ARD-Sonntags-Krimi
Erster "Tatort" nach der Sommerpause: So gut kam "König in Gelb" mit Maria Furtwängler an
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von teleschau - Eric Leimann, C3 NewsroomCharlotte Lindholm (Maria Furtwängler) setzt sich im "Tatort" mit dem Thema Demenz auseinander - ihr Kollege Matthias Vogel (Andreas Lust) weist erste Symptome auf.
Bild: NDR/Frizzi Kurkhaus
Maria Furtwängler hat als Kommissarin Charlotte Lindholm am Abend ihres 60. Geburtstags die neue "Tatort"-Saison 2026/2027 eröffnet. So kam der "Tatort: König in Gelb", der erste Fall nach der Sommerpause, beim Publikum an.
Seit 2002 spielt Maria Furtwängler die Kommissarin Charlotte Lindholm, sie gehört damit zu den dienstältesten Ermittler:innen der "Tatort"-Reihe im Ersten. An dem Sonntag, an dem das Kult-Format in seine neue Saison geht, feierte sie ihren 60. Geburtstag - Tatortfans bekamen also eine besondere Folge als Geschenk.
Im Interview mit der Agentur "teleschau" äußerte sich die Darstellerin, Produzentin, Aktivistin für Frauenrechte und ehemalige Verleger-Gattin nun zwar nicht zu ihrem runden Geburtstag, dafür um so eindringlicher zu dem Thema des klugen, ja fast schon philosophischen Krimis "Tatort: König in Gelb": Demenz.
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"Etwa zwei Millionen Deutsche sind davon betroffen"
Es ist ein Thema, das ihr am Herzen liegt. Autor und Regisseur Alexander Adolph ("München Mord"), mit dem Furtwängler an der Seite des mittlerweile berenteten Axel Milberg bereits die Jubiläumsfolge zum 1.000. "Tatort" drehte ("Tatort: Taxi nach Leipzig", Erstausstrahlung am 13. November 2016), erschuf einen spannenden Film über Demenz.
Sowohl der Verdächtige (Thomas Thieme) in einer über Jahrzehnte andauernden Mordserie als auch jener Polizist (Andreas Lust), der ihn schon fast genauso lange jagt, leiden mittlerweile am großen Vergessen. "Ich finde es ganz großartig, wie Alexander Adolph hier gerade keinen Themenfilm daraus macht. Sondern dass Demenz quasi im Mittelpunkt der Handlung steht, aber dennoch nicht über sie als bestimmendes Thema verhandelt wird", findet Maria Furtwängler im "turi2"-Interview. Bei den Dreharbeiten kam die Charlotte-Lindholm-Darstellerin ins Grübeln: "Was bin ich denn eigentlich als Kommissarin, wenn mir das wichtigste Instrument für meine Arbeit flöten geht, nämlich mein scharfer Verstand?"
Auch im engsten privaten Umfeld hatte Maria Furtwängler bereits mit der Krankheit zu tun. Im Interview mit der Agentur "teleschau" sagt der "Tatort"-Star: "Etwa zwei Millionen Deutsche sind davon betroffen. Tendenz: steigend. Auch mein Vater war an Demenz erkrankt - gegen Ende seines Lebens. Das war eine prägende Erfahrung für mich."
"Viele Leute haben panische Angst vor Demenz"
Nach längerer Zeit wieder mal im Lindholm-"Tatort" dabei ist Maria Furtwänglers echte Mutter Kathrin Ackermann. Die mittlerweile 88-jährige Schauspielerin verkörpert auch im "Tatort" die Mutter der Kommissarin. Für Furtwängler sei das Zusammenspiel mit ihr "nicht immer leicht", wie sie im "turi2"-Interview erklärte.
Da muss ich aufpassen, dass ich nicht in einen zu privaten Ton falle, weil es eben meine reale Mutter ist.
Als Lindholm ihre - durchaus resolute Mutter - über Tage telefonisch nicht erreicht und sie in ihrem Fall mit dem Thema Demenz konfrontiert ist, macht sie sich Sorgen: "Im Film bekommt Charlotte sofort den Impuls, ihre Mutter anzurufen, weil sie länger nichts von ihr gehört hat. Wir kennen das alle: Man hat Angst bei den Eltern oder auch mal bei sich selbst, ob das jetzt gerade normale Vergesslichkeit war oder ein erstes Zeichen für geistigen Abbau."
Privat fürchtet sich Maria Furtwängler übrigens nicht vor einer Schock-Diagnose wie Demenz: "Viele Leute haben panische Angst vor Demenz. Und doch ist es auch Quatsch. Wenn man Menschen mit Demenz kennenlernt, spürt man: Auch da ist noch ein Wollen und ein Sehnen im Leben. Es gibt Dinge und Momente, die auch mit Demenz erfüllend und menschlich berührend sind."
Seit etlichen Jahren dreht Maria Furtwängler nur noch eine "Tatort"-Folge pro Jahr, um sich die restliche Zeit für anderen Projekte freizuhalten. Ein nächster Fall ist also erst nach der Sommerpause 2027 zu erwarten. Die gute Nachricht lautet jedoch: Ganz aufhören will Furtwängler als Charlotte Lindholm auf absehbare Zeit nicht. Im Interview mit der Agentur "teleschau" zum aktuellen "Tatort"-Krimi sagt sie: "Charlotte und ich verstehen uns weiterhin sehr gut! Ich verfolge nicht den Plan, auf ihr Ende hinzuarbeiten. Gemeinsam haben wir noch viel zu entdecken und zu erzählen."
So fanden die Zuschauer:innnen den ersten "Tatort" nach der Sommerpause
Bei den Zuschauer:innen kam er erste "Tatort" nach der Sommerpause sehr gut an, wie zahlreiche Kommentare bei Facebook zeigen. "Dass die Messlatte von Anfang an soooo hochgesetzt wird, hätte ich nicht gedacht", lobte eine Userin. "Alles war perfekt und die schauspielerische Leistung grandios." Der Fall habe Spannung und Emotionen vereint. Eine andere Zuschauerin lobte die "exzellenten Schauspieler und Schauspielerinnen", das sahen viele Kommentator:innen ähnlich.
Auch wie die Erkrankung in dem ARD-Krimi aufgegriffen wurde, stieß überwiegend auf Zuspruch: "Großartig und sehr berührend, wie mit dem Thema Demenz umgegangen wurde", schreibt eine Facebook-Nutzerin.
Unterschiedliche Meinungen finden sich indes vor allem in einem Punkt - in der Frage, ob es diesem "Tatort" an Spannung mangelte. Einige User:innen kritisieren ihn als "langatmig" oder "langweilig". "Ziemlich lahm zu Beginn, hat sich aber bis zum Schluss gesteigert auf ziemlich gut", lautet eine Stimme. Insgesamt überwiegen aber die positiven Reaktionen auf den neuen "Tatort: König in Gelb".
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