Österreichischer TV-Star
"Sternstunde der Mörder"-Star Nicholas Ofczarek über seine Kindheit: "Ich hatte Angst, dass meine Eltern nie mehr nach Hause kommen"
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von teleschauTreibt ihn das schlechte Gewissen zum Äußersten? Nicholas Ofczarek als Gestapo-Beamter Erwin Buback in der Miniserie "Sternstunde der Mörder".
Bild: ARD Degeto Film/NDR/Servus TV/Canal+Austria/HR/Zeitgeist Filmproduktion/EPO-Film/Petro Domenigg
Er hatte schon mit 23 Hauptrollen am Theater, jetzt ist er als undurchsichtiger Gestapo-Offizier zu sehen: Nicholas Ofczarek ist immer gefragt, wenn es um Rollen mit Tiefgang geht. Aber er kann auch "Räuber Hotzenplotz". Der gebürtige Wiener im Porträt.
"Ich habe diese Zeit nicht erlebt, aber sie ist ja in uns drinnen", sagte Nicholas Ofczarek vor einem Jahr in einem Interview mit der Zeitung "Krone". "Wir treten damit ein bisschen in die Fußstapfen unserer Großeltern." Der Schauspieler meint damit seine Rolle in der Miniserie "Sternstunde der Mörder", die im April 1945 in Prag spielt. Er verkörpert darin den Gestapo-Beamten Erwin Buback, der die Machenschaften der Geheimpolizei zunehmend infrage stellt. Der Vierteiler wird am 3. April am Stück ausgestrahlt.
Ein Gestapo-Offizier im Jahr 1945: eigentlich ein klassischer "Böser". Dennoch fand es Ofczarek wichtig, die Rolle widersprüchlich zu spielen, betonte er in der "Krone". "Ich glaube stark an die Grauzonen." Für ihn sei "Sternstunde der Mörder" ein "Krimi im historischen Gewand, der nicht alles erklären muss, aber unterhalten soll". Dem "Zuschauer was zu überlassen", sei eine große Kunst.

"Sternstunde der Mörder" im Livestream
Nicholas Ofczareks Kindheit: "Ich hatte Angst, dass meine Eltern nie mehr nach Hause kommen"
Dass Nicholas Ofczarek einmal Darsteller werden würde, stand relativ früh fest. Im Mai 1971 als Sohn der Opernsänger Klaus und Roberta Ofczarek geboren, stellten seine Eltern bald fest, dass er für das Schauspiel mehr Talent als fürs Singen zeige. Sie wussten offenbar, wovon sie sprachen, denn schon mit 23 hatte Nicholas in der freien Wiener Theaterszene erste Hauptrollen.
Seine Kindheit war indes eher ein Wechselbad der Gefühle. "Meine Eltern waren keine exzentrischen Künstler, sondern sehr liebevoll im Umgang mit mir. Aber dieses ständige Umziehen machte mir zu schaffen. Noch dazu war ich das einzige Kind", erinnerte sich der Darsteller 2015 im Magazin "Profil". Ortswechsel zwischen Deutschland, der Schweiz und Österreich mit immer neuen Freunden und neuen Schulen waren für ihn Normalität.
Damit verknüpft war bisweilen die Sorge, verlassen zu werden. "Ich hatte Angst, dass meine Eltern nie mehr nach Hause kommen", verriet er 2013 im ORF. "Sie sind nach den Vorstellungen selten gleich nach Hause gekommen. Die Angst hat sich erst gelegt, als ich mit zehn einen Hund bekam."
Über das Theater kam Nicholas Ofczarek zum Film
Mit einer Rolle im Dritten Reich war der Wiener schon 2001 in Berührung gekommen. Nach zahlreichen erfolgreichen Theater-Engagements und ersten Serienrollen in "Kommissar Rex" und "Medicopter 117" spielte er 2001 im US-Kinofilm "Uprising - Der Aufstand" mit. Die Produktion mit Stars wie Donald Sutherland und US-Sitcom-Legende David Schwimmer ("Friends") spielt im Warschauer Getto während der Nazi-Okkupation.
Weitere Rollen waren unter anderem die des Falco-Entdeckers Markus Spiegel im Film "Falco - Verdammt, wir leben noch!" aus dem Jahr 2008 oder als Discobesitzer Richard Pfeisinger in der ORF-Serie "Braunschlag" (2012). Seine Vielseitigkeit bewies der Darsteller 2021 in der Mini-Serie "Die Ibiza Affäre" als Privatdetektiv Julian Hessenthaler sowie 2022 als Hauptfigur in "Der Räuber Hotzenplotz".
Hervorzuheben ist zudem Ofczareks Part in der deutsch-österreichischen Krimiserie "Der Pass". Die Produktion, die es mittlerweile auf drei Staffeln bringt, gewann eine Reihe wichtiger TV-Auszeichnungen - von Grimme-Preis über die Romy bis zur Goldenen Kamera. Ofczarek verkörpert darin den grimmigen österreichischen Kriminaler Gedeon Winter, der an der Seite seiner deutschen Kollegin Ellie Stocker (Julia Jentsch) Serienmörder im Grenzgebiet jagt.
NIcolas Ofczarek war "einen halben Tag Kellner" - und fand es "furchtbar"
Trotz seiner Popularität, vor allem in Österreich, schaut Nicholas Ofczarek realistisch auf seine Karriere. "Es war nie mein primäres Ziel, bekannt zu werden. Das geht zwar mit dem Beruf einher, ist aber nur eine Zeiterscheinung", betonte er 2014 in einem Interview mit "Seitenblicke". Andere Jobs habe er indes nie gehabt. "Ich bin mit 18 an die Schauspielschule, mit 21 war ich fertig. Ich war einmal einen halben Tag lang Kellner bei der Eröffnung eines Lokals von einem Freund meines Vaters. Ich fand es furchtbar", gesteht er.
Auch durch die Karriere seiner Eltern lernte er früh, dass Erfolg flüchtig sein kann. Das hat den gebürtigen Wiener geprägt. "Die Angst ist mein ständiger Begleiter", verriet Ofczarek 2014 in "Profil". Sie sei manchmal richtig unerträglich: "Aber ich hab sie trotzdem. Ich kann sie einfach nicht abschaffen."
Diese Angst führte vielleicht auch dazu, dass der Schauspieler vor gut zehn Jahren über seine Grenzen ging. Der unter extremem Zeitdruck abgespulte Dreh der Serie "Bösterreich" brachte ihn "bis zum Anschlag und darüber hinaus". Mehr als ein halbes Jahr lang zog er sich danach zurück, unterzog sich einer Psychotherapie.
Nicholas Ofczarek privat: Teakwondo und glückliche Beziehung
Zum Ausgleich betreibt der Schauspieler gerne die Kampfsportart Taekwondo. "Es ist eine super Sportart, die den ganzen Körper trainiert", betonte er 2014 in "Seitenblicke". Auch seine Frau, die Schauspielerin Tamara Metelka, betreibe diesen Sport.
Beim Sport lernten die beiden sich auch vor Jahren kennen: bei einem Bundesligaspiel des Fußballclubs Rapid Wien. Er war 17, und sie war die Freundin seines besten Freundes. Erst etwa acht Jahre später verliebten sich die beiden, 1997 folgte die Hochzeit. Die beiden haben eine erwachsene Tochter. "Mir war noch nie fad mit meiner Frau", erklärte Nicholas Ofczarek vor Jahren im "Kurier". Warum? "Man muss halt aufeinander und auf Kompromisse eingehen. Klar. Von selber tut es sich nicht."
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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