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Nach Borowski-Aus

"Tatort"-Ausblick: Wie geht es in Kiel mit dem neuen Team weiter?

Veröffentlicht:

von teleschau

Kriminalpsychologin Elli Krieger (Karoline Schuch, vorne) bekam im Zweiteiler "Tatort: Unter Freunden / Unter Feinden" erst im zweiten Film so richtig was zu tun. Dann allerdings bewältigte sie gemeinsam mit Mila Şahin (Almila Bağrıaçık) einen nervenzerfetzenden Einsatz.

Bild: NDR/Thorsten Jander


Beim Kieler "Tatort" gab es mit dem Zweiteiler "Unter Freunden" und "Unter Feinden" an zwei Sonntagen im Ersten das große Stühlerücken. Es galt, den Abgang Axel Milbergs als Ermittler Klaus Borowski aufzufangen. Er prägte das Format von 2003 bis 2025. Wie geht es nun mit dem neuen Team weiter?

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Mit Mila Şahin (Almila Bağrıaçık) und der Kriminalpsychologin Elli Krieger (Karoline Schuch) hat der Kieler "Tatort" ein neues Frauenduo. Nach der von Maren Eggert gespielten Polizeipsychologin Frieda Jung, die von 2003 bis 2010 zum Kieler Team gehörte, rückt damit erneut die psychologische Seite der Ermittlungsarbeit in den Vordergrund. Bei Kriegers Debüt blieb die Tiefenpsychologie allerdings noch im Hintergrund, denn der Fall drehte sich um organisierte Kriminalität und ein korruptes System aus Bestechung, Abhängigkeiten und Drohungen. Für Gedanken an die eigene Kindheit blieb - vor allem im furiosen und actionreichen Finale - wenig Raum.


Wovon handelte der Fall?

Nach dem Tod ihrer Kollegin und Freundin Anna Nowak (Lilith Stangenberg) zweifelte Kommissarin Mila Şahin an der Version vom Drogenunfall. Krankgeschrieben und gegen den Willen ihres neuen Chefs Robert Iwersen (Yorck Dippe) ermittelte sie heimlich weiter, und zwar gegen Kuper (Sven Schelker) aus dem Wirtschaftsdezernat. Sie vermutete hinter dem Kieler Unternehmen Prometheus ein Netzwerk aus Korruption, organisierter Kriminalität und Geldwäsche. Die Chefin des Unternehmens, Viola Berger (Sarah Hostettler), fürchtete die Rache von Mafia-Pate Luca Pelosi (Fabrizio Romagnoli). Gemeinsam mit Polizeipsychologin Elli Krieger wollte Şahin den korrupten Kuper unter Druck setzen und so das ganze Konstrukt zu Fall bringen.

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Was verändert sich beim "Tatort" in Kiel?

Vieles. Nicht nur die Titel der alten Folgen "Borowski und ..." fallen fortan weg - denn Borowski ist in Rente gegangen. Natürlich hinterließ er in dem von einer besonderen Figur und einem ebenso besonderen Schauspieler geprägten Kiel-Krimi ein Vakuum. Zum Teil dürfte es durch die deutliche Aufwertung des Mila-Şahin-Charakters aufgefangen werden. Dieser durfte schon im Debüt-Zweiteiler viele neue Facetten zeigen. Es ist eher kein Zufall, dass der renommierte "Tatort"-Macher Lars Kraume sowohl den finalen "Tatort: Borowski und das Haupt der Medusa" mit Axel Milberg wie auch den aktuellen Zweiteiler inszenierte - und Letzteren sogar schrieb.

Kraume machte aus dem Kieler "Tatort", der trotz wechselnder Partnerinnen von Anfang an eine Milberg-Soloshow war, ein Ensemblestück mit überwiegend starken Frauenfiguren. Wie sehr das auch Almila Bağrıaçık entgegenkommt, zeigt ihre Aussage im NDR-Interview: "Ich fand es manchmal schade, meine Bandbreite als Schauspielerin für Şahin nicht einsetzen zu können. Und dann kam Lars, Lars Kraume."

Wen sieht man neben Bağrıaçık und Schuch weiterhin in Kiel?

Wer künftig in Kiel ermittelt, ist nach dem Zweiteiler klar. Während des ersten Films dachte man noch, Lilith Stangenberg könnte als psychisch labile Freundin und Ermittlerin Şahins Team bereichern, doch ihre Figur Anna Nowak starb den Filmtod. Stattdessen kommt mit Karoline Schuch eine Partnerin auf Augenhöhe: Als Elli Krieger übernimmt sie die zweite Hauptrolle. Passend dazu hat Schuch tatsächlich Psychologie studiert. Das Team wächst um zwei weitere Figuren. Yorck Dippe bleibt als Chef Iwersen auch in Zukunft dabei. Der in Bremen geborene Schauspieler steht regelmäßig auf der Bühne des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Neu ist außerdem die österreichische Schauspielerin Thea Ehre als Forensikerin Paula Rinck. Neu ist außerdem die österreichische Schauspielerin Thea Ehre als Forensikerin Paula Rinck. Abschied nehmen muss man wohl von Thomas Kügel. Als Roland Schladitz, Buddy und Ex-Chef von Borowski, war er nur noch im ersten Teil zu sehen. Schladitz zieht es in die Politik.

Wie geht es in den nächsten Folgen weiter?

Wer wissen will, wie es in Kiel weitergeht, braucht Geduld: Gerade werden zwei neue Fälle gedreht, die 2027 im Ersten und in der ARD Mediathek laufen sollen. "Tatort: Goldspinner" (Buch: Marija Erceg) dreht sich um den Tod eines Fußball-Hooligans, in "Tatort: Wer Wölfe ruft" (Buch: Christoph Busche) jagen die Ermittlerinnen einen Serienmörder. Beide Filme inszeniert Jens Wischnewski, der 2023 für die starke ZDF-Miniserie "Neuland" einen Grimme-Preis gewann. Jutta Speidel spielt in einem oder sogar in beiden Filmen eine Episoden-Rolle.


Bereit für den nächsten Krimi?


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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