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Porträt

"Rosamunde Pilcher"-Newcomerin Leni Adams: Diese Schicksalsschläge prägten ihr Leben

Veröffentlicht:

von teleschau

Magisch: Leni Adams, hier im Dezember 2023 bei der Premiere von "Harry Potter: Visions of Magic" in Köln, glänzt durch starke, authentische Rollen.

Bild: 2023 Getty Images/Andreas Rentz


Wer Schauspielerin Leni Adams bucht, kann sich auf Authentizität, Emotionen und Präzision verlassen. Um sich in eine Rolle fallen zu lassen, hat Adams dabei kleine Tricks und große Lebenserfahrung.

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Leni Adams hat sich als Schauspielerin einen Namen gemacht. Zuletzt war sie im Januar in der Folge "Die Autogrammjagd" von "Die Rosenheim-Cops" als tatverdächtige Geliebte des Mordopfers zu sehen. Und letztes Jahr in einer Folge der neuesten Staffel der britischen Kult-Serie "Doctor Who". Am Sonntag, 14. Juni, läuft ab 20:15 Uhr im ZDF und parallel im Livestream auf Joyn der "Rosamunde Pilcher"-Film "Liebe und andere Schätze" in Wiederholung.

Der Film, der 2021 entstand, bescherte ihr ihre erste Hauptrolle in einer deutschen Produktion. Nicht nur deshalb hat der Pilcher-Film eine besondere Bedeutung für die Schauspielerin. Vor allem konnte sie sich in das Schicksal ihrer Rolle Mia bestens hineinversetzen. Mia verliert früh ihre Mutter. Und das kennt Leni Adams leider nur zu gut. Ihre Mutter starb, als Leni 17 war. "Die wichtigste Zeit, um deine Mutter bei dir zu haben", schilderte Leni in einem "Bunte"-Interview. "Und völlig unerwartet war sie einfach weg. Es war keine lange Krankheit, sie war ganz plötzlich weg."

2017 starb dann auch ihr Vater, auch viel zu früh. Der "Bunte" erzählte sie: "An einer sehr seltenen Krankheit. Das war schwer für meine Schwester und mich. In jungen Jahren wurde mir bewusst, wie schnell ein Leben vorbei sein kann."


Leni Adams wurde zufällig auf der Berlinale entdeckt

Immerhin, ihr Vater erlebte noch mit, wie beinahe märchenhaft sich die Karriere seiner Tochter entwickelte. Denn eigentlich wollte Leni, obwohl sie von der Schauspielerei beeindruckt war, gar nicht Schauspielerin werden. Nach dem Abitur studierte sie Public Relations und arbeitete als PR-Managerin. 2010 führte sie ihr Job zur Berlinale. Und dort wurde sie vom chinesischen Regisseur Scud angesprochen, einfach so. Der sah sie an und sagte: "Du spielst die nächste Hauptrolle in meinem Film. Besuche eine Schauspielschule, ich schreibe das Drehbuch und in zwei Jahren sehen wir uns wieder."

In den zwei Jahren - bis die Prophezeiung von Scud wahr wurde - lief sie den Jakobsweg, um den Kopf frei zu kriegen, ließ sich in Paris zur Schauspielerin ausbilden. Ihr Debüt-Film "Voyage" lief 2013 auf Festivals in China, Japan und Amerika. Sie fiel auf und drehte kurz danach international weiter, arbeitete in Kapstadt und Madrid. Weil ihr Geburtsnachname Speidel im Ausland immer wieder falsch ausgesprochen oder geschrieben wurde, wählte sie den Künstlernachnamen Adams.

Die Anfänge im deutschen TV waren dagegen eher bescheiden. 2016 debütierte sie in "Marie Brand und die rastlosen Seelen" in einer Kleinrolle als Arzthelferin. Leni Adams lernte rasch, dass "Nein" für alle Schauspieler:innen, die sich um Jobs bewerben, das meistgehörte Wort ist. Aber sie ließ sich nie unterkriegen, im Gegenteil: Rückschläge hätten sie stärker gemacht, sagte sie. Selbstbewusster sogar, denn "sie haben mich dazu gezwungen, mir mehr zu vertrauen und mich noch stärker zu fokussieren."

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Pilcher-Filme: Früher auf dem Familiensofa, jetzt als Hauptrolle

Es zahlte sich aus. 2018 erhielt sie für ihre Rolle in "Robin - Watch for Wishes" gleich zwei Auszeichnungen. Die Angebote häuften sich auch in Deutschland. Sie drehte bei "Pastewka" und in der "Lindenstraße", war beim Kinofilm von "Der letzte Bulle" dabei und in der "Wilsberg"-Episode "Überwachen und belohnen".

Und dann rief, mitten in der Corona-Zeit, Pilcher. Adams setzte sich im Online-Casting durch. Auch die Dreharbeiten liefen in Cornwall unter großen Sicherheitsmaßnahmen. Die Arbeit blieb Adams nicht nur wegen der traumhaften Landschaft und der guten Stimmung im abgeschotteten Team in Erinnerung. Sondern auch, weil Pilcher-Filme früher zu dem Abendprogramm daheim zählten, als ihre Familie noch komplett war. Da saßen Leni und ihre Schwester Martina mit den Eltern auf dem Sofa in Reutlingen und guckten Filme - welche mit Bud Spencer oder Heimatfilme. Oder eben auch Pilcher. Deshalb erzählte sie dem "Reutlinger General-Anzeiger" auch: "Meine Eltern wären sehr stolz, wenn sie den Film jetzt sehen würden." Dass viele Pilcher-Filme für kitschig halten, stört sie nicht. "Ich finde es mittlerweile schön, etwas zu schauen, bei dem man weiß, dass es ein gutes Ende hat. Es ist wie Balsam für die Seele."

Von Zeit zu Zeit zieht sie sich in die Stille der Natur zurück

Balsam für die Seele holt sich die Schauspielerin, die seit 2008 in Köln lebt, in der Stille der Natur. "Von Zeit zu Zeit verschwinde ich komplett aus dem Lärm des Alltags und ziehe mich in eine winzige Hütte in der Natur zurück. Ich liebe diese stillen Momente, in denen ich meinen Akku wieder aufladen kann, während ich offline bin und einfach nur der Welt um mich herum zuhöre", verriet sie im Branchennetzwerk "The Actors Home" Mitte Mai.

In dem Interview verriet sie auch kleine Rituale, mit denen sie sich auf Drehtage und Rollen vorbereitet. Sie erzählte von Atemübungen und dass sie ihre Szenen vorher in kompletter Stille durchgehe. Eine ihrer wichtigsten Übungen: "Ich liebe es, sehr früh da zu sein, um einfach die Energie des Sets zu spüren."

Weniger außergewöhnlich sind ihr Interesse an Neuem und ihr Ehrgeiz. Als ihr die Rolle einer ehemaligen Profi-Skiläuferin in "Die Bergretter" angeboten wurde, stutzte sie kurz, denn sie hatte noch nie auf Skiern gestanden. Das änderte sie jedoch schnell. Sie nahm sofort Kurse und Trainingsstunden und wurde zur guten und begeisterten Skiläuferin. Und natürlich: Sie machte ihre Stunts in der Episode selbst.


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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