Kampf gegen Vorurteile

Lilian Klebow: "SOKO Wien"-Star spricht über Ausgrenzung in einer männerdominierten Filmbranche

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von C3 Newsroom

Lilian Klebow spielt in der ZDF-Krimiserie "SOKO Wien" Chefinspektorin Penny Lanz.

Bild: ZDF und Petro Domenigg


Seit fast zwei Jahrzehnten prägt Lilian Klebow die Serie "SOKO Wien" als Chefinspektorin Penny Lanz. Im Interview spricht sie über ihre Herausforderungen in der Filmbranche, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Veränderungen für Frauen in der TV-Welt.

Lilian Klebow, bekannt als Chefinspektorin Penny Lanz aus der ZDF-Krimiserie "SOKO Wien", gehört zu den prägenden Gesichtern der deutschsprachigen Fernsehlandschaft. Seit mittlerweile 20 Jahren steht sie für die beliebte Serie vor der Kamera und verkörpert eine starke Frauenrolle, die sich gegen gesellschaftliche Stigmata behauptet. Anlässlich des Starts der 20. Staffel, die ab dem 23. Januar wöchentlich ausgestrahlt wird, sprach die Schauspielerin im Interview mit "teleschau" über ihre Karriere, Herausforderungen als berufstätige Mutter und die Entwicklungen in der Filmbranche.

Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin engagiert sich die zweifache Mutter vielseitig - als Musikerin, Autorin und Ehrenbotschafterin für das Jane-Goodall-Institut. Ihre Serienrolle Penny Lanz sei für sie sowohl beruflich als auch privat ein stetiger Begleiter gewesen. "Ich bin der 'SOKO Wien' sehr dankbar - sie hat mir ermöglicht, Mama zu sein und meinen Kindern eine stabile Umgebung zu bieten", betont Klebow. Trotz eines straffen Drehplans habe sie gelernt, den Alltag bestmöglich zu organisieren und dabei die Bedürfnisse ihrer Kinder nicht aus den Augen zu verlieren.


Herausforderungen in einer männerdominierten Branche

Die Schauspielerin berichtet gegenüber "teleschau" auch von den Schwierigkeiten, sich in einer männlich geprägten Film- und Fernsehbranche durchzusetzen. "Ich bin sehr gleichberechtigt aufgewachsen, doch am Set merkte ich oft: Okay, ich bin jetzt die einzige Frau hier. Obwohl ich genauso schlagfertig und präsent war, gehörte ich irgendwie nie ganz dazu. Das war eine Form von Ausgrenzung", erklärt Klebow. Besonders herausfordernd sei es gewesen, respektiert zu werden, ohne dabei in stereotype Rollenbilder zu verfallen. Ansagen wie "Schöne sind nicht lustig" oder "Du bist zu gesund aussehend für diese Rolle" hätten sie während ihrer Karriere begleitet.

Doch die Branche habe sich verändert. Klebow hebt hervor, dass Frauen heute viel häufiger Missstände thematisieren und sich gegen veraltete Schönheitsideale wehren. Sie verweist auf Beispiele wie Kate Winslet in "Mare Of Easttown" und lobt die Entwicklung hin zu ungeschönten Frauenrollen. Auch in "SOKO Wien" sei der Wandel spürbar: Die High Heels und engen Röcke seien mittlerweile verschwunden, stattdessen stehe die Stärke und Authentizität ihrer Figur im Fokus. Klebows Appell an die Frauenwelt lautet:

Keine Frau sollte sich ein vermeintliches Schönheitsideal aufzwingen lassen - egal ob sie kurviger ist oder mehr Make-up trägt.

Lilian Klebow

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Familie und Beruf: Ein Balanceakt

Als Mutter habe Lilian Klebow gelernt, sich selbst gut zu organisieren und trotz aller Belastungen Ruheinseln zu schaffen. "Ich lebe fast wie eine Spitzensportlerin - krank werden ist keine Option", sagt sie mit einem Lächeln. Durch Meditation, Yoga und eine gesunde Lebensweise finde sie Energie für den Alltag zwischen Dreharbeiten und Familienleben.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibe jedoch eine Herausforderung, besonders wenn beide Elternteile Schauspieler:innen sind. "Es verlangt viel Flexibilität", gibt Klebow zu. Dennoch sei es ihr wichtig, ihren Kindern eine stabile Kindheit zu bieten. Ihr Mann Erich Altenkopf habe dabei immer unterstützt, auch wenn sein Pendeln zwischen München und Wien oft zusätzlichen Stress verursacht habe.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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