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ZDF setzt auf "Tatort"-Star Adele Neuhauser: "Ich will den wahren Mörder meines Mannes finden"

Veröffentlicht:

von dpa

Szene aus "Mama ist die Best(i)e": Gloria Almeda (Adele Neuhauser) wurde zu 15 Jahren Haft für den Auftragsmord an ihrem Gatten verurteilt. Im Gefängnis schmiedet sie einen Racheplan.

Bild: ZDF / Hubert Mican


Mit dieser Rolle setzt Adele Neuhauser ein starkes Ausrufezeichen: Im ZDF-Zweiteiler "Mama ist die Best(i)e" übernimmt sie die Hauptrolle in einer bissigen Tragikomödie, die Rache, Familie und dunkle Wahrheiten miteinander verknüpft. Wann das TV-Highlight ausgestrahlt wird und worum es genau geht, liest du hier.

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Kaltschnäuzig und skrupellos gibt sich Unternehmer-Gattin Gloria hinter Gittern. "Du hast schon recht, I bin eine Sau, aber keine arme", sagt sie eiskalt zu einer Mitgefangenen. "Aber dafür eine richtige."

Nach zehn Jahren wird sie aus dem Gefängnis entlassen. Am Todestag ihres Mannes, einem Schampus-Unternehmer, den sie auf dem Gewissen haben soll.

Doch nicht nur beteuert Gloria ihre Unschuld. Sie schwört auch auf Rache, weil ihr alle in den Rücken gefallen seien - von den Kindern, über ihren Lover bis hin zur ehemals besten Freundin. Und Gloria hat eine Mission: "Ich will den wahren Mörder meines Mannes finden", kündigt sie an. Das ZDF zeigt den Zweiteiler "Mama ist die Best(i)e" am Montag, 18. Mai, ab 20:15 Uhr (im ZDF und im kostenlosen ZDF-Livestream auf Joyn).


Nicht verpassen: ZDF-Zweiteiler "Mama ist die Best(i)e" mit Adele Neuhauser


Von der Diva zur rachsüchtigen Ex-Gefangenen

Adele Neuhauser spielt darin die Hauptfigur. Anfangs als überdrehte und abgehobene Society-Lady, die nicht mal für ihre Enkelin ein Ohr hat. "Es hat mir tierischen Spaß gemacht, sie in dieser Oberflächlichkeit und weltfremden, selbstsüchtigen Manie zu zeichnen", sagt die 67-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. "Und dann die Verwandlung nach zehn Jahren: Was ist da passiert, wie hat sie sich verändert, was hat sie gelernt?"

Mit ihrer arroganten, neureichen Art konnte Gloria im Gefängnis nicht bestehen, das ist aus Neuhausers Sicht völlig klar. "Dass sie dieses Übertriebene, dieses Selbstverliebte ablegen musste, hat sie vielleicht mehr geerdet und mehr zu sich selbst gebracht." Die Zeit, in der sie unschuldig im Gefängnis saß, habe Gloria genutzt hat, um Freundinnen zu finden, mit denen sie dann in der Gegenwart den wahren Mörder finden kann.

Neuhauser verkörpert ihre Figur mit der nötigen Bissigkeit, die Uli Brée ins Drehbuch geschrieben hat. Als Gloria nach Hause in das fürstliche Anwesen kommt, kommentiert sie dies mit einem: "Also dann, ab in die Hölle!" Beim Abendessen steht dann auf ihrem Platz die Urne mit der Asche ihres Mannes.

Überhaupt machen Wortgefechte einen Teil der Spannungen zwischen den Familienmitgliedern aus. Als Gloria nach frustrierten Ehejahren einst ihren Mann fragte, warum sie sich nicht einfach scheiden lassen, antwortete der sarkastisch: "Dann hätte das Leiden ja ein Ende. Wer will das schon?!"


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Starke Frauen, starke Gefühle - aber nicht nur

Von einem Familienepos spricht Neuhauser. Und von einer Tragikomödie. Gloria etwa sehe sich konfrontiert "mit all den Fehlern, die sie begangen hat, an ihren eigenen Kindern, an ihrer Familie, an falschen Freundschaften, die sie geschlossen hat".

Aber die Schauspielerin empfiehlt, auch ein Augenmerk auf die Freundin von Glorias Sohn zu legen. Und ihre Enkelin, "die sich nicht einfügen möchte in diesen Reigen der Lügen der Erwachsenen". Insgesamt lebt die Geschichte von - jede auf ihre Art - starken Frauenfiguren.

Das ZDF zeigt beide Filme hintereinander, im zweiten Teil kommen noch mehr Leichen hinzu. Wer alles in einem Rutsch sehen will, braucht also drei Stunden Zeit. "Ich glaube, man kann das dem Publikum zutrauen", sagt Neuhauser. Durch unterschiedliche Zeitebenen werde es kurzweilig. Zudem geht es nicht nur um Rache und Versöhnung, um Verletzlichkeit und Verzeihen-Können.

Gerade die Spannungen innerhalb der Familie sind für Außenstehende mit Vergnügen zu beobachten. Manche überraschende Wendung kommt hinzu.

"Komödie macht ja immer Laune"

Dass das eine oder andere etwas übertrieben daherkommt, ist aus Neuhausers Sicht vertretbar. "Die Komödie verträgt Überzeichnung und gerade diese, in diesem Setting, verträgt es total." Es wäre schade, wenn man sich nicht darauf einlassen würde, sagt sie.

"Gerade durch eine so negativ belastete Gesellschaft, in der wir uns da anfänglich bewegen, lernen wir auch ein bisschen was", findet die Schauspielerin: "Dass sich dieses Selbstbezogene, dieses Abgehobene, das Geld, die Macht über andere und Skrupellosigkeit irgendwann mal in einem Zusammenbruch eines Kartenhauses auflösen. Das finde ich sehr vergnüglich und beruhigend." Parallelen dazu finde man in der echten Welt zur Genüge.

Entsprechend gut war auch die Stimmung am Set in Wien und Umgebung, wie Neuhauser verrät. Elena Uhlig, Manuel Rubey, Stefanie Stappenbeck, Lara Mandoki, Aglaia Szyszkowitz und Roland Koch sind nur einige Namen aus dem Cast.

"Das war eine wunderschöne Stimmung, weil wir uns auch zum größten Teil kennen und schätzen", sagt Neuhauser. "Und Komödie macht ja immer Laune, wir hatten herrlichstes Wetter, und wir hatten wunderschöne Motive. Es war durch die Bank eigentlich ein großes Vergnügen."


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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