Fehlender Abschied sorgt für Unmut

Nach Rolf Beckers Tod: Zuschauer fordern Antwort von "In aller Freundschaft"

Aktualisiert:

von Lars-Ole Grap

"In aller Freundschaft": Rolf Becker (l.) spielte seit 2006 Otto Stein, den Vater von Dr. Martin Stein (Bernhard Bettermann, r.).

Bild: MDR/Saxonia Media/Rudolf Wernick


Mit dem Tod von Rolf Becker im Dezember 2025 hat die deutsche Fernsehlandschaft nicht nur einen profilierten Charakterdarsteller verloren, sondern die Serie "In aller Freundschaft" auch einen langjährigen Fanliebling.

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Abschied für Otto Stein: Rolf Beckers Serienfigur sorgt für Diskussionen

Wenn ein Schauspieler stirbt, hinterlässt er eine Lücke. Bei einer langjährigen Serienrolle verschwindet auch eine Konstante aus dem Leben des Publikums.

Im Fall von Rolf Becker, der als Otto Stein das Ensemble von "In aller Freundschaft" über Jahrzehnte prägte, ist dieser Verlust für viele Menschen spürbar. Rolf Becker war seit den Anfängen mit der Serie verbunden. Bereits in der Auftaktfolge 1998 trat er in einer Gastrolle auf. Seit 2006 gehörte er fest zum Ensemble und kehrte episodisch in die Handlung der Sachsenklinik zurück - als Vater der Serienfigur Dr. Martin Stein, gespielt von Bernhard Bettermann.

Zuletzt war Rolf Becker in Folge 1117 der Krankenhaus-Serie zu sehen. Seitdem ist die Figur aus der Handlung verschwunden - ohne Erklärung, ohne Abschied, ohne eine einzige Zeile Dialog, die seinen Fehlen thematisieren würde. Dass die Serie auf den Tod des Schauspielers nun keine erkennbare Antwort gibt, wirkt wie ein erzählerisches Versäumnis und enttäuscht viele Zuschauer:innen.


Nach Rolf Beckers Tod: "In aller Freundschaft" reagiert - Abschied von Otto Stein gedreht

In den sozialen Netzwerken und auf den offiziellen Kanälen der Serie häufen sich die Nachfragen. Stellvertretend für viele bringt ein Fan die Stimmung auf den Punkt: "Was ist mit Otto? Da ist noch nichts gekommen über seinen Tod." Andere bemängeln, dass die Serie dem Tod des Darstellers bislang zu wenig sichtbare Anerkennung zolle - gemessen an seiner langen Zugehörigkeit zum Ensemble. Alles deutet darauf hin, dass "In aller Freundschaft" diesen Wunsch ernst nimmt - auch wenn es etwas Geduld erfordert.

Das Produktionsteam hat sich inzwischen öffentlich zu den Reaktionen geäußert und dabei auf eine Besonderheit hingewiesen, die vielen Zuschauer:innen nicht bewusst sein dürfte: Serienfolgen werden in der Regel viele Monate im Voraus produziert. Zwischen Drehbeginn und Ausstrahlung liegen oft ein halbes Jahr oder mehr. Ein spontaner erzählerischer Einschub - etwa eine Trauerszene oder ein angemessener Abschied von einer Figur - ist in den Produktionsabläufen schlicht nicht kurzfristig umsetzbar.

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Rolf Becker ist im Dezember gestorben. Drehbücher für diese Fälle haben wir nicht in Schubladen liegen. Das wäre ein bisschen pietätlos, oder?

Das "In aller Freundschaft"-Team

Den Fans kann immerhin eine Nachricht Trost spenden: Der Abschied von Otto Stein wird in der Handlung aufgegriffen werden. "Wir haben die Folge, in der Otto Stein verabschiedet wird, gerade abgedreht", so die Produktion. Die Episode soll voraussichtlich im Herbst ausgestrahlt werden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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