Stimme kennt jede:r Berliner
"Jenseits der Spree"-Star Philippa Jarke: Sie ist die Sprecherin der Berliner Verkehrsgesellschaft
Veröffentlicht:
von Sylvia LothWird jemand Robert Heffler (Jürgen Vogel, l.), Mavi Neumann (Aybi Era, M.) und deren Kollegin Friederike Hanke (Philippa Jarke, r.) bei den Untersuchungen künftig unterstützen?
Bild: ZDF und Ludwig Franz
Mehr als drei Millionen Menschen hören täglich die Stimme von Philippa Jarke. So viele Fahrgäste befördert die Berliner Verkehrsgesellschaft jeden Tag. Doch Philippa ist viel mehr als die Stimme der Berliner Öffis. Sie ist eine Frau, die für sich und ihren Körper einsteht und aktuell als Friederike Hanke in "Jenseits der Spree" ein Millionenpublikum begeistert.
Steckbrief
Name: Philippa Jarke, als Jan-Philipp Jarke geboren
Geburtstag: 3. Juni 1971
Geburtsort: West-Berlin
Größe: 1,83 Meter
Wohnort: Berlin
Familienstand: unbekannt
Kinder: unbekannt
Philippa Jarke und Jürgen Vogel am Freitag um 20:15 Uhr im kostenlosen Livestream
Philippa Jarke: Immer in Bewegung
Philippa Jarke wurde als Jan-Philipp Jarke geboren und ist mit einem älteren Bruder in West-Berlin aufgewachsen. Aufgrund hervorragender Leistungen war sie als Mann in der Leichtathletik erfolgreich, wurde sogar deutscher Meister. Verletzungsbedingt musste sie den Sport aber aufgeben. Die Leidenschaft ist geblieben: Zur Leichtathletik sind im Laufe der Zeit Baseball, Basketball, Volleyball, Boxen, Fußball, Reiten, Tennis und Tischtennis hinzu gekommen.
Durchbruch als Friederike Hanke bei "Jenseits der Spree"
Nach einer Ausbildung zur Bürokauffrau und einem Studium der Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität Berlin hat sie ihre Heimat in der Schauspielerei gefunden.
Seit der fünften Episode der fünften Staffel "Jenseits der Spree" ist Philippa Jarke als Kriminalkommissarin Friederike Hanke zu sehen. Aktuell laufen die neuen Folgen mit dem Ermittler-Duo Robert Heffler (Jürgen Vogel) und Mavi Neumann (Aybi Era) aus Köpenick. Robert ringt damit, dass seine Töchter ihre eigenen Wege gehen. Während Carlotta (Lea Zoë Voss) fest bei der Polizei ist, zieht es Stella (Luna Jordan) in die Ferne und Emmi (Bella Bading) macht eine Ausbildung zur Sanitäterin. Außerdem muss Robert mit dem übermotivierten Benjamin Wortmann (Leonard Scheicher) klarkommen, da Mavi auf Fortbildung ist. Doch Rettung naht: Im Kommissariat gibt es Unterstützung durch die neue Kollegin Friederike Hanke. Sie übernimmt vor allem Recherche- und erste Fahndungsaufgaben.
Film-Highlights mit Jürgen Vogel
Philippa Jarke ist die Stimme der Berliner Verkehrsgesellschaft
Neben ihrer Rolle als Kommissarin ist sie vor allem durch ihren Job als Stimme der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) bekannt. Seit 2020 kommt in den Berliner Öffis niemand mehr an ihr vorbei. Sie hat nämlich die rund 4.500 Stationen der BVG eingesprochen. Dazu noch Tausende Sätze wie "Zurückbleiben bitte" oder "Ausstieg in Fahrtrichtung links".
Wie sie dem "Tagesspiegel" verraten hat, war sie dafür mehr als 100 Stunden im Studio. Aber was passiert, wenn es kurzfristige Fahrplanänderungen gibt oder neue Ansagen gebraucht werden? Das wird mit einer speziellen KI erstellt. Dafür hat Philippa zirka 15.000 Sätze eingesprochen, die alle überhaupt keinen Sinn ergeben. "So etwas wie 'Napoleon in Grün-Orange fährt einen VZ3000G4-2'", erklärt die Schauspielerin und Synchronsprecherin. Dadurch hat die KI gelernt, so zu sprechen wie Philippa Jarke. Und für die erfüllt sich damit ein Kindheitstraum, da sie immer Kassettensprecherin werden wollte. Jetzt ist sie BVG-Sprecherin.
Mut für ein neues Leben
Das erste Mal hat Jan-Philipp mit acht Jahren gemerkt, dass er ein "grundtrauriges Gefühl" in sich trägt, verrät Philippa im Podcast "lieber leben" mit ihrer "Jenseits der Spree"-Kollegin Elisabeth Baulitz.
Jan-Philipp konnte mit acht noch nicht in Worte fassen, was er mit dem traurigen Gefühl meinte - das änderte sich aber im Laufe der Jahre. Mit der Zeit hat Philippa Jarke als ihr früheres Ich Jan-Philipp gemerkt, dass er sich als Frau fühlte. Dass sie ihre Brüste vermisst und sie das sehr traurig macht. Sie berichtet, dass sie sich kurz nach ihrem Outing mit Anfang vierzig für 1000 Euro pro Stück spezielle Silikonbrüste gekauft habe. "Damals habe ich mich nur nachts rausgetraut", berichtet sie im Podcast.
Anfangs sei sie mit Frauenklamotten und Perücke nur im Dunkeln draußen gewesen. Aus lauter Angst vor ihren Nachbar:innen traute sie sich anfangs nicht mehr. Dann habe sie all ihren Mut zusammengenommen und sich ihren Nachbar:innen neu vorgestellt. Für sie hat sich ihr neues Leben wie eine Geburt angefühlt. "Da habe ich mich gefunden", erklärt Philippa. Bereits vor der Hormontherapie und der Brust-OP war sie endlich angekommen. Zum ersten Mal in ihrem Leben. Heute gilt sie als Transgender-Ikone.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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