegen Frauen, Rechtsextremismus, Geflüchtete und deren ungerechte Asylverfahren." Hêvî ist damit im ganzen Land auf großen und kleinen Bühnen unterwegs.
Um im Anschluss wieder als Kilian Kaya in "Die Rosenheim-Cops" zu ermitteln. "Ich mag es, wenn ich in die Rolle schlüpfe und meinen Heimatdialekt spreche", erklärte Baran Hêvî in der "Webtalkshow". Von ihm aus kann das noch lange weitergehen.
"Die Rosenheim-Cops - Alle neune und eine Leiche" wird am Dienstag, 17. März, um 19:25 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Zeitgleich ist die Episode im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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