Nur noch zwei Sendungen
Sparmaßnahmen wegen ESC 2026: Das sind die Konsequenzen für "Verstehen Sie Spaß?"
Aktualisiert:
von Lars-Ole GrapDer Eurovision Song Contest begeistert und verbindet seit 70 Jahren Millionen Menschen.
Bild: SWR
Erstmals nach fast drei Jahrzehnten verantwortet der SWR den Eurovision Song Contest - und steht dabei vor großen finanziellen Herausforderungen. Programmdirektor Clemens Bratzler gibt Einblicke in die Veränderungen beim ESC und die Konsequenzen für eine beliebte ARD-Show.
"Eurovision Song Contest - Das Deutsche Finale 2026" am 28. Februar um 20:15 Uhr streamen
"Für Europa, Frieden und Einigkeit": Herausforderungen, Reichweite und Bedeutung des ESC
"Wir hatten von Anfang an großen Respekt davor, die Verantwortung nach 29 Jahren vom NDR zu übernehmen, aber ehrlich gesagt hatte ich nicht erwartet, dass es so anspruchsvoll wird", sagt Clemens Bratzler im Interview mit dem Medienmagazin "DWDL". Besonders die Diskussion um die Teilnahme des israelischen Senders KAN habe die Situation noch einmal zugespitzt. Erst Anfang Dezember stand fest, dass die Mehrheit in der Europäischen Rundfunkunion (EBU) den Plan unterstützt - und erst danach konnte die Arbeit am "Deutschen Finale" richtig starten.
Für Bratzler ist der ESC weit mehr als ein bloßer Musikwettbewerb: "Der Eurovision Song Contest steht seit 70 Jahren für Europa, Frieden und Einigkeit, genauso für Vielfalt und Miteinander." Gleichzeitig zähle die Show zu den größten Musikproduktionen weltweit und erreiche in Deutschland ein Millionenpublikum, vor allem auch junge Zuschauer:innen.
ESC 2026: Wegen Sparmaßnahmen weniger "Verstehen Sie Spaß?"
Um die Kosten der ESC-Produktion stemmen zu können, musste der SWR allerdings an anderer Stelle einsparen. Besonders hart trifft es die beliebte Show "Verstehen Sie Spaß?": Die Anzahl der Liveshows werde von vier auf zwei pro Jahr reduziert. Außerdem sei der ESC jetzt stärker ein Gemeinschaftsprojekt. "Wir stemmen zwar den Löwenanteil, aber wir haben Unterstützung - sowohl vom BR und HR als auch aus der Gemeinschaft der ARD, wofür wir sehr dankbar sind", betont Bratzler.
Das "Deutsche Finale" selbst wird aufwendig inszeniert: Mehr als 1.300 Zuschauerinnen und Zuschauer werden in Berlin live dabei sein, das Bühnenbild gestaltet Florian Wieder, der bereits mehrfach die Bühne beim internationalen ESC-Finale entworfen haben. Die Moderation übernehmen Barbara Schöneberger und Hazel Brugger - ein erprobtes Duo, das gemeinsam schon bei "Verstehen Sie Spaß?" für Begeisterung sorgte.
Du kannst den Vorentscheid für den ESC am 28. Februar um 20:15 Uhr im Ersten und kostenlos im Livestream auf Joyn schauen. Hier entscheidet sich, welcher Act Deutschland beim Finale am 16. Mai in Wien vertreten wird.
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"Zwei Hürden überspringen": So läuft die Abstimmung beim ESC 2026
Eine wichtige Neuerung gibt es ab diesem Jahr auch bei der Abstimmung: Zunächst siebt eine internationale Fachjury aus den neun Beiträgen sechs Songs aus. Anschließend entscheidet das Publikum aus den verbleibenden top drei Acts über den deutschen Beitrag für das Finale in Wien. Programmdirektor Clemens erläutert: "Wir haben uns aber ganz bewusst gegen eine Parallel-Abstimmung von Jury und Publikum entschieden, weil wir in der ersten Stufe ein aussagekräftiges Stimmungsbild internationaler Expertinnen und Experten aus 20 Ländern aus der Musikbranche haben wollten. […] Wer bei unserem Modus gewinnen will, muss nacheinander zwei Hürden überspringen."
Dadurch solle sichergestellt werden, dass nicht Bekanntheit oder Social-Media-Reichweite über Erfolg und Misserfolg bestimmen, sondern die Qualität von Song und Performance. Schon beim Vorentscheid liege der Fokus stark auf der Inszenierung der Künstler:innen. "Der ESC ist längst kein reiner Musikwettbewerb mehr, sondern ein Show-Wettbewerb", so der SWR-Programmdirektor. Ziel sei es, die Acts visuell und dramaturgisch bestmöglich in Szene zu setzen - ein Vorgeschmack auf den internationalen Auftritt in Wien.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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