Lizenz zum Luxus
So viel verdienten die James-Bond-Schauspieler
Aktualisiert:
von Anna TiefenbacherSean Connery, Pierce Brosnan und Daniel Craig (v.l.) verkörperten mehrfach 007 in den Verfilmungen. Wer war der bestbezahlte James Bond?
Bild: IMAGO/Cinema Publishers Collection/Capital Pictures
Der Name James Bond steht für Action und britische Eleganz - und für garantierte Blockbuster, die an den Kinokassen abräumen. Doch wie lukrativ ist der Job für die 007-Darsteller? So viel vorab: In die Rolle des Agenten zu schlüpfen, hat sich für alle Schauspieler gelohnt - nicht nur finanziell.
Ein paar Runden im Pool mit Panoramablick, die Omega-Uhr übers Handgelenk gestreift und Dom-Pérignon-Champagner zum Lunch: James Bond führt ein Leben der Superlative. Die Filmreihe über den Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten zelebriert den Überfluss. Ihre Helden reisen an die schönsten Orte der Welt und logieren in den schicksten Hotels. Zur exklusiven Welt von 007 passen auch die Millionengagen der Darsteller.
Top secret: Über ihre exakten Gehälter sprechen die Bond‑Darsteller nicht offen. Die Zahlen beruhen deshalb auf Schätzungen. Sie geben jedoch einen guten Eindruck davon, wie sehr sich ein Einsatz als Leinwand-Spion auszahlt. Inflationsbereinigt lassen sich so auch die Honorare aus früheren Jahrzehnten einordnen.
Sean Connery: Die erste Bond-Gage war fünfstellig
Er war der erste 007 und gilt bis heute als der beliebteste: Sean Connery, der Ire mit dem unvergleichlichen Charme. Für "Dr. No" 1962 bekam er 16.000 Dollar - nach heutiger Kaufkraft rund 150.000 Euro. Für seinen sechsten Bond-Film "Diamantenfieber" sei er nur zurückgekehrt, weil man ihn mit einer Vergütung von 1,25 Millionen Dollar gelockt habe, das gab Sean Connery sogar selbst zu. Umgerechnet wären das aktuell mehr als acht Millionen Euro. Doch Connery behielt das Rekordhonorar nicht, sondern steckte es in einen von ihm mitgegründeten Bildungsfonds.
Als Sean Connery 2020 im Alter von 90 Jahren starb, schätzte man sein Gesamtvermögen auf 350 Millionen Dollar, inflationsbereinigt und in Euro umgerechnet gut 400 Millionen. Anders als seine Filmfigur James Bond inszenierte Connery Luxus privat aber kaum als Show, sondern vor allem als Rückzug und Freiheit: Er lebte jahrzehntelang in der abgeschirmten, exklusiven Wohnanlage Lyford Cay auf den Bahamas.
Doku über die Anfänge der Filmreihe:
George Lazenby: Er spielte nur ein Mal den Geheimagenten
Der Australier verkörperte James Bond lediglich eine Mission lang in dem Film "Im Geheimdienst ihrer Majestät", der 1969 in die Kinos kam. Für die Rolle soll Lazenby 80.500 Dollar erhalten haben. Das entspricht einem heutigen Geldwert von 650.000 Euro.
Der Schauspieler war damals 29 Jahre alt (und damit der jüngste aller Bonds) und soll Angebote für weitere Filme abgelehnt haben. Seine Begründung: Er könne sich bei Bond nicht kreativ einbringen und wolle daher lieber andere Schauspielangebote wahrnehmen. Doch die Rechnung ging nicht auf: Der erhoffte Hollywood-Durchbruch blieb aus - und auch die Bond-Dollars waren wenig später verbraucht.
George Lazenby löste Sean Connery 1969 für einen Film als Bond ab.
Bild: IMAGO/Capital Pictures
Roger Moore: siebenmal 007 für 84 Millionen Euro
Bereits vor seinem ersten Einsatz als Spitzenspion war Roger Moore ein Star. Für sein Bond-Debüt "Leben und sterben lassen" (1973) soll er eine Million Dollar erhalten haben - heute wären das etwa acht Millionen Euro. Sieben Abenteuer bestritt er als Geheimagent, für seinen letzten Film "Im Angesicht des Todes" kassierte er 7,5 Millionen Dollar oder inflationsbereinigt rund 20,4 Millionen Euro. Insgesamt verdiente Moore durch James Bond in die heutige Zeit übersetzt etwa 84 Millionen Euro.
Privat zelebrierte der gebürtige Brite, der von 1996 bis zu seinem Tod 2017 in der Schweiz lebte, einen eleganten Lifestyle: Maßanzüge statt Protz, Villen mit Aussicht statt Paläste, Chauffeur statt Sportwagen-Sammlung. Wichtiger als jegliches Prestige war ihm aber immer sein langjähriges Engagement als UNICEF-Sonderbotschafter, für das er 2003 zum Ritter geschlagen wurde.
Roger Moore spielte James Bond zwischen 1973 und 1985 in sieben Filmen.
Bild: IMAGO/Capital Pictures
Timothy Dalton: Fast 20 Millionen Euro Gage
In "Der Hauch des Todes" und "Lizenz zum Töten" spielte Timothy Dalton den MI6-Agenten. Für seinen ersten Auftritt als 007 soll er rund drei Millionen US‑Dollar erhalten haben - inflationsbereinigt entspricht das heute etwa 7,8 Millionen Euro. Beim zweiten Film legte die Gage deutlich zu: Geschätzt fünf Millionen US‑Dollar, was nach heutigem Geldwert rund zwölf Millionen Euro wären.
Timothy Dalton spielt in "Lizenz zum Töten" zum zweiten und letzten Mal den Agenten 007.
Bild: imago images/United Archives
Pierce Brosnan: 71 Millionen Euro
Viermal verkörperte Pierce Brosnan den legendären Geheimagenten. In der doch recht kurzen Spanne steigerte sich sein Verdienst gewaltig: Für seinen ersten Auftritt in "Golden Eye" (1995) soll der irische Darsteller umgerechnet sieben Millionen Euro bekommen haben. Bis zu seinem letzten Bond-Film "Stirb an einem anderen Tag" (2002) wuchs die Gage angeblich auf 27 Millionen Euro. Insgesamt schätzt man, dass Brosnan allein mit den vier Bond-Einsätzen über 70 Millionen Euro verdient hat.
Pierce Brosnan war in vier "James Bond"-Filmen (hier in "Die Welt ist nicht genug") als Titelheld dabei.
Bild: IMAGO/EntertainmentPictures
Das verdiente Daniel Craig als 007
Der jüngste Bond-Darsteller ist mit Abstand der bestbezahlte: Daniel Craig stand fünfmal als Agent 007 vor der Kamera und soll damit laut Branchenberichten mehr als 85 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 73 Millionen Euro) verdient haben.
Für seinen ersten Bond-Film "Casino Royale" soll er eine Gage von 3,2 Millionen Dollar (etwa 2,8 Millionen Euro) erhalten haben. Bei seinem zweiten Einsatz in "Ein Quantum Trost" stieg der Betrag angeblich auf 7,2 Millionen Dollar (etwa 6,2 Millionen Euro).
Mit "Skyfall" erreichte Craigs Gehalt mit schätzungsweise 17 Millionen Dollar (umgerechnet 14,7 Millionen Euro) eine neue Dimension. Die höchste Gage soll der Schauspieler für "Spectre" bekommen haben: 30 Millionen Dollar (knapp 26 Millionen Euro). Daniel Craig verkörperte James Bond im Jahr 2021 zum letzten Mal in "Keine Zeit zu sterben". Das soll ihm 25 Millionen Dollar (21,5 Millionen Euro) eingebracht haben.
Wie Daniel Craig zur Rolle als 007 kam
Dieser Bond-Film war der finanziell erfolgreichste
Unglaubliche 1,1 Milliarden Dollar soll "Skyfall" 2012 eingespielt haben, das entspricht heute etwa 1,4 Milliarden Euro. Dem standen allerdings Produktionskosten von schätzungsweise 130 bis 200 Millionen Dollar gegenüber. Zum Vergleich: Der erste Bond-Film "Dr. No" (1962) kostete in der Produktion nur rund eine Million Dollar und brachte etwa 60 Millionen Dollar ein - vor mehr als 60 Jahren!
Wie es mit der Reihe weitergeht, bleibt offen: Wann kommt der 26. Film in die Kinos? Wer wird der nächste 007? Die Mission läuft - aktuell gilt dafür jedoch weiterhin der Titel der "Moonraker"-Episode von 1979: "Streng geheim"!
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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