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Sie liebt es schräg

"Die Rosenheim-Cops": Warum Johanna Bittenbinder keine Heldin spielen will

Veröffentlicht:

von teleschau

Ein erwügter Pfarrer: Johanna Bittenbinder als Haushälterin Gerda Schlobinger in "Die Rosenheim-Cops - Kein toter Pfarrer". Links Dieter Fischer und rechts Igor Jeftić als Kommissare.

Bild: © ZDF/Jacqueline Krause-Burberg


Sie stand mit 19 erstmals auf der Bühne, aber erst elf Jahre später schmiss sie ihren Job als Beamtin. Seitdem ist Johanna Bittenbinder Spezialistin für skurrile Rollen in bayerischer Mundart. Die ungewöhnliche Karriere der gebürtigen Münchnerin.

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Trubel im Rosenheimer Polizeipräsidium: Am Mangfallufer wurde eine Leiche gefunden. Offensichtlich ein Pfarrer - erwürgt. Doch dann stellt sich heraus: Johannes Felbinger trug nur ein Kostüm. Er war die Nacht zuvor auf einer Mottoparty bei der reichen Witwe Gisela Bindrum (Barbara Focke). Die "Rosenheim-Cops" stehen vor einem Rätsel.

Auf die Verkleidung war dummerweise auch Times-Square-Wirt Jo Caspar (Christian K. Schaeffer) hereingefallen. Er hatte für "Pfarrer Quirin Bergengrün" von der Sankt-Anian-Kirche vegetarische Platten gezaubert und fragt nun vor Ort wegen seiner Rechnung nach. Doch die engagierte Haushälterin Gerda Schlobinger (Johanna Bittenbinder) weiß zu berichten: Ihr Vorgesetzter hört auf den Namen Axel Niedermayer.

Die kultige Episode "Kein toter Pfarrer" nimmt noch so manche verrückte Wendung, ehe der Fall gelöst ist. Auch Jo kommt dank der detektivischen Unterstützung von Frau Schlobinger schließlich noch zu seinem Geld.


Johanna Bittenbinder und "Die Rosenheim-Cops": Mix aus Mord und Humor

Die Mischung aus Mord und Humor ist seit 2002 eines der Markenzeichen der Krimiserie "Die Rosenheim-Cops". In solchen Settings fühlt sich Johanna Bittenbinder besonders wohl, wie sie im vergangenen Jahr in der Interview-Reihe "Berg- und Talfahrt" auf der Bad Tölzer Blombergbahn verriet.

"Am liebsten sind mir schwarze Komödien", gestand die Schauspielerin. Diese Mischung aus "richtig komisch und dann wieder tragisch" liege ihr. "Es beinhaltet ja immer das Scheitern." Die strahlende Heldin zu spielen sei dagegen langweilig.

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Sicherer Job als Beamtin? Johanna Bittenbinder lief lieber auf Stelzen

Langweilige Rollen hatte die Darstellerin nur selten. Sie kam am 12. Mai 1957 in München zur Welt. "Am Muttertag", wie sie 2018 in "Hallo München" erklärte. "Ich war als Kind lange Zeit überzeugt, dass er meinetwegen Muttertag heißt. Ich bin anscheinend mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein geboren worden", fügte sie schmunzelnd hinzu.

Johanna Bittenbinder lernte ihr Handwerk am Freien Theater München. "Ich hab da sehr viel gelernt, zum Beispiel auch auf Stelzen zu laufen", erinnerte sie sich in "Berg- und Talfahrt". Learning by doing war größtenteils ihr Motto.

In dieser Phase war Bittenbinder, die auf einem Aussiedlerhof vor den Toren Münchens aufgewachsen war, eigentlich auf dem Weg in einen seriösen Beruf. Nach ihrem Realschulabschluss auf dem Internat Hohenburg bei Lenggries machte sie ihr Fachabitur und studierte anschließend Sozialpädagogik - Schwerpunkt Jugend- und Erwachsenenbildung. So wurde sie zunächst Museumspädagogin.

Beruf und Hobby ergänzten sich zunächst gut: Sie lehrte am Vormittag, probte am Nachmittag und stand abends auf der Bühne. "Das macht man auch nicht ewig, weil das ist ganz schön anstrengend." Mit 30 habe sie dann entschieden: Die Schauspielerei ist ihre wahre Berufung. Zudem hatte sie sich die anderen Menschen in ihrem pädagogischen Beruf einmal genauer angeschaut und sich gefragt: Möchte ich hier alt werden?

"Wer früher stirbt, ist länger tot" oder "Zweigstelle": Die Darstellerin liebt es schräg

Schon 1981 hatte sie im TV-Film "Die Rumplhanni" ihren ersten Einsatz am Bildschirm. Ganz ohne Casting: Der Regisseur hatte sie auf der Theaterbühne gesehen und wollte sie dabei haben.

Später waren es Produktionen wie "Werrner - Beinhart!" (1990), der bayerische Überraschungserfolg "Wer früher stirbt, ist länger tot" (2006) oder zuletzt die schräge Afterlife-Komödie "Zweigstelle" (2025), denen Johanna Bittenbinder ihren Stempel aufsetzte.

Und natürlich zahllose Rollen in "Tatort", "Der Komödienstadl" oder "Der Alte". Auch im aktuellen Kinohit "Der fast perfekte Antrag" an der Seite von Iris Berben und Heiner Lauterbach ist sie zu sehen. Wovor sie ihren Hut zieht: Serienrollen samt täglichem Dreh. "Das bewundere ich, denn das ist wirklich eine sauschwere Disziplin. Für mich wäre das nichts."

Mann, Tochter, Schwiegersohn: alles Künstler:innen

Mit 27 lernte Johanna Bittenbinder ihre große Liebe kennen: Heinz-Josef Braun, genannt "Dscharli". "Der war eigentlich Musiker, hat Malerei studiert, ist durch mich aber auch Schauspieler geworden", erzählt die Schauspielerin in "Berg- und Talfahrt". Braun war unter anderem von 1983 bis 1999 Bassist der Gruppe Haindling und hatte seitdem mehrere Episodenrollen in "Die Rosenheim-Cops" und anderen Formaten.

Anfang der 1990er-Jahre folgte die Hochzeit und die Geburt der gemeinsamen Tochter Veronika. Diese ist Musikerin mit der Band Bittenbinder. Ihr Mann Sebastian Fritz ist als Schauspieler aktiv. Johanna Bittenbinder ist mittlerweile Großmutter - und genießt das Oma-Sein mit der kleinen Ella in vollen Zügen.

"Die Rosenheim-Cops - Kein toter Pfarrer" von 2023 siehst du am Dienstag, 15. September um 19:25 Uhr im ZDF-Livestream auf Joyn.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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