Abschied von starken Persönlichkeiten
Diese Stars sind 2026 gestorben: Ihr Tod berührt Millionen
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von Sabine RodenbäckDie Filmwelt nahm Abschied von den Schauspieler:innen (v.l.n.r.) Catherine O'Hara, Eric Dane und James Van Der Beer.
Bild: IMAGO / Avalon.red, IMAGO / ZUMA Press, IMAGO / MediaPunch
Sie waren Helden, Bösewichte, Liebende und Legenden. Mit ihrem Abschied bleiben nicht nur Trauer, sondern auch Erinnerungen: an berührende Geschichten, ikonische Szenen und vertraute Gesichter. Ein Nachruf auf außergewöhnliche Lebenswege und unvergessliche Karrieren.
Mario Adorf († 8. April 2026)
Mario Adorf wurde 95 Jahre alt.
Bild: dts Nachrichtenagentur
Seinen Durchbruch feierte Mario Adorf 1957 mit einer Rolle, von der er sich später distanzierte. In "Nachts, wenn der Teufel kam" spielte er Bruno Lüdke, einen als geistig behindert stigmatisierten Mann, den die Nazis fälschlich als Serienmörder darstellten. Neuere Forschungen legen nahe, dass Lüdke unschuldig war und vom Regime als Sündenbock missbraucht wurde. Als Adorf dies 2018 durch die Recherchen einer Historikerin erfuhr, nannte er es einen Schock, "einem Menschen eine monströse Geschichte gegeben zu haben, die überhaupt nicht stimmt".
In den 1960er-Jahren mimte Adorf Schurken und Revolverhelden, später besetzte ihn Regisseur Volker Schlöndorff als Kolonialwaren-Händler Alfred Matzerath in "Die Blechtrommel" und als Kommissar Beizmenne in "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". "Der große Bellheim", "Rossini" und "Die Affäre Semmeling" gehörten zu seinen größten Erfolgen. Er galt als Dieter Wedels Lieblingsbesetzung für machtvolle, ambivalente Staatsmänner und Unternehmer. Grimme-Preis, Bambi, Goldene Kamera: Adorf bekam sie alle. Ob als Weihnachtsmann, weiser Hausmeister oder gutherziger Fischer: In den 2000er-Jahren war er oft in Rollen zu sehen, die hinter aller Schroffheit Wärme und Menschlichkeit zeigten. In den letzten Jahren zog er sich aus dem Rampenlicht zurück und lebte mit seiner Frau Monique Faye, die er 1968 über Brigitte Bardot kennenlernte, in Saint-Tropez und Paris. In der französischen Hauptstadt starb der Ausnahmekünstler nun im Alter von 95 Jahren nach einer kurzen, schweren Krankheit. Er wollte nie 100 werden, das stellte er in einem seiner letzten Interviews klar. Was bleibt, ist sein Werk: über 200 Rollen, sieben Jahrzehnte Kino und ein Leben, das dem Titel seiner Biografie entsprach: "Es hätte schlimmer kommen können".
Mario Adorfs großes Vermächtnis
In Erinnerung an eine deutsche TV-Legende
Nicholas Brendon († 20. März 2026)
Der US-Schauspieler Nicholas Brendon, bekannt durch seine Rolle in der Kultserie "Buffy - Im Bann der Dämonen", ist im Alter von 54 Jahren gestorben.
Bild: Depositphotos
Nach Angaben seiner Familie starb Nicholas Brendon überraschend im Schlaf eines natürlichen Todes. Bekannt wurde er in den 90er-Jahren mit der Teenie-Serie "Buffy - Im Bann der Dämonen", in der er Xander Harris, den besten Freund von Buffy (Sarah Michelle Gellar), darstellte. Von 1997 bis 2003 war er über sieben Staffeln Teil des Casts. Von 2007 bis 2014 war Brendon außerdem in der Polizeiserie "Criminal Minds" zu sehen. Der in Los Angeles geborene Schauspieler machte später gesundheitliche Probleme öffentlich: 2023 berichtete er in den sozialen Netzwerken von zwei Wirbelsäulenoperationen und einem überstandenen Herzinfarkt. "Buffy"-Co-Star Sarah Michelle Gellar nahm auf Instagram von ihrem Freund Abschied: "Ich weiß, dass du in Frieden bist - dort oben, in diesem großen Schaukelstuhl am Himmel."
Chuck Norris († 19. März 2026)
Chuck Norris ist im Alter von 76 Jahren auf Hawaii gestorben. Kurz zuvor wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert.
Bild: AFF-USA
Kaum eine Figur wurde so konsequent memifiziert wie Chuck Norris. Der Kampfkünstler, Action-Schauspieler und Buch-Autor war ein Phänomen der Popkultur. Während seiner Militärzeit in Südkorea kam Chuck Norris eher zufällig zur Kampfkunst, wo er erstmals mit Tang Soo Do in Kontakt kam. Anfangs trainierte er vor allem, um sich zu verteidigen, stärker zu werden und mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Da er als junger Mann eher schüchtern und unsportlich war, half ihm die Kampfkunst, Disziplin zu entwickeln und gezielt an sich zu arbeiten. Als er Ende der 60er-Jahre eigene Kampfkunstschulen in den USA eröffnete, trainierte er auch bekannte Persönlichkeiten aus Hollywood. Das verschaffte ihm erste Kontakte in die Filmbranche. 1972 feierte er seinen ersten großen Erfolg, als er in "Die Todeskralle schlägt wieder zu" neben Bruce Lee auftrat.
In den 80er-Jahren spielte er fast ausschließlich Actionhelden. In Filmen wie "Missing in Action" oder "Delta Force" mimte Norris Soldaten oder Elitekämpfer, die alleine oder mit wenig Unterstützung gegen ganze Gegnergruppen kämpften. Patriotisch, entschlossen und nahezu unbesiegbar. In den frühen 2000er-Jahren griff das Internet dieses Bild des perfekten Helden auf und steigerte es ins Absurde. Daraus entstanden die sogenannten "Chuck Norris Facts": kurze Witze, die ihn als übermenschliche Figur darstellen, die angeblich Naturgesetze außer Kraft setzt und Unmögliches schafft. An seinem letzten Geburtstag postete Norris selbst in den sozialen Medien ein Boxvideo von sich und sagte in Anlehnung an die legendären Scherze, er werde nicht älter, er steige nur ein Level auf. Sein Tod im Alter von 86 Jahren löste eine Welle von Reaktionen aus, viele davon im typischen Meme-Ton. Ein Satz eines Fans brachte es auf den Punkt: "Chuck Norris stirbt nicht. Er entscheidet, wann er geht."
Eine seiner letzten Rollen spielte Chuck 2020 in "Hawaii Five-0"
Carrie Anne Fleming († 26. Februar 2026)
Jim Beaver und Carrie Anne Fleming in einer Szene von "Supernatural".
Bild: Everett Collection
Die kanadische Schauspielerin Carrie Anne Fleming ist im Alter von 51 Jahren an Brustkrebs gestorben. Ihr Tod wurde am 23. März bekanntgegeben. Ihr Kollege Jim Beaver, mit dem sie in "Supernatural" vor der Kamera stand, veröffentlichte die Nachricht auf Facebook und bestätigte gegenüber "Variety", dass Fleming bereits am 26. Februar 2026 in British Columbia verstarb. Beaver beschrieb Carrie Anne Fleming in seinem Post als "Seelenverwandte". Schon bei ihrem ersten Treffen am Set von "Supernatural" entdeckten sie eine ungewöhnliche Gemeinsamkeit: Beide hatten eine Tochter mit dem Namen Madeline Rose. Für Beaver war das der Anfang einer engen, "wunderbaren Freundschaft". Fleming spielte in nur drei Folgen seine Ehefrau. Eine weitere große Rolle hatte sie als Candy Baker in "iZombie". Auch in zahlreichen Serien war die Schauspielerin zu sehen, darunter "Supergirl", "Continuum", "Smallville", "The L Word", "The 4400" und "Stargate SG-1".
In Erinnerung an Carrie Anne Fleming
Eric Dane († 19. Februar 2026)
Eric Dane in seiner Netflix-Dokumentation "Famous Last Words" 2026.
Bild: ZUMA Press
Seinen Durchbruch erlebte Eric Dane erst 2006 mit Mitte dreißig, als er in "Grey's Anatomy" einstieg und zu einer der beliebtesten Figuren der Serie wurde. Nach seinem Ausstieg 2012 - seine Figur Mark Sloan stirbt nach sechs Jahren am Ende der achten Staffel infolge eines Flugzeugabsturzes - verlagerte sich seine Arbeit auf andere Fernsehformate: In "The Last Ship" spielte er von 2014 bis 2018 die Hauptrolle als Navy-Offizier Tom Chandler, später übernahm er in "Euphoria" (ab 2019) die Rolle des Familien-Patriarchen Cal Jacobs. In "X-Men: Der letzte Widerstand" übernahm er die Darstellung des Mutanten Multiple Man. Zudem wirkte er in Filmen wie "Marley & Ich", "Valentinstag" und zuletzt in "Bad Boys: Ride or Die" mit.
Schon während der Dreharbeiten zu "Grey’s Anatomy" 2011 ließ sich Dane wegen einer Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln behandeln, die er nach einer Verletzung eingenommen hatte. 2017 unterbrach er die Dreharbeiten zu "The Last Ship" für mehrere Wochen wegen einer depressiven Episode. Seine Ehe mit Rebecca Gayheart, mit der er zwei Töchter hat, wurde 2018 geschieden.
Im April 2025 machte Eric Dane die Diagnose ALS öffentlich. Die Krankheit führt zu fortschreitendem Verlust der Muskeln, die notwendig sind, um zu gehen, zu sprechen und zu atmen. Dane wollte dennoch weiterhin vor der Kamera arbeiten, musste allerdings aufgrund des schnell fortschreitenden Verlaufs seiner Krankheit Projekte wie eine filmische Reunion mit Patrick Dempsey absagen. Wenige Monate vor seinem Tod wandte sich der 53-jährige Schauspieler in einer knapp einstündigen Doku "Famous Last Words" an seine beiden Töchter Billie und Georgia. Aufgezeichnet im November und zur posthumen Ausstrahlung bestimmt, erschien sie am 20. Februar, einen Tag nach seinem Tod. Die beiden Teenager sollten "im Jetzt" leben und jeden Moment genießen. Sie sollten ihre Liebe für etwas entdecken, das ihre Leidenschaft weckt und Freude bereitet, so Dane.
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Robert Duvall († 15. Februar 2026)
Mit Robert Duvall ist einer der größten Charakterdarsteller Hollywoods gestorben. Der US-Schauspieler wurde 95 Jahre alt. Wie seine vierte Ehefrau Luciana mitteilte, sei er am Sonntag "friedlich zu Hause eingeschlafen." Unvergessen bleibt er als Mafiaberater Tom Hagen in "Der Pate" sowie als Oberstleutnant Kilgore in "Apocalypse Now". Insgesamt wurde er siebenmal für den Oscar nominiert. 1984 gewann er ihn als bester Hauptdarsteller für "Tender Mercies" ("Comeback der Liebe"). Über Jahrzehnte hinweg verkörperte Duvall Männer mit Brüchen: Autoritätsfiguren, Einzelgänger, Getriebene. Dabei stellte er nie sich selbst, sondern immer die Figur in den Mittelpunkt. Dennoch hatte er Prinzipien: Duvall kehrte nicht für "Der Pate III" zurück, weil er sich unterbezahlt fühlte im Vergleich zu Al Pacino - ein seltener offener Gehaltsstreit in Hollywood. Robert Duvall war ein außergewöhnlicher Künstler, der als unterschätzte Größe des amerikanischen Kinos gilt.
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James Van Der Beek († 11. Februar 2026)
James Van Der Beek in seiner letzten Filmrolle als der manipulative Pastor Jacob in "The Gates" (2026).
Bild: Landmark Media
Mit 48 Jahren starb der Schauspieler an Darmkrebs. Im November 2024 machte er seine Diagnose im "People Magazin" öffentlich, die er bereits im August 2023 bekam. Besonders tragisch: Van Der Beek war Vater von sechs Kindern. Als sensibler und unsicherer Dawson Leery wurde er in der Teenie-Serie "Dawson's Creek" 1998 berühmt. Eine Rolle, die ewig mit ihm verbunden sein würde, ihn aber nicht reich machte. 2012 beklagte er gegenüber TODAY.com: "Es gab keine Einnahmen aus Wiederholungen. Ich war 20. Es war ein schlechter Vertrag. Ich habe daraus fast nichts gesehen." Während seiner berühmtesten Hauptrolle drehte James Van Der Beek parallel Filme wie "Varsity Blues", "Scary Movie" und "The Rules of Attraction". Nach dem Serienende blieb der große Kinoerfolg aus, stattdessen etablierte er sich mit regelmäßigen TV-Engagements, u. a. in "Don't Trust the B---- in Apartment 23" und "CSI: Cyber".
Nach seinem Tod im Februar starteten Freund:innen eine Spendenkampagne, die innerhalb weniger Stunden bereits rund eine Million Dollar einbrachte. Das Familienvermögen galt als weitgehend aufgebraucht, vor allem durch die hohen Kosten der Krebsbehandlung. Die Van Der Beeks leben auf einer Ranch in Texas, fern von Hollywood und weit entfernt von der Ostküsten-Idylle, die einst "Dawson's Creek" prägte.
Catherine O'Hara († 30. Januar 2026)
Die kanadische Schauspielerin Catherine O'Hara starb in einem Krankenhaus in Kalifornien.
Bild: Imago Images / ABACAPRESS
Ganz Hollywood trauerte. Wer mit Catherine O'Hara arbeitete, schwärmte von ihrer Warmherzigkeit, Intelligenz und ihrem Witz. Der Schauspieler, Comedian und Lebensgefährte von Meryl Streep, Martin Short, bezeichnete sie in einer Show, die er nach ihrem Tod gemeinsam mit Steve Martin aufzeichnete, als "liebenswertesten Engel". Jenna Ortega, mit der sie in "Beetlejuice Beetlejuice" spielte, schrieb auf Instagram: "Catherine ist einer der wunderbarsten Menschen, mit denen ich je arbeiten und die ich kennenlernen durfte." Herzzerreißend der Post von Filmsohn Macaulay Culkin ("Kevin - Allein zu Haus", 1990): "Mama. Ich dachte, wir hätten Zeit. (…) Ich liebe dich. Wir sehen uns später."
O'Hara war ein Multitalent. Als Drehbuchautorin war sie Ende der 70er-Jahre für das kanadische Sketch-Format "SCTV" erfolgreich, bevor sie als exzentrische Delia Deetz in Tim Burtons Beetlejuice (1988) als Schauspielerin durchstartete. In der Benefiz-Band "Northern Lights" sang sie den Song "Tears Are Not Enough" für die Hungerhilfe in Afrika ein. Es folgten gefeierte Auftritte in Christopher Guests Impro-Komödien "Best in Show und A Mighty Wind", in denen sie ihr außergewöhnliches Gespür für groteske Figuren und feinen Humor zeigte. Unvergessen bleibt auch ihre Rolle als Moira Rose in der Comedyserie "Schitt's Creek", für die sie mit einem Emmy und einem Golden Globe ausgezeichnet wurde.
Die Schauspielerin lebte zurückgezogen in Los Angeles. Seit über drei Jahrzehnten war sie mit dem Produktionsdesigner Bo Welch verheiratet, mit dem sie zwei Söhne hatte. Ende Januar 2026 starb die 71-Jährige an einer Lungenembolie, ausgelöst durch Enddarmkrebs.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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