Erster Franken-"Tatort" mit neuer Kommissarin
"Tatort: Gottesgarten": Wer spielte den kaltherzigen Vater des Opfers?
Veröffentlicht:
von teleschauEmmy Rathgeber (Rosalie Thomass) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) ermitteln im Heimatort des toten Elias im oberfränkischen Landstrich "Gottesgarten".
Bild: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden
Am Sonntag trat Rosalie Thomass als Hauptkommissarin Emilia Rathgeber ihren Dienst beim Franken-"Tatort" an. Gemeinsam mit Felix Voss (Fabian Hinrichs) ermittelte sie in einem erschütternden Krimi-Drama, in dem vor allem ein Gaststar hervorstach.
Den nächsten "Tatort" hier kostenlos schauen
Eine Oberbayerin in Franken, eine tendenziell vorurteilsbehaftete Konstellation. Doch Emilia "Emmy" Rathgeber (Rosalie Thomass) konnte in "Tatort: Gottesgarten" Felix Voss (Fabian Hinrichs), Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid) und die restliche Belegschaft mit ihrem so freundlichen wie kompetenten Auftreten schnell für sich gewinnen. Viel Zeit fürs Beschnuppern blieb nicht, denn Felix und Emmy wurden zu einem Tatort gerufen.
Worum ging es?
Der junge Elias Schaller (Moritz Bock), der auch als Travestiekünstler gearbeitet hatte, lag mit durchschnittener Kehle am Boden eines Stundenhotels. Emmy und Felix fuhren daraufhin in Elias' Heimatdorf in Oberfranken in den titelgebenden Landstrich "Gottesgarten". Dort schockierte Elias' Vater (Horst Kummeth) die Ermittler:innen mit seinen kaltherzigen Aussagen über seinen Sohn, der an seinem Tod selbst Schuld sei bei seinem in Schallers Augen abartigen Lebensweg. Nicht nur Felix fand den Mann "zum Kotzen".
Von der erschütterten Frau Schaller (Jule Gartzke) wiederum erfuhren Felix und Emmy, dass Elias vor vielen Jahren etwas Schlimmes von dem Dorfbewohner Thorsten Widner (Jörg Witte) angetan worden war. Sexueller Missbrauch, bestätigte schließlich auch der Dorfwirt (Gilbert von Sohlern).
Warum musste Elias sterben?
Früh ahnte man, dass Widner etwas mit Elias' Tod zu tun haben musste. Denn man konnte sehen, wie Elias' Freunde Toni (Leonard Scheicher) und Marcel (Anselm Ferdinand Bresgott) ihn entführten und die Schuld an Elias' Tod gaben. Allerdings stellte sich heraus, dass es kein Mord war.
Nach den Vorfällen vor vielen Jahren wurde Widner bei einem Indizienprozess aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Da man nicht zweimal für dasselbe Verbrechen belangt werden kann, sollte Elias Widner ins Stundenhotel locken und dann behaupten, er habe ihn vergewaltigt, um ihn dafür hinter Gitter zu bringen. Doch am Ende konnte der labile Elias den Plan nicht zu Ende führen und nahm sich selbst das Leben. Toni nahm Elias' Messer und Handy an sich und schob sie Widner unter, um ihn zum Mordverdächtigen zu machen. Im Showdown bedrohte ein völlig verzweifelter Toni Widner mit einer Waffe. Emmy und Felix versuchten, ihm auszureden, ihn zu töten. Am Ende erschoss Toni Widner dennoch und wurde selbst von Emmy tödlich getroffen.
Worum ging es wirklich?
"Tatort: Gottesgarten" war vor allem die erschütternde Geschichte von Elias, der in der Enge einer Dorfgemeinschaft aufwuchs, in der jeder jeden kennt, in der man sich hilft, in der aber auch jeder kritisch beobachtet, was die anderen machen, wie sie leben und ob sie der Norm entsprechen. Elias, der laut seiner Mutter schon als Kind gern ihre Kleider anzog und sich schminkte, entsprach diesen Vorstellungen so gar nicht.
Elias' Vater sah in seinem Sohn daher einen Versager, auf der Arbeit und im Ort habe man ihn ständig auf seinen Lebenswandel angesprochen. Herr Schaller wusste, dass Elias sexuell missbraucht worden war. Und doch hatte er verhindert, dass er beim Prozess gegen Widner aussagte, denn "so was wird ma nie wieder los". Es ging ihm immer nur um sich selbst und seinen Ruf. Das Leid seines Sohnes, Elias' eigene Lebensvorstellungen, waren ihm egal.
Wer spielte den kaltherzigen Herrn Schaller?
Vielen Zuschauer:innen dürfte der empathielose Schaller bekannt vorgekommen sein. Verkörpert wurde er von Horst Kummeth, der selbst im oberfränkischen Forchheim geboren wurde. Dass er im Film Dialekt sprach, machte seine Figur besonders authentisch.
Im Dezember wird Horst Kummeth 70 Jahre alt. Vor der Kamera steht er seit den 1980er-Jahren. 1987 feierte er in der Miniserie "Hans im Glück" einen seiner ersten großen Erfolge. Das Drehbuch dazu hatte er gemeinsam mit seiner Frau Eva geschrieben. Das Duo verfasste im Lauf der Jahre mehr als 80 Drehbücher für verschiedene Filme und Serienfolgen.
Die Hauptrolle in der Bergretter-ARD-Serie "Wildbach" machte Horst Kummeth Mitte der 1990er-Jahre endgültig landesweit bekannt. In den folgenden Jahren übernahm er außerdem größere Rollen in Produktionen wie "Forsthaus Falkenau" und "Die Rosenheim-Cops". In "Dahoam is Dahoam" verkörperte er von der ersten Folge 2007 bis 2024 den Apotheker Bamberger.
"Die Rosenheim-Cops" siehst du am Dienstag um 19:25 Uhr
Wann kommt der zweite Fall des neuen "Tatort"-Teams?
Anfang des Jahres standen Rosalie Thomass und Fabian Hinrichs für ihren zweiten "Tatort: Totholz" vor der Kamera. Das Drehbuch schrieb Lucas Thiem (Polizeiruf 110 "Widerfahrnis"), Regie führte Kilian Riedhof. Darin übernehmen Emmy Rathgeber und Felix Voss einen weiteren tragischen Fall - den Mord an einer 13-Jährigen. Mit der Ausstrahlung ist im Laufe des Jahres 2027 zu rechnen.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
Mehr entdecken

Adresse und Anfahrtsweg
"Ein sehr gutes Quiz": Von diesem Ort senden Joko und Klaas jetzt live!

Ostsee bis Alpen
Freizeitpark, Kloster, Diskothek: Die schrägen Schauplätze von "Ein sehr gutes Quiz"

Quizshow mit Joko und Klaas
Allgemeine Teilnahmebedingungen für die Teilnahme an der Quizsendung "Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme)"

Trauriger Abschied von der NDR-Ansagerin
Ihre Brille wurde zum Markenzeichen: TV-Ikone Hanni Vanhaiden ist tot

Das war sein Berufswunsch
"Das Vergessen"-Star Bardo Böhlefeld wuchs in einer Diplomaten-Familie auf

Es funkte auf der Bühne
"Tatort"-Star Eli Wasserscheid: Sie lernte ihre große Liebe bei der Arbeit kennen