Serien-Aus im TV

"In aller Freundschaft": Dieses Spin-off ist nach 16 Folgen wie vom Erdboden verschwunden

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von Johanna Grauthoff

Die Schauspieler:innen Jaëla Carlina Probst (v. l. n. r.), Leslie-Vanessa Lill, Adrian R. Goessel, Daniel Rodic, Llewellyn Reichman, Arzu Bazman, Moritz Otto und Friederike Linke stehen am Set zur ARD-Vorabendserie "In aller Freundschaft - Die Krankenschwestern".

Bild: picture alliance/dpa | Sebastian Willnow


Seit über 1.100 Episoden begeistert "In aller Freundschaft" ein Millionenpublikum. Doch ein Ableger aus dem beliebten Serienkosmos konnte sich nie durchsetzen - und wurde nach nur zwei Staffeln wieder eingestellt.

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Große Pläne zum Jubiläum

"In aller Freundschaft" zählt zu den erfolgreichsten deutschen Serien überhaupt. Zum 20-jährigen Jubiläum sollte das Universum deshalb erweitert werden. Neben der Mutterserie und "Die jungen Ärzte" rückte mit "In aller Freundschaft - Die Krankenschwestern" erstmals der Pflege-Nachwuchs in den Fokus.

Doch anders als der etablierte Ableger "Die jungen Ärzte" konnte sich das Spin-off nie richtig durchsetzen - und geriet schnell in Vergessenheit.

Zwei Staffeln - und dann das schnelle Aus

Die Serie startete im November 2018 im Ersten und lief zunächst über acht Episoden bis kurz vor Weihnachten. Schon früh wurde eine Fortsetzung beschlossen, doch diese ließ länger auf sich warten als geplant.

Eigentlich sollte die zweite Staffel bereits im Frühjahr 2020 ausgestrahlt werden, doch die Corona-Pandemie sorgte für eine deutliche Verzögerung. Erst im Februar 2021 kehrte das Spin-off mit neuen Folgen auf den Bildschirm zurück - erneut mit acht Episoden.

Damit brachte es "In aller Freundschaft - Die Krankenschwestern" insgesamt nur auf 16 Folgen. Noch im selben Jahr fiel die Entscheidung: Das Erste wird keine weiteren Episoden bestellen. Doch was ist der Grund?

Zu schwache Quoten?

Zum Start konnte das Spin-off noch solide Werte erzielen: Auf dem eigentlichen Sendeplatz von "Die jungen Ärzte" donnerstags um 18:50 Uhr schalteten über 2,5 Millionen Zuschauer:innen ein, der Marktanteil lag bei rund neun Prozent.

Doch schon im Verlauf der ersten Staffel zeigte sich ein klarer Abwärtstrend. Die Reichweite sank spürbar und pendelte sich schließlich unter der Zwei-Millionen-Marke ein. Auch der Marktanteil ging deutlich zurück.

Die zweite Staffel konnte diese Entwicklung nicht stoppen. Für die zweite Staffel wurde sowohl inhaltlich als auch personell nachjustiert. Neben den bekannten Figuren wie Jasmin Hatem (Leslie-Vanessa Lill), Louisa Neukamm (Llewellyn Reichman) und Fiete Petersen (Adrian R. Goessel) wurden neue Auszubildende eingeführt, während andere Rollen aus der ersten Staffel nicht zurückkehrten.

Ziel war es, dem Format mehr Dynamik zu verleihen und zusätzliche Zuschauer:innen zu gewinnen - der erhoffte Effekt blieb jedoch aus. Besonders im direkten Vergleich mit "Die jungen Ärzte" fiel das Format deutlich ab. Die Konsequenz: Das Erste zog die Reißleine.

Die Quoten reichten nicht aus, um den Ableger fortzusetzen.

Frank Beckmann, Vorabendkoordinator der ARD
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Worum es in "Die Krankenschwestern" ging

Im Mittelpunkt von "In aller Freundschaft - Die Krankenschwestern" standen junge Auszubildende am fiktiven Volkmann-Klinikum in Halle (Saale), die ihren Einstieg in den Pflegeberuf meisterten. Sie mussten sich nicht nur im stressigen Klinikalltag beweisen, sondern auch mit persönlichen Herausforderungen auseinandersetzen.

Unterstützt wurden sie von erfahrenen Kräften wie Oberschwester Alexandra "Alex" Lundqvist (Friederike Linke). Eine besondere Verbindung zur Mutterserie stellte zudem Arzu Ritter (Arzu Bazman) her, die vielen Fans bereits aus der Sachsenklinik bekannt war und hier als Dozentin fungierte.

Die Handlung verband klassische Krankenhausgeschichten mit privaten Entwicklungen der Figuren - von Freundschaften über Liebesbeziehungen bis hin zu familiären Konflikten. Gleichzeitig sorgten Gastauftritte bekannter Charaktere aus "In aller Freundschaft" und "Die jungen Ärzte" für eine enge Verzahnung innerhalb des Serienuniversums.

Trotz moderner Pflege-Perspektive und enger Anbindung an die Erfolgsserien blieb "Die Krankenschwestern" damit ein Ableger ohne nachhaltigen Durchbruch. Während "In aller Freundschaft" und "Die jungen Ärzte" weiterlaufen, blieb das Volkmann-Klinikum nach nur 16 Folgen geschlossen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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