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Bittere Nachricht

"Polizeiruf 110": Darum müssen Fans so lange auf neue Folgen warten

Veröffentlicht:

von teleschau

Die Zeit drängt für Doreen Brasch (Claudia Michelsen) und Uwe Lemp (Felix Vörtler) in "Polizeiruf 110": Wo ist der zehnjährige Junge?

Bild: MDR/Stefan Erhard


Krimifans werden im Sommer 2026 von der ARD auf eine harte Probe gestellt: 19 Wochen lang müssen sie auf neue "Tatort"- und "Polizeiruf 110"-Folgen verzichten. Jetzt gibt es eine weitere bittere Pille zu schlucken.

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Mitten im Sommer wird es am 1. Juli im "Polizeiruf 110" nasskalt: 3sat strahlt die Folge "Ronny" aus, einen Krimi aus dem Jahr 2023. Darin verschwindet der zehnjährige Junge Ronny, der in einem Kinderheim lebt. Bei ungemütlichen Temperaturen machen sich Kriminalhauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) und ihr Kollege Uwe Lemp (Felix Vörtler) auf die Suche nach dem vermissten Kind.

Und stoßen bald auf eine ganze Reihe Verdächtiger: Von Ronnys Mutter und seinem cholerischen Stiefvater René über den undurchsichtigen Erzieher Matthias bis zum psychisch auffälligen Teenager Gordon könnten einige Personen etwas mit dem Verschwinden des Jungen zu tun haben. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Am 1. Juli um 20:15 Uhr 3sat-Livestream zu "Polizeiruf 110" einschalten


Mammut-Pause: Erst am 13. September gibt es neue ARD-Krimis

Wiederholungen im Sommer: Das ist für die Fans von "Tatort" und "Polizeiruf 110" nichts Neues. In diesem Jahr müssen sie sich jedoch besonders gedulden: Am 3. Mai lief die letzte Premiere eines Krimis, und erst am 13. September soll es mit neuen Folgen weitergehen. Das sind satte 19 Wochen.

Ein wesentlicher Grund für die lange Auszeit ist die Fußball-Weltmeisterschaft. Das Turnier findet mit einer Rekordzahl von 48 teilnehmenden Nationen statt und dauert daher statt der üblichen 30 Tage insgesamt 39 Tage. Noch bis zum 19. Juli läuft das Mega-Event in den USA, Kanada und Mexiko.

Doch es gibt noch weitere Gründe: Laut ARD sind für 2026 insgesamt 36 Erstausstrahlungen der Sonntagskrimis im Ersten geplant. Das sind vier weniger als im Durchschnitt der Vorjahre und sogar sechs weniger als im Vorjahr. Das habe planerische Gründe, heißt es beim Sender. Dahinter stecken außerdem auch weitere Sonntagsausfälle wegen anderer Sportereignisse oder auch Wahlen.

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Bittere Nachricht für die Fans der Ost-Krimis: MDR nimmt lange Auszeit

Schlechte Nachrichten gibt es jedoch für diejenigen, die speziell den "Polizeiruf 110" aus Magdeburg und den Dresdner "Tatort" ins Herz geschlossen haben: Der verantwortliche Sender MDR hat kürzlich verkündet, drei Jahre lang keine neuen Folgen zu produzieren.

Als Grund wurde die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags genannt. Dieser sollte zum 1. Januar 2025 von derzeit 18,36 Euro pro Monat auf 18,94 Euro erhöht werden. Das wurde jedoch von den Ministerpräsidenten der Bundesländer blockiert. So bleibt es bis Ende 2027 beim bisherigen Beitrag. "Die Realität lässt uns keine andere Wahl", wurde MDR-Intendant Ralf Ludwig zitiert. Man könne die seit 1. Januar 2025 fehlenden zusätzlichen Einnahmen nicht mehr kompensieren.

"Tatort"-Stars sind entsetzt: "Äußerst fatales politisches Signal"

Zwei prominente Gesichter des Dresdner "Tatorts" haben diese Entscheidung scharf kritisiert: Martin Brambach und Cornelia Gröschel. Die beiden bilden das ermittelnde Duo Peter Michael Schnabel und Leonie Winkler.

Auf ihren Social-Media-Kanälen nahmen sie gemeinsam Stellung. "Wir verstehen die großen Nöte, den enormen Druck, unter dem der MDR steht, und wir verstehen, dass gespart werden muss", versicherten sie zunächst. Jedoch könne man die Produktionen der Krimis "leider nicht so einfach an- und abschalten". Jede Episode habe einen langen Vorlauf. So müssten "Autoren gesucht, Drehbücher beauftragt und geschrieben, Motive gesucht und gemietet, Regisseure, Kameraleute und Schauspieler rechtzeitig verpflichtet werden".

Eine Auszeit von drei Jahren? Da würden lang aufgebaute Strukturen kaputtgehen. Und schließlich müssten sich dann auch die Darsteller:innen selbst um andere Projekte bemühen, "um wie alle Menschen unsere Miete zu zahlen".

Brambach und Gröschel sprechen von einem "äußerst fatalen politischen Signal", sollte "in den quotenstärksten und beliebtesten TV-Reihen im deutschen Fernsehen der Osten Deutschlands" nicht mehr vorkommen: "Das kann und darf nicht passieren", so das Duo.


Martin Brambach und Cornelia Gröschel denken auch an die Menschen hinter den Kulissen

In ihrem ausführlichen Statement zeigen sich die beiden zudem skeptisch, dass in drei Jahren genügend Geld da sei, um die Produktion wieder aufzunehmen. "Die Situation wird absehbar wohl auch nicht einfacher werden. Wir können nur wünschen und hoffen, dass man sich nochmals mit den Produktionsfirmen zusammensetzt und nach Lösungen sucht!" Ansonsten sei die Konsequenz möglicherweise "das Ende des Tatorts Dresden und des großartigen Polizeirufs aus Magdeburg".

Die beiden in Dresden geborenen TV-Stars haben dabei die ganze Region im Blick. Ein Aus der beliebten Produktionen wäre "traurig für die vielen tollen Fans und treuen Zuschauerinnen und Zuschauer". Es gehe ihnen auch um den Medienstandort Mitteldeutschland, betonen Martin Brambach und Cornelia Gröschel in ihrem Statement. "Hier fließen über 70 Prozent des Produktionsetats direkt in die Region, laut Produzentenallianz könnten bis zu 1.000 Arbeitsplätze verloren gehen", warnen die beiden.

Nicht betroffen vom Produktionsstopp sind die "Polizeiruf 110"-Standorte Rostock (NDR) und München (BR). Der ebenfalls vom MDR produzierte Ableger aus Halle/Saale wurde bereits Anfang 2026 eingestellt.


Bereit für den nächsten Krimi?


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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