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Abschied von Claudia Strauss

Bettina Zimmermann über "Ein Fall für zwei"-Aus und die Probleme der TV-Branche

Veröffentlicht:

von Johanna Beißel

Bettina Zimmermann spielt seit 2015 Claudia Strauss in "Ein Fall für zwei". Bald ist damit aber Schluss.

Bild: Sven Simon


Seit mehr als einem Jahrzehnt gehört Bettina Zimmermann als Staatsanwältin Claudia Strauss zu "Ein Fall für zwei". Doch das Ende des ZDF-Krimis steht bereits fest. Jetzt spricht die Schauspielerin über den Abschied von ihrer Rolle - und darüber, warum sie die aktuelle Entwicklung in der deutschen Film- und Fernsehbranche mit Sorge betrachtet.

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Aus für ZDF-Serie: Bettina Zimmermann über das Ende von "Ein Fall für zwei"

Mehr als vier Jahrzehnte lang gehörte "Ein Fall für zwei" zum deutschen Fernsehen. Seit 1981 lösten unterschiedliche Ermittler-Duos ihre Fälle, seit 2014 stehen Rechtsanwalt Benjamin Hornberg (Antoine Monot Jr.) und Privatdetektiv Leo Oswald (Wanja Mues) im Mittelpunkt. Bettina Zimmermann ist seit 2015 als Staatsanwältin Claudia Strauss Teil des Teams.

Nun nähert sich die Krimireihe ihrem Ende. Seit dem 11. September läuft die vorletzte Staffel mit vier neuen Folgen. Auch die Episoden der abschließenden Staffel sind bereits abgedreht. Ganz vorbei sind die Dreharbeiten damit allerdings noch nicht: Zum Abschied ist zusätzlich ein 90-minütiger Film geplant, der erst im kommenden Jahr entstehen soll, verrät Zimmermann im Interview mit "web.de".

Und dann ist 'Ein Fall für zwei' Geschichte.

Bettina Zimmermann

Dabei endet für Zimmermann eine ungewöhnliche Zusammenarbeit. Denn obwohl sie und Wanja Mues seit elf Jahren gemeinsam für die Serie drehen, begegnen sich ihre Figuren fast nie. "Immer wenn meine Arbeit beginnt, hat Leo den Tatort bereits verlassen", erklärt sie gegenüber "web.de" lachend. Eine Ausnahme gab es allerdings: Leo war einmal Claudias Zufalls-Date.

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Darum hat sich der ZDF-Krimi so lange gehalten

Ein Grund für den langjährigen Erfolg liegt für Bettina Zimmermann in der besonderen Mischung der Fälle. Die Geschichten seien überraschend gewesen, ohne dabei zu konstruiert zu wirken. Gleichzeitig habe die Reihe aktuelle gesellschaftliche Themen aufgegriffen und sich immer wieder weiterentwickelt.

Auch der große Besetzungswechsel habe funktioniert. Wanja Mues und Antoine Monot Jr. seien vom Publikum schnell angenommen worden - für Zimmermann keineswegs selbstverständlich bei einer Serie, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahrzehnten etabliert war. Auch nach dem "Ein Fall für zwei"-Aus haben Mues und Monot übrigens ein gemeinsames Projekt.

Zimmermann bedauert, dass nun Schluss mit der ZDF-Serie ist. Denn auch bei Themen wie Diversität und zeitgemäßer Besetzung sei "Ein Fall für zwei" ihrer Ansicht nach vergleichsweise früh neue Wege gegangen.

Auch bei ihrer eigenen Figur war Zimmermann wichtig, nicht nur die Staatsanwältin zu zeigen. Claudia Strauss sei nahbar und habe neben ihrem Job auch als alleinerziehende Mutter immer wieder mit Herausforderungen zu kämpfen.

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Bettina Zimmermann sieht die deutsche Filmbranche unter Druck

Mit dem Serien-Aus stellt sich für Bettina Zimmermann auch die Frage nach neuen Projekten. Die derzeitige Situation beurteilt sie kritisch: "Unserer Filmbranche geht es nicht gut", sagt die Schauspielerin.

Weniger Geld und mehr Bürokratie sorgten ihrer Einschätzung nach dafür, dass weniger gedreht werde. "Alles ist irgendwie teurer, aufwendiger und bürokratischer geworden." Gleichzeitig würden Produktionen zunehmend ins Ausland ausweichen, etwa nach Tschechien oder Polen.

Und noch eine Entwicklung sorgt bei Zimmermann für Unsicherheit: künstliche Intelligenz.

KI könnte vor allem Synchronsprecher:innen treffen

Welche Folgen KI für die Branche haben wird, ist noch offen. Zimmermann warnt jedoch: "Generell birgt die KI aber die Gefahr, dass Jobs wegfallen. Die Sprecherinnen und Sprecher sind im Moment natürlich besonders aufgeregt." Schon nach einer Folge sei genügend Sprachmaterial für die KI vorhanden, um Stimmen künstlich nachbilden zu können.

Übrigens: Auch beim "Bergdoktor" und "Bergretter" soll künftig mehr KI zum Einsatz kommen.

Doch KI ist für sie nicht die einzige Herausforderung. Kritisch sieht sie auch den Wunsch, Produktionen immer jünger zu besetzen. Dabei gehe es ihr keineswegs darum, auf moderne Inhalte zu verzichten.

"So spricht doch kein Mensch": Zimmermann fordert modernere Geschichten

Gerade Zuschauer:innen zwischen Mitte 40 und Ende 60 dürften ihrer Ansicht nach nicht mit dem Publikum derselben Altersgruppe vor 20 Jahren gleichgesetzt werden. Modernität bedeute für sie deshalb vor allem, Geschichten anders und zeitgemäßer zu erzählen.

Dabei gehe es insbesondere um die Erzählweise. Dialoge in älteren Filmen wirkten auf sie teilweise so hölzern, dass sie denke: "So spricht doch kein Mensch." Zwar habe sich bereits einiges verbessert, dennoch könnten die Geschichten ihrer Meinung nach "noch mutiger und vielfältiger sein". "Ein Fall für zwei" sei in dieser Hinsicht schon früh modern und divers gewesen. "Umso mehr finde ich es schade, dass bald Schluss ist", sagt sie im Interview mit "web.de".

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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