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Ein wahrer Feinschmecker

"The Taste"-Coach Tim Raue: Das Kochen rettete ihn vor einer Karriere als Krimineller

Aktualisiert:

von teleschau

Raue Schale, weicher Kern: Tim Raue ist einer der besten Köche Deutschlands und seit vielen Jahren "The Taste"-Coach.

Bild: 2024 Getty Images/Joshua Sammer


Die erste Staffel "Promi Taste" geht auf die Zielgerade. Tim Raue ist als Teamchef und bisher vierfacher Winning Coach der Mutter-Sendung "The Taste" noch im Rennen. Dass alles, was Raue anfasst, extrem erfolgreich und vor allem außerordentlich lecker wird, hätten in seiner Jugend jedoch nur wenige gedacht.

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"Ich wollte überhaupt nicht Koch werden": Tim Raues Umweg in die Sterneküche

"Ich wollte überhaupt nicht Koch werden!" Das gestand Sternekoch Tim Raue 2010 in einem Interview mit der Medienagentur teleschau. Demnach ist es seiner Klassenlehrerin von damals zu verdanken, dass es der 52-jährige Berliner an Herd und Kochlöffel schaffte.

Tim Raue, 1974 in West-Berlin geboren, ist inzwischen einer der ausgezeichnetsten Köche Deutschland, und das ganz wörtlich. Die von ihm geführten Restaurants wurden mit insgesamt fünf Sternen des Guide Michelin ausgezeichnet.

2011 erhielt sein "Tim Raue" in Berlin-Kreuzberg 19 Punkte im Gault-Millau. Der Restaurantführer hat in seiner Geschichte die Höchstnote von 20 Sternen erst zweimal vergeben - ein lukullischer Triumph für Raue. Wer diese Entwicklung von Tim Raue in den 1980er-Jahren vorausgesagt hätte, wäre vermutlich für verrückt erklärt worden.


Eigentlich wollte Tim Raue Abitur machen. Das war aber aus familiären Gründen nicht möglich - Raue wuchs als Scheidungskind bei seiner alleinerziehenden Mutter in einfachsten Verhältnissen im Wrangelkiez in Berlin-Kreuzberg auf. Sie wohnten im vierten Stock, da, wo die Wohnungen am billigsten sind. Raues damalige Lehrerin empfahl nach dem Realschulabschluss etwas "Gestalterisches" und riet Tim zur Kochausbildung. Das war gut so - denn Raue hätte genauso gut auch eine andere Karriere einschlagen können.

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Das Kochen bewahrte Tim Raue vor der Kleinkriminalität

Seine turbulente Jugend behandeln auch zwei Biografien: "My Way: Von der Gosse zu den Sternen" (2020) und "Ich weiß, was Hunger ist" (2022) heißen Bücher, die Tim Raue über sein Leben und seine große Liebe, das Kochen, veröffentlichte. "Das Erste, was ich als Teenager gelernt habe, war es, meinen sozialen Rang durch Statussymbole zu definieren. Und die, die wir nicht hatten, haben wir uns illegal besorgt", erzählte Raue in einem Interview mit "Fokus Style".

Raue war Mitglied der berüchtigten Jugendgang "36 Boys" die in Berlin so legendär wurde, dass sie es sogar auf einen eigenen Wikipedia-Eintrag brachte. Da gab es laut Raues Aussage Türken, Araber, Kurden. Und einen Deutschen - ihn. Es wurde, unter anderem, geklaut und geprügelt. "Ich war als Krimineller ziemlich erfolgreich", sagte er 2024 bei einem Presseevent. Er war kleinkriminell, trug Meinungsverschiedenheiten auch mit Fäusten aus und wechselte in elf Jahren achtmal die Schule. Sein "Karriereweg" schien auf die falsche Bahn zu führen. Aber er schaffte damals den Absprung - weil er sich verliebte.

Liebe geht durch den Magen? So lernte Tim Raue seine erste Ehefrau kennen

Nach der Realschule nahm Raue eine Kochlehrstelle an. Aber nicht irgendwo, sondern im "Châlet Suisse" im Grunewald. Dort lernte Raue das, was dort heute noch serviert wird: gehobene deutsche, französische und schweizerische Küche - und die in einem elegantem Landhaus. Mindestens ebenso wichtig für sein Leben war, dass er dort 1992 Marie-Anne kennen und lieben lernte.

Sie teilte mit ihm die hohen kulinarischen Ambitionen und sein Leben: Sie wurden Ehe- und Geschäftspartner. 2002 gingen sie zum "44" im Berliner Swissôtel, er als Küchenchef, sie als Restaurantleiterin. 2007 erhielt das "44" einen Michelin-Stern und Raue wurde "Koch des Jahres" bei Gault-Millau.

Dank unbändigem Ehrgeiz und großem Verständnis für die Veredlung von Speisen ging es weiter aufwärts. 2008 wurde er kulinarischer Direktor im Berliner Hotel Adlon, wo er fünf Restaurants verantwortete. Eines davon, das "Ma Tim Raue" erhielt einen Michelin-Stern und 18 Gault-Millau-Punkte.

Über den ersten Michelin-Stern war Tim Raue "total unglücklich"

Raue war Mitglied der berüchtigten Jugendgang "36 Boys". Da gab es laut Raues Aussage Türken, Araber, Kurden. Und einen Deutschen - ihn. Es wurde, unter anderem, geklaut und geprügelt. "Ich war als Krimineller ziemlich erfolgreich", sagte er 2024 bei einem Presseevent. Aber er schaffte damals den Absprung - weil er sich verliebte. Allerdings nicht gleich ins Kochen.

"Mein erstes Lehrjahr war die Hölle", gestand Raue im teleschau-Interview. Er habe damals beinahe aufgegeben. "Ich kochte im 'Chalet Suisse', eine Art Ausflugslokal in Berlin. Da haben wir 300 bis 400 Essen am Tag rausgehauen. In der Küche ging es richtig zu Sache, was den Umgang miteinander betraf. Und ich stand ganz unten in der Hackordnung, damit bin ich nicht gut klargekommen." Die Gang-Vergangenheit half, sich durchzusetzen. Aber die große Richtungsänderung kam durch Marie-Anne. Die lernte er mit 19 in einer Disco kennen, mit ihr arbeitete er in der Küche zusammen, in sie verliebte er sich. Und danach erst ins Kochen, denn: "Ich habe schnell gemerkt, dass es mir Spaß macht, etwas für andere zu tun."

Tim und Marie-Anne gingen ihren Weg gemeinsam. Aus der Küchenlehre in erste Restaurants, 2002 wurde er Küchenchef im Restaurant "44" im Berliner Swissôtel, Marie-Anne heuerte als Restaurantleiterin an. Der Aufstieg begann: 2007 kürte ihn der Gault-Millau zum "Koch des Jahres". Seine Küche im "44" wurde mit einem Stern des Guide Michelin und 18 Punkten im Gault-Millau ausgezeichnet. Und Tim Raue war, so sagte er der teleschau, "total unglücklich" darüber.

Tim Raue gibt zu: "Mein erstes Lehrjahr war die Hölle"

Denn Raue hatte die asiatische Küche entdeckt. Ganz anders als im "44". Deshalb sah er die Auszeichnungen mit gemischten Gefühlen: "Weil die mich für eine Küche ehrten, hinter der ich überhaupt nicht mehr stand." Das änderte sich zum Glück: 2008 leitete er in Adlon-Hotels die Restaurants "Ma Tim Raue" (inspiriert von der chinesischen Küche), "Uma" (von der japanischen Küche inspiriert) und die "Shochu Bar". Nach wenigen Monaten bekam das "Ma Tim Raue" einen Michelin-Stern verliehen. Der Gault-Millau zeichnete das "Ma Tim Raue" mit 18 Punkten und das "Uma" mit 17 Punkten aus.

Auf Raues Tellern landeten weniger Wurstbemmen und mehr Tempura Garnelen, die zu einem Signature Dish wurden. Aber Raue blieb bodenständig, auch wenn er ab 2010 mit seinem eigenen Restaurant "Tim Raue" in die Koch-Weltspitze vorstieß und im selben Jahr auch in die TV-Kochszene einstieg.

Mindestens einmal im Jahr schaut er an seinem alten Stammkiosk in Kreuzberg vorbei und isst eine Currywurst, auch wieder mit einigen Kumpels von damals. "Ich habe auch wieder Kontakt zu meinen alten Freunden aus der Jugend. Nicht alle haben den falschen Weg eingeschlagen. Auch wenn einige nicht wirklich viel damit anfangen können mit dem, was ich heute tue", schilderte er im teleschau-Interview.

Alle 13 Staffeln von "The Taste" gibt's auf Joyn

2010 war die Zeit für das erste eigene Restaurant gekommen. Das "Tim Raue" öffnete seine Pforten. Im selben Jahr startete Raue seine TV-Koch-Karriere und war Juror bei "Deutschlands Meisterkoch". Beide Schritte sorgten für anhaltenden Erfolg.

Das "Tim Raue" erhielt erst einen (2010), dann zwei (2012) Michelin-Sterne und wurde 2016 auf Platz 34 von "The World's 50 Best Restaurants" geführt. 2019 belegte Raue Platz der "Germany's 50 Best Chefs" des internationalen Gastronomie-Fachmagazins "Rolling Pin". Zu diesem Zeitpunkt war er schon seit zwei Jahren neu verheiratet - und zwar mit der Chefredakteurin des Magazins, Katharina Wolschner. Von seiner ersten Frau, Jugendliebe Marie-Anne, hatte er sich 2016 scheiden lassen.

"The Taste" und "Promi Taste"

Als TV-Koch war Raue regelmäßig bei Tim Mälzers "Kitchen Impossible" im Einsatz. 2019 übernahm er seinen Coach-Posten bei "The Taste" und wurde in den Staffeln 9 bis 11 "Winning Coach". Auf Joyn kannst du dir Tim Raues Highlights noch mal anschauen, denn da stehen alle 13 Staffeln zum Streamen bereit. 2025 ist er zusammen mit Steffen Henssler, Elif Oskan und Alexander Herrmann auch wieder an den Löffeln.


Alle Highlights von Tim Raue bei "The Taste" nachschauen



Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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