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"Zeit spielt keine Rolle"

"Frier und Fünfzig"-Star Annette Frier: Dieser schwere Verlust in der Familie lässt sie bis heute nicht los

Aktualisiert:

von Nadine von Parseval

Annette Frier spricht offen darüber, wie sehr sie der Tod ihres Vaters Jörg bis heute begleitet.

Bild: IMAGO/Stephan Wallocha


Annette Frier musste sich bereits früh von ihrem Vater verabschieden. Mehr als zwei Jahrzehnte später spricht der "Frier und Fünfzig"-Star offen darüber, warum Trauer für sie keinem Zeitplan folgt - und weshalb sie an manchen Tagen plötzlich wieder ganz präsent ist.

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Manche Verluste werden mit der Zeit leiser - verschwinden aber offenbar nie ganz. Annette Frier kennt dieses Gefühl nur zu gut. Die Schauspielerin und "Frier und Fünfzig"-Darstellerin war gerade einmal 29 Jahre alt, als ihr Vater Jörg 2003 im Alter von nur 56 Jahren starb.

Im Podcast "Vom Leben und Tod: Lachen bis zum Schluss" erzählt Frier nun, dass sich sein Todestag jedes Jahr aufs Neue bemerkbar macht. Schon ein oder zwei Tage vorher werde das Thema im Familienchat präsent. Dann gehe es etwa darum, wer das Grab besucht.

Frier & 50 - Am Ende meiner Tage

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Annette Frier wird 50. Sie ist mitten in den Wechseljahren. Ihr Mann Sascha verlässt sie für eine Jüngere. Ihre 20-jährige Tochter Jola macht sie bald zur Oma. Und ihre Rollenangebote lassen auch zu wünschen übrig. Als ihre Agentin Julia "Tanni" Tannhäuser ihr unterbreitet, dass sie in einer Komödie die Mutter ihrer eigenen Schwester Caro spielen soll, reicht es Annette. Sie setzt sich in den Kopf, eine Serie über Frauen in den Wechseljahren zu machen.

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Annette Frier spricht über den Tod ihres Vaters

Wie emotional dieser Tag wird, lässt sich offenbar nicht vorhersehen. Die 52-Jährige erzählt offen und ehrlich:

Mal ist ein Jahr, da geht das ganz easy, da geht der Tag einfach so vorbei. Aber dann gibt es Jahre, da liegen wir uns in den Armen und sind völlig fertig, als wäre das gestern passiert.

Annette Frier
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Für Frier zeigt das vor allem eines: Trauer hält sich nicht an einen Kalender. "Zeit spielt in diesem Sektor gar keine Rolle", sagt sie.

Annette Frier: "Es gibt keine Priorität in deinem Leben außer Trauer"

Besonders einschneidend war für Frier die erste Zeit ohne ihren Vater. Weihnachten, Geburtstage und andere vertraute Momente mussten plötzlich ohne ihn stattfinden. Eine Erfahrung, aus der die Schauspielerin heute eine klare Botschaft für andere Trauernde ableitet.

Es gibt in manchen Momenten keine Priorität in deinem Leben außer der Trauer.

Annette Frier

Wer einen Menschen verliere, mit dem er eng verbunden gewesen sei, müsse sich diese Gefühle zugestehen. Für sie ist genau diese Zeit sogar entscheidend, um irgendwann wieder zurück in den eigenen Alltag zu finden. "Wenn sich Menschen nicht die Zeit für ihre Trauer nehmen, dann kommen die nicht wieder in ihr Leben und in ihren Tritt."

Der Schmerz ist heute eine Narbe

Frier hat für ihren eigenen Umgang mit dem Verlust inzwischen ein eindrückliches Bild gefunden. Die Zeit könne helfen, aus einer zunächst "klaffenden Wunde" langsam eine verheilte Wunde werden zu lassen. Doch auch die kann plötzlich wieder schmerzen. Manchmal platze sie erneut auf, erzählt die Schauspielerin - bis sie irgendwann zu einer Narbe werden dürfe.

Dass seit dem Tod ihres Vaters inzwischen mehr als 20 Jahre vergangen sind, bedeutet für Frier deshalb nicht, dass die Trauer abgeschlossen ist. Sie hat vielmehr gelernt, ihr Raum zu geben, wenn sie wieder auftaucht. Ihr Vater, sagt sie, sei ohnehin "eigentlich immer in Begleitung".

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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