Zwischen Kuchen und Weißwein
Happy Hour mit Matthew McConaughey: Ein Hollywood-Moment, den ich nie vergessen werde
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von Silke BurmeisterDas etwas andere Interview. Warum ein Dreh mit Matthew McConaughey 2014 unsere Hollywood-Redakteurin Silke Burmeister (l.) bis heute beeindruckt.
Bild: Silke Burmeister
Journalistin Silke Burmeister lebt und arbeitet seit Jahren in Los Angeles. Unter all den vielen Star-Interaktionen gibt's da aber ein Treffen, das ihr bis heute besonders im Gedächtnis geblieben ist.
Mein "McConaughey-Date"
Es gibt diese Drehs, die vergisst man nicht, obwohl man zehn Jahre später gar nicht mehr genau sagen kann, worüber man im Detail gesprochen hat. Was bleibt, ist das Gefühl. Und das war in diesem Fall ziemlich besonders.
Es war ein Nachmittag mit OSCAR®-Gewinner Matthew McConaughey in Beverly Hills. Ich nenne es bis heute gern mein "McConaughey-Date": Wir saßen an einer Bar, eine Flasche Weißwein zwischen uns, haben gesprochen, zwischendurch seinen Geburtstagskuchen gegessen, während seine Frau nebenan im Restaurant auf ihn wartete. Also ja, streng genommen kein Date. 😉
Mit Friseur-Tipps zum Erfolg
Rückblick ins Jahr 2014: das Jahr, in dem Matthew McConaughey seinen Oscar für "Dallas Buyers Club" gewann. Für den Film hatte der einstige Rom-Com-Star extrem abgenommen und sich als Schauspieler noch einmal komplett neu erfunden. An dem Tag unseres Treffens hatte er gerade seinen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame bekommen. Mehr geht in Hollywood kaum.
Deshalb habe ich ihn damals zu einem exklusiven TV-Interview getroffen. Nicht nur für einen schnellen Slot: wenige Minuten, ein paar kurze Fragen, fertig. Dieses Mal standen 30 Minuten auf dem Plan, und daraus wurde am Ende über eine Stunde. Ob es am Vino lag, an der Atmosphäre oder daran, dass Matthews PR-Frau direkt nach meinem Friseur gefragt hat, schwer zu sagen. Aber genau solche kleinen Small-Talk-Momente lockern alles auf.
Auf einen Vino mit Matthew McConaughey
Als der schwarze SUV samt Chauffeur dann bei der Location vorfuhr, stand ich bereit zur Begrüßung, Matthew McConaughey lächelte, sagte "one second", ging ums Auto herum und half seiner Frau Camila Alves aus dem Wagen. In dem Moment verstand ich den Hype.
Vor seiner Ankunft hatte ich bereits eine wichtige Sache geklärt: Was trinkt er? Die Antwort: Weißwein. Perfekt, mag ich auch. Die Flasche stand schon kalt im Eiskübel, die Gläser bereit, mein Kamerateam positioniert. Matthew kam rein, mit Camila an der Hand, beide sagten freundlich "Hello", und sie verschwand Richtung Restaurant. Dort waren bereits Freunde und Kollegen, die später mit ihm feiern wollten.
Der OSCARS®-Gewinner folgte mir an die Bar, mit diesem typischen Grinsen. Er trug einen grau-silbernen Anzug mit weißem Hemd und Weste. Très chic. Matthew McConaughey setzte sich, schaute auf die Flasche, nahm zwei Gläser und fragte mich: "You will have some?"
"Oh yeah, I’d love some." Ich schenkte ein: "Cheers"! Und ab diesem Moment war mir klar, das hier wird kein typisches Interview.
Was macht man eigentlich mit einer OSCAR®-Statue?
Man hat ihm angesehen, dass er den Tag genoss. Er meinte zu mir, er hätte nie gedacht, einmal diesen Ehrenpreis zu bekommen. Rund um seinen Walk-of-Fame-Stern in Hollywood drehte sich an diesem Nachmittag gefühlt alles um ihn. Viele US-Medien sprachen sogar vom "McConaughey Day". Er erzählte das fast ein bisschen ungläubig, als würde ihn dieser ganze Rummel selbst überraschen.
Ich fragte ihn, was sich seitdem verändert hat.
"Seitdem werde ich immer so vorgestellt: OSCAR®-Gewinner Matthew McConaughey", sagte er und schmunzelte leicht. "Und manche nennen mich jetzt einfach nur noch McConaughey. So haben mich früher meine engen Freunde genannt." Mir ist spontan rausgerutscht: "Kann ich dich ab jetzt auch so nennen?". "Ja klar!", kam sofort zurück.
Also saß ich da und sagte irgendwann: "Hey McConaughey, wie hast du deinen OSCAR® gefeiert?" Er erzählte, dass er und Camila nach der Verleihung und den After-Partys einfach weitergemacht haben, zu zweit bis elf Uhr morgens: "Just us two".
Später im Gespräch wollte ich wissen, wo der begehrte Goldjunge heute steht. Bei ihm zu Hause in Malibu, oben auf einem Regal. Sichtbar, aber nicht in Szene gesetzt. "Unser Ältester [damals sechs Jahre alt] darf auch mal damit spielen, er lässt inzwischen nichts mehr fallen", meinte er.
Oscar, Geburtstag und ein Stern auf dem "Walk of Fame": Für den Schauspieler Matthew McConaughey (r.) gab es bei dem Interview mit Journalistin Silke Burmeister (l.) 2014 einiges zu feiern.
Bild: santi_stock-adobe.com; Silke Burmeister
Verspäteter Geburtstagskuchen
Zum Abschluss gab’s noch eine Überraschung für Matthew. Zwei Wochen zuvor hatte er seinen 45. Geburtstag gefeiert, also haben wir bei Starkoch Wolfgang Puck einen Geburtstagskuchen bestellt. Oben drauf: ein pinkfarbener Stern wie sein Stern auf dem Walk of Fame. Serviert wurde er auf einer schweren Glasplatte. Als ich ihn zur Bar trug, rief Matthew sofort: "Don’t drop it." Das ganze Team musste lachen, ich habe den Kuchen aber tatsächlich heil zur Bar gebracht.
Der Hollywood-Schauspieler hielt kurz inne, pustete die Kerzen aus und sagte, dass sich das alles gerade ziemlich surreal anfühlt: ein Stern, ein eigener Ehrentag, dieser ganze Moment. Dann schnitt er den Kuchen an, nahm sich ein Stück und schob mir ebenfalls eins rüber.
Wir beendeten das Gespräch mit vollem Mund und ich dachte nur: Was für ein Nachmittag. Weißwein und Kuchen mit einem Typen, der zufällig einer der größten Stars der Welt ist.
Mein liebster Hollywood-Moment
Gut zehn Jahre später denke ich gern an diesen Dreh zurück. Matthew McConaughey gehört bis heute zu meinen liebsten Interviewpartnern. Und dass Camila weiterhin an seiner Seite ist, spricht wohl für sich.
Matthew McConaughey auf Joyn
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Matthew McConaughey als Drogenboss
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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