"Borchert und die Glut des Bösen"
"Der Zürich-Krimi": So furchteinflößend ist der neue Fall
Aktualisiert:
von teleschauBorchert (Christian Kohlund) empfindet tiefes Mitleid für die Holocaust-Überlebende Rahel Stein (Lena Rothstein).
Bild: ARD Degeto Film/Graf Film/Roland Suso Richter
Zum 24. Mal ermittelt Christian Kohlund als Thomas Borchert in Zürich. Dabei wird der wichtigste Grundsatz des Rechtsanwalts auf eine harte Probe gestellt. Was dich im neuen "Zürich-Krimi" erwartet.
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Der Krimi unter Regie von Roland Suso Richter behandelt ein brisantes und hochaktuelles Thema: Nach einem Brandanschlag auf ein jüdisches Kulturzentrum wird vor Ort eine Leiche gefunden. Judith Stein (Leonille Wittgenstein, Tochter von Schauspielstar Sunnyi Melles) war eine Studentin aus Tel Aviv. In Zürich arbeitete sie an ihrer Dissertation. Von der befreundeten Rabbinerin Rivka Lehmann (Hannah Ley) erfährt Thomas Borchert (Christian Kohlund) Judiths tragische Familiengeschichte: Ihre Großmutter Rahel Stein (Lena Rothstein) hatte als kleines Mädchen als einzige aus der Familie den Holocaust überlebt. Nun muss sie zurück nach Deutschland kommen, um die Leiche ihrer Enkelin zu identifizieren.
Ein düsteres Kapitel der Schweizer Geschichte
Für den Brandanschlag soll Bruno Zumthor (Casper von Bülow) verantwortlich sein. Vor wenigen Wochen hatte der 17-Jährige bereits Hakenkreuze an die Fassade des Kulturzentrums gesprayt. Borcherts Chefin Dominique Kuster (Ina Paule Klink) will den jungen Mann als Anwältin vertreten. Borchert ist außer sich. Auch weil er hört, wie Brunos Mutter (Barbara Sotelsek) ihren Sohn mit fadenscheinigen Argumenten verteidigt. Plötzlich muss der Anwalt seinen eigenen Grundsatz hinterfragen. Dieser sagt: Jeder Beschuldigte hat das Recht auf die bestmögliche Verteidigung - egal, was er oder sie getan hat ...
In dem klugen und erschreckenden Krimi greifen die Drehbuchautorin Catrin Lüth und ihr Ko-Autor Florian Hanig neben zunehmendem Antisemitismus auch ein düsteres Kapitel aus der Schweizer Geschichte auf: Jüdisches Vermögen wurde von Schweizer Banken nach Ende der NS-Zeit veruntreut.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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