Gesicht mit Geschichte
Richy Müller: So sah der "Tatort"-Star am Anfang seiner Karriere aus
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von Lars-Ole GrapRichy Müller ermittelt seit 2008 als Kommissar Thorsten Lannert im Stuttgarter "Tatort".
Bild: picture alliance/dpa | Gregor Fischer
Hans-Jürgen "Richy" Müller gehört zu den prägenden Charakterdarstellern in Film und Fernsehen. Sein Künstlername erinnert bis heute an jene Rolle, mit der 1979 alles begann.
Den "Tatort" mit Richy Müller siehst du heute um 22 Uhr im SWR-Livestream auf Joyn

Zerrissen
Richy Müller: Wie "Die große Flatter" seine Schauspielkarriere prägt
Hans-Jürgen Müller wächst in Mannheim-Seckenheim auf. In seiner Jugend ist er acht Jahre lang als Leistungsturner aktiv. Anschließend macht er eine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Erst Freunde aus der Rockband seines Bruders bringen ihn auf die Idee, es an der Schauspielschule in Bochum zu versuchen. Er wird aufgenommen, verlässt die Schule allerdings nach zwei Jahren ohne Abschluss.
Kurz darauf bekommt Müller seine erste große Fernsehrolle. In dem WDR-Dreiteiler "Die große Flatter" spielt er 1979 den Jugendlichen Richy, der mit seiner Familie in einer Berliner Obdachlosensiedlung lebt. Die Rolle macht den bis dahin unbekannten Schauspieler einem Millionenpublikum bekannt. Nach der Ausstrahlung wird er zunehmend Richy genannt und übernimmt schließlich den Namen seiner Figur als Künstlernamen.
Die Rolle bestimmt zunächst auch die Art der Figuren, für die Müller besetzt wird. In den folgenden Jahren spielt er vor allem raue und unangepasste Charaktere. Über die Jahre entwickelt sich Müller zu einem vielseitigen Charakterdarsteller. Nach seinen Theaterjahren arbeitet er wieder verstärkt für Film und Fernsehen. Seit 2008 spielt er in der ARD-Krimireihe "Tatort" den Stuttgarter Kommissar Thorsten Lannert.
"Die große Flatter" macht Hans-Jürgen Müller 1979 bekannt: Als Richy gelingt ihm der Durchbruch, der Rollenname wird sein Künstlername.
Bild: picture alliance/United Archives | kpa
Vom Rollenklischee zum vielseitigen Charakterdarsteller
Nach "Die große Flatter" arbeitet Müller mit Regisseuren wie Reinhard Hauff, Roland Emmerich und Egon Günther. Er spielt in "Der Mann auf der Mauer", "Das Arche Noah Prinzip" und "Rosamunde". Doch trotz dieser unterschiedlichen Projekte bleibt er zunächst auf einen bestimmten Typ festgelegt: raue, unangepasste Figuren. Das Bild, das er mit seinem Debüt geprägt hat, wirkt nach. Andere Rollen trauen ihm Produzenten und Regisseure lange kaum zu. Rückblickend sagt Müller, es habe ihn rund 15 Jahre gekostet, sich von diesem Rollenklischee zu lösen.
In den 1980er-Jahren zieht es ihn deshalb verstärkt ans Theater. Film- und Fernsehangebote bleiben rar. In Berlin lebt er zeitweise in einer Wohngemeinschaft mit Jürgen Vogel. Die Jahre sind beruflich schwierig, doch er bleibt der Schauspielerei verbunden.
Anfang der 1990er-Jahre ist Müller wieder häufiger in Film und Fernsehen zu sehen. In der ZDF-Serie "Die Stadtindianer" spielt er 1994 den Kriminalpolizisten Nobbi Moll. Danach folgen zunehmend unterschiedliche Figuren, etwa in "Einer meiner ältesten Freunde", "Irren ist männlich" und Christian Petzolds "Die innere Sicherheit". Besonders dort zeigt sich, wie weit sich Müller inzwischen von seinem frühen Rollenbild entfernt hat: Er spielt einen ehemaligen Terroristen und Familienvater.
2002 ist Müller auch in Hollywood zu sehen. In "xXx - Triple X" spielt er an der Seite von Vin Diesel den Polizisten und Doppelagenten Milan Sova. 2011 erhält er für seine Rolle als Gutsverwalter in "Poll" den Deutschen Filmpreis als bester Nebendarsteller.
Im Clip: "Tatort"-Fakten für Krimi-Fans
Richy Müller im "Tatort": Thorsten Lannert, Familie und Motorsport
Als Thorsten Lannert gehört er zum Stuttgarter "Tatort". Am 9. März 2008 ermittelt er erstmals gemeinsam mit Felix Klare als Sebastian Bootz. Der SWR etabliert damit ein neues Stuttgarter Ermittlerduo. Lannerts Markenzeichen ist neben seiner ruhigen, analytischen Art auch sein alter brauner Porsche 911. Den Sportwagen hat Müller selbst für seine Figur vorgeschlagen.
Heute lebt der Schauspieler mit seiner Frau Christl Stumhofer am Chiemsee. Die beiden lernen sich dort beim Brötchenholen kennen und heiraten 2017. Seine Tochter Paulina Czienskowski arbeitet als Journalistin und Autorin. Neben der Schauspielerei gehört der Motorsport zu Müllers großen Leidenschaften. Er fährt selbst Autorennen, unter anderem von 2011 bis 2013 den Porsche Cup. Zudem begleitete er in den Jahren 2011 und 2014 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans als TV-Experte für den Sender Eurosport.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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