Sorge um die Branche

"Ein Hof zum Verlieben"-Star Diana Staehly warnt vor Spardruck und KI in der Filmwelt

Veröffentlicht:

von C3 Newsroom

Diana Staehly sieht aktuelle Entwicklungen bei Film und Fernsehen kritisch.

Bild: APress


Diana Staehly, bekannt aus "Die Rosenheim-Cops", "Stromberg" und aktuell "Ein Hof zum Verlieben", fürchtet, dass massive Sparmaßnahmen und künstliche Intelligenz der Film- und Fernsehbranche schaden werden.

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Soaps, Comedy und Krimi - Diana Staehly hat in nun beinahe 30 Jahren Film und TV wirklich viel erlebt. Im Gespräch mit "landeszeitung.de" schildert der "Ein Hof zum Verlieben"-Star nun, wie sehr sich die Branche verändert - und warum sie das bedenklich findet.

Sie beschreibt vor allem einen deutlich spürbaren Kostendruck bei Film- und Serienprojekten. "Die Sparmaßnahmen sind schon extrem, die betreffen alle Produktionen", sagt Staehly. Damit spricht sie ein Thema an, das aktuell viele Filmschaffende beschäftigt: weniger Budget, kürzere Drehzeiten, mehr Belastung für alle Beteiligten.


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Ex-"Rosenheim-Cops"-Star sieht künstliche Intelligenz als Risiko für Synchronsprecher:innen

Neben den Einsparungen benennt Staehly, die von 2007 bis 2016 bei "Die Rosenheim-Cops" zu sehen war, eine weitere große Herausforderung: den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Besonders betroffen seien nach ihrer Einschätzung die Menschen, die mit ihrer Stimme arbeiten. "Vor allem für die Synchronschauspieler ist die Situation durch KI schon sehr schwierig", warnt sie im Interview mit "landeszeitung.de".

Hintergrund sind aktuelle Konflikte zwischen Synchronsprecher:innen und dem Streamingdienst Netflix. Laut dem Verband Deutscher Sprecher:innen streiten derzeit rund 80 Prozent der deutschen Synchronsprecher:innen mit Netflix über neue Vertragsklauseln. Demnach sollen Synchronsprecher:innen zustimmen, dass ihre Stimmaufnahmen für KI-Trainingszwecke genutzt werden dürfen. Viele lehnen das ab, weil sie um ihre Rechte und ihre berufliche Zukunft fürchten.


"Die Rosenheim-Cops" siehst du am Dienstag um 19:25 Uhr


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Die Folgen dieses Streits sind bereits sichtbar. Zahlreiche Synchronsprecher:innen verweigern derzeit die Zusammenarbeit unter diesen Bedingungen. Das hat etwa konkrete Auswirkungen auf die neue "Stranger Things"-Animationsserie "Tales From ’85". Dort mussten andere Sprecher:innen einspringen, weil viele bekannte Stimmen nicht unterschreiben wollten. Das sorgt auch bei den Fans für Ärger, weil vertraute Stimmen fehlen.

Trotz dieser Entwicklungen zeigt sich Staehly grundsätzlich zuversichtlich, dass echte Schauspieler:innen weiterhin gebraucht werden. "Ich glaube, dass man echte und natürliche Menschen weiterhin sehen möchte", sagt sie im Interview. Damit stellt sie klar, dass sie KI zwar als Risiko sieht, Menschen vor der Kamera aber für unersetzbar hält.

"Ein Hof zum Verlieben": 120 Folgen in sechs Monaten

Wie hoch der Druck im Serienalltag ist, hat Staehly bei ihrer aktuellen SAT.1-Produktion selbst erlebt. "Wir haben mit "Ein Hof zum Verlieben" innerhalb von sechs Monaten 120 Folgen gedreht", berichtet sie. Diese Zahl zeigt, wie eng die Zeitpläne sind und wie intensiv Dreharbeiten für Daily-Formate ausfallen können.

Der Alltag am Set ist für sie alles andere als entspannt. Die Arbeit verlange vollen Einsatz: "Man ist in der Zeit der Dreharbeiten einfach fremdbestimmt, hat kaum Zeit für Freunde und nur wenig für die Familie." Trotz Spardruck, KI-Sorgen und anstrengenden Drehphasen denkt die studierte Medien- und Kulturwissenschaftlerin nicht an einen Berufswechsel. "Nichts würde mich so erfüllen wie die Schauspielerei", betont sie.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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