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"Hasse das Bild"

Karoline Herfurth: Die Schauspielerin rechnet mit dem Mythos "Powerfrau" ab

Veröffentlicht:

von Julia W.

"Powerfrau"? Das geht gar nicht: Karoline Herfurth kritisiert das aktuelle Frauenbild.

Bild: Imago Images / APress


Karoline Herfurth findet im Podcast mit Barbara Schöneberger klare Worte zum gesellschaftlichen Druck, dem Frauen ausgesetzt sind: Die Idee der "Powerfrau", die einfach alles schafft, sei ein Mythos.

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Karoline Herfurth zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Schauspielerinnen Deutschlands. Mit Filmen wie "Mädchen, Mädchen", "Fack ju Göhte" oder jüngst "Wunderschöner" feierte die 42-Jährige große Erfolge.

Doch Herfurth ist nicht nur Schauspielerin und Regisseurin: Mit ihrem Mann Christopher Doll hat sie zwei Kinder - sie kennt daher die Herausforderungen, mit denen heute viele Frauen konfrontiert sind.

"Ich hasse das Bild von dieser Powerfrau"

Im Podcast "Mit den Waffeln einer Frau" von Barbara Schöneberger sprach Herfurth Anfang Juli daher offen über das moderne Frauenbild und sparte dabei nicht mit Kritik.

Auf Schönebergers Frage, ob Frauen heute unter besonderem Druck stünden, antwortete sie prompt: "Ja, ja, ja, auf jeden Fall. Ich hasse das Bild von dieser Powerfrau, die alles unter den Hut kriegt", sagte die Schauspielerin und ergänzte: "Ich finde, das ist eine Zumutung. Es ist gar nicht möglich."


Nach Einschätzung der 42-Jährigen steige der gesellschaftliche Druck weiter - doch statt immer höherer Erwartungen an Frauen zu stellen, müsse sich vielmehr die Arbeitswelt grundlegend verändern. "Man sollte anfangen, über eine Arbeitswelt nachzudenken, die vielleicht für mehrere gut ist und nicht nur für wenige", fordert Herfurth.

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"Das ist ja absurd"

Was Herfurth vor allem unter den Nägeln brennt, geht jedoch noch tiefer. "Warum ist es immer noch so, dass für Frauen Kinder zu kriegen bedeutet, existenziell abhängig zu werden?", fragt sie.

Tatsächlich leisten Frauen nach Daten des Statistischen Bundesamtes 44,3 Prozent mehr unbezahlte Arbeit in Haushalt und Familie als Männer, weshalb Frauen deutlich häufiger in Teilzeitjobs arbeiten. Die Folgen: geringere Einkommen, geringere Rente  - und eine finanzielle Abhängigkeit vom Partner oder der Partnerin.

Das ist ja absurd. Und das kann man definitiv umbauen.

Karoline Herfurth in "Waffeln einer Frau"

Ändern ließe sich das etwa, indem Care-Arbeit gesellschaftlich stärker anerkannt würde. Viele Frauen hätten etwa durch Pflege und Haushalt statistisch betrachtet eine 96-Stunden-Woche, stellt Herfurth klar. "Care-Arbeit muss entlohnt werden, weil keine Gesellschaft ohne sie leben kann", sagt die Schauspielerin. "Dass das immer umsonst passiert, ist einfach indiskutabel."

Karoline Herfurt struggelt mit der Work-Life-Balance

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Karoline Herfurth so deutlich zum Mythos "Powerfrau" und den gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen äußert. In einem früheren Interview mit "Watson" kritisierte die Schauspielerin 2024, dass die Filmbranche familienunfreundlich sei. Beruf und Familie zu vereinbaren gehe "auf jeden Fall nur mit Hilfe".

"Ich struggle schon zwischen der Balance aus Privatleben und Berufsleben", gab sie zu. Für sie sei es eine Erleichterung gewesen zu verstehen, dass es alleine nicht zu schaffen ist. Das Bild der Powerfrau sei daher eine irreführende Illusion. "Ich glaube da nicht dran."

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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