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Neue Reihe "Mordufer": Warum spielen so viele Krimis am Bodensee?

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von teleschau

Mord und Totschlag in einer Postkartenidylle: Auch die neue Krimi-Reihe "Mordufer" spielt am Bodensee. Warum ist er so ein Krimi-Magnet?

Bild: ZDF und Constantin Campean


Mit "Mordufer" startet Anfang März erneut eine Krimi-Serie, die am Bodensee gedreht wurde. Auf und am sogenannten "Schwäbischen Meer" tummeln sich die Kameracrews - und das seit Jahrzehnten. Was fasziniert die Filmemacher so am Bodensee?

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"Uuuund Action!" Dass sich am Bodensee die verschiedenen Filmcrews nicht gegenseitig über die Kabel stolpern, kann wie ein Wunder anmuten. Andererseits: Die Uferlänge des mit einer Fläche von 536 Quadratkilometern drittgrößten Sees in Europa beträgt 270 Kilometer. Da gibt's genug Platz zum Drehen, auch wenn vor allem die bekanntesten Städte am See - Lindau, Konstanz, Bregenz - und die Insel Mainau in seiner Mitte zu den beliebtesten Drehorten zählen.

Derzeit entstehen ein halbes Dutzend Krimi-Formate am Bodensee. Aber was zieht die Filmemacher wie magnetisch gesteuert an den See im Dreiländereck Deutschland, Österreich und Schweiz?

Matthias Koeberlin machte Drehort zur Heimat

"Am Bodensee liegt mein Glück": Das sagte schon der deutsche Schriftsteller und Dichter Hermann Hesse (1877-1962). Da wollen viele Produktionscrews und Filmemacher nicht widersprechen. Diese Produktionen entstehen am Bodensee:

"Mordufer": Am Freitag, 6. März, geht um 20:15 Uhr im ZDF und im Livestream auf Joyn die neue vierteilige Krimi-Serie an den Start. Doro Beitinger (Franziska Weisz) und ihre neue Chefin bei der Kripo, Chiara Locatelli (Maria Wördemann), müssen sich in Überlingen zusammenraufen, um spektakuläre Mordfälle zu lösen. Vorerst wird es vier Episoden geben. Der Arbeitstitel der Miniserie lautete "Obersee", wie der Teil des Bodensees, an dessen Ufer Überlingen liegt. "Mordufer" darf als Wortspiel interpretiert werden - denn Überlingen liegt am Nordufer ...

"Die Toten vom Bodensee": Seit 2014 lösen der deutsche Kripo-Beamte Micha Oberländer (Matthias Koeberlin) und der österreichische Chefinspektor Thomas Komlatschek (Hary Prinz) mysteriöse und oft mystisch angehauchte Mordfälle, vor allem nahe Bregenz und Lindau. Insgesamt wurden bisher 24 Episoden im ZDF ausgestrahlt, die im Schnitt über sieben Millionen Zuschauer:innen sahen.

Dem Männer-Duo steht seit der 23. Episode "Der Wunschbaum" mit Marla Eisler (Anna Werner Friedmann) bereits die dritte Ermittlerin zur Seite. Hannah Zeiler (Nora Waldstätten) kehrte nach 15 Fällen von einem Urlaub nicht zurück, ihre Nachfolgerin Luisa Hoffmann (Alina Fritsch) ging nach sechs Fällen in ihre Heimat Wien zurück.

Fun Fact: Hauptdarsteller Koeberlin, in Mainz geboren und lange in Köln sesshaft, machte den Drehort zur neuen Heimat: Er zog 2023 an den Bodensee, er lebt am österreichischen Ufer. "Ich habe 30 Jahre meines Lebens in großen Städten gewohnt und hatte eine große Sehnsucht danach, das hinter mir zu lassen. Das überschaubare und ländliche Wohnen tut mir sehr gut", sagte er dem "Südkurier". "Die Menschen mag ich hier gerne und ich bin wirklich herzlich aufgenommen worden."

"WaPo Bodensee" ist der Dauerbrenner

"WaPo Bodensee": Seit 2017 ermitteln Nele Fehrenbach (Floriane Daniel) und ihr Team von der Wasserschutzpolizei Konstanz und mauserte sich zum Dauerbrenner und Highlight des ARD-Vorabendprogramms. Am Dienstag, 10. März, läuft um 18:50 Uhr die 107. Episode. Heimlicher Star ist (neben dem Bodensee natürlich) das Wohnhaus von Nele und ihrer Mutter Mechthild (Diana Körner). Die sogenannte "Villa Wolf" in Radolfzell wurde 1911 erbaut und befindet sich seither in Familienbesitz, dient als Denkmal und Location für Veranstaltungen. "WaPo Bodensee" entstand als Folgeprodukt des "Bodensee-Tatorts". Zwischen 2002 und 2016 ermittelten Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) in 31 Fällen, die unter anderem in Konstanz, Meersburg, Hagnau und Friedrichshafen spielten.

"Der Kommissar und der See": In der ZDF-Krimi-Serie ermittelte Robert Anders (Walter Sittler) bisher in vier Fällen. Sie spielen in und um Lindau. Die Serie ist die Fortsetzung der deutsch-schwedischen Reihe "Der Kommissar und das Meer". Die wurde 2021 nach 29 Episoden eingestellt. Auch aus Kostengründen, da die Dreharbeiten auf der schwedischen Insel Gotland teuer waren. Am Bodensee ließ es sich wohl günstiger produzieren. Das Drehbuch spielte mit: Der Kommissar wurde einfach pensioniert und siedelte in seine alte Heimat über - an den Bodensee.

"Ein Krimi vom Bodensee": Bisher wurden zwei Episoden gesendet. Auf "Seeland" (2022) folgte 2024 "Dämonen". In Konstanz ermitteln Elena Barin (Hayal Kaya) als erste transidente Kommissarin der deutschen TV-Geschichte und Achim Schatz (Julian Bayer).

"I'm Awake": Seit 2020 und erschwert durch die Corona-Pandemie wird in und um Konstanz an der Mystery-Serie gebastelt. Laut dem Branchenportal "Crew United" sind die Dreharbeiten beendet, ein Sendetermin steht nicht fest.

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"Die Stimmung am See ist einfach eine andere Welt"

Mord und Totschlag in einer Postkartenkulisse. Ist das der Reiz, den der Bodensee ausmacht? Der aus Finnland stammende Regisseur Hannu Salonen, der nicht nur ein knappes Dutzend "Tatort"-Folgen drehte, sondern auch vier Folgen von "Die Toten vom Bodensee", erklärte es gegenüber dem "Südkurier" so: "Was ich so großartig finde und was im dicht besiedelten Deutschland so kaum noch eine Rolle spielt, ist die Natur. Die Landschaft hier ist einfach toll, die Tiefe vom Bodensee ist geradezu magisch, hier spürt man die Magie der Natur und eine größere Dimension als nur den Menschen." Deshalb habe er in seinen Inszenierungen dem See zu einer Hauptrolle verholfen: "Die Stimmung am See ist einfach eine andere Welt." Die Magie wirkte auch privat: Salonen lebt seit über 20 Jahren in Öhningen am westlichen Bodensee.

Der Zauber der Landschaft, die elektrisierende Mischung aus Natur, Bergen und Wasser, ist in der Filmwelt längst bekannt. Der See diente schon oft als Kulisse und heimlicher Held. Heinz Rühmann ("Briefträger Müller", 1952) war da und mit "Die Fischerin vom Bodensee" gab es 1956 mit "dem herzhaft-unbekümmerten Gerhard Riedmann und der liebreizenden Marianne Hold das Liebespaar im Dreiländereck" (Kritik "Filmblätter") - und eine großartige Werbung für den Bodensee.

1961 drehten Walter Giller, Heinz Ehrhardt und Hans-Joachim Kulenkampff ihre Kult-Klamotte "Drei Mann in einem Boot". 2005 wurde der Bodensee zum Außendrehbereich der Kult-Serie "Schwarzwaldklinik". Für das Jubiläumsspecial anlässlich des 20-Jährigen wurde in der Barockkirche auf der Blumeninsel Mainau eine Hochzeitsszene gedreht.

007 und die Verfolgungsjagd in Bregenz

Und sogar James Bond war schon hier! "Ein Quantum Trost" (2008) entstand teilweise in Bregenz. Während der Tosca-Aufführung entstanden einige Szenen auf der Seebühne und im Festspielhaus. Dort belauschte Daniel Craig als 007 Mitglieder einer Geheimoperation und gerät in eine wilde Verfolgungsjagd. Für die Aufnahmen auf der Seebühne und auf dem Vorplatz waren rund 200 Crew-Mitglieder im Einsatz.

"Der Bodensee ist das freundliche Auge Deutschlands", sagte der deutsche Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898) einst. Er kannte den See aber nur von kurzen Besuchen. Der Maler Otto Dix (1891-1969) dagegen lebte lange in Hemmenhofen im Landkreis Konstanz. Dix, als Künstler Vertreter des Realismus und der Neuen Sachlichkeit, war auch verbal ausdrucksstark. Sein Kommentar zum Bodensee: "Diese Landschaft hier ist zum Kotzen schön."


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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