Verwechslungsgefahr
So kam die Serie "Navy CIS" zu ihrem eigentlichen Namen
Veröffentlicht:
von Christian VockWarum heißt "NCIS" eigentlich so? Und was ist der Unterschied zu den Ermittler:innen von "CSI"?
Bild: KI generiert mit GPT Image; Phruetthiphong_adobe.stock.com
Seit über 20 Jahren verfolgen die Ermittlerteams von "Navy CIS" nun schon Verbrecher:innen in der Welt der US Navy. Doch eigentlich sollte die Serie nur ganz kurz "NCIS" heißen. Diesen Namen erhielt sie, zumindest im US-Original-Titel, aber erst ab der zweiten Staffel. Warum eigentlich?
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FBI, CIA, BKA, MI5, MI6, KSK, GSG9, KGB, NSA, OSS: In der Welt der Geheim- und Polizeidienste scheint man ein Faible für Abkürzungen zu haben. Manche gibt es tatsächlich, andere hingegen existieren nur in Film- und Fernsehen. Seit 2005 gibt es in Deutschland mit "Navy CIS" eine weitere Abkürzung, hinter der sich eine der erfolgreichsten Krimiserien der Welt verbirgt. Doch dass die Serie so heißt, wie sie heißt, hat eine interessante Geschichte.
Das ist das Universum von "Navy CIS"
"Navy CIS" (Originaltitel "Navy NCIS“) ist eine US-amerikanische Krimiserie nach der Idee der beiden Drehbuchautoren und Produzenten Donald P. Bellisario und Don McGill. Anders als die meisten Krimiserien spielt „Navy CIS" im Umfeld der amerikanischen Marine-Streitkräfte. Das heißt, sobald Angehörige der U.S. Navy oder des U.S. Marine Corps in ein Verbrechen verwickelt sind, übernimmt ein Ermittlerteam des "Navy CIS", wobei das "CIS" für "Criminal Investigative Service" steht. Das erste Ermittlerteam der Serie kam aus Washington und wurde von Jethro Gibbs (Mark Harmon) geleitet.
Seit 2003 lösen die Washingtoner Ermittler nun Fall um Fall, inzwischen gibt es 24 Staffeln der Serie. Aber nicht nur in Washington wird ermittelt, der Erfolg der Serie hat in der Zwischenzeit zu ganzen sechs Ablegern geführt. So gab oder gibt es noch "Navy CIS: Los Angeles", "Navy CIS: Orleans", "Navy CIS: Hawai’i", "Navy CIS: Sidney", "Navy CIS: Origins" und "NCIS: Tony & Ziva". Ein weiterer Ableger, "NCIS: Red", war zwar in Planung, wurde dann allerdings nicht als Serie umgesetzt.
Der neueste "Navy CIS"-Ableger "NCIS: Origins" (mit Austin Stowell in der Hauptrolle, Mitte) erklärt die Anfänge der Ermittler.
Bild: 2024 CBS Broadcasting, Inc. All Rights Reserved.
Warum man sich für den Titel "Navy CIS" entschieden hat
"NCIS – hab nie davon gehört", erklärt der Sicherheitsbeamte am Flughafen, als Agent Gibbs und sein Kollege Tony DiNozzo (Michael Weatherly) in der ersten Folge "Navy CIS" an der Sicherheitskontrolle ihre Ausweise vorzeigen. "Das ist demütigend", murmelt Gibbs zu DiNozzo, ehe der Sicherheitsbeamte nachfragt "Ist NCIS so was wie CSI?". "Nur, wenn Sie Legastheniker sind", antwortet DiNozzo, doch ganz so dumm ist die Frage des Mannes nicht und wahrscheinlich haben die Drehbuchautoren Bellisario und McGill sie mit voller Absicht genau so geschrieben.
Denn tatsächlich gibt es 2003, dem Startjahr von "Navy CSI" mit "CSI: Crime Scene Investigation" bereits eine Krimiserie mit einem ganz ähnlichen Titel und genau das ist auch der Grund, warum man sich für den Titel "Navy CIS" (beziehungsweise für den Originaltitel "Navy NCIS“) entschieden hat. Die Verwechslungsgefahr mit der etablierten und sehr erfolgreichen Serie „CSI" war einfach zu groß. Nachdem sich "Navy CIS" ebenfalls sein Publikum erarbeitet hatte, schien man diese Gefahr geringer einzuschätzen und änderte 2004 den Titel dann in "NCIS" – zumindest beim Titel der US-Serie.
Denn eigentlich steht "NCIS" für "Naval Criminal Investigative Service", als SAT.1 die Serie 2005 zum ersten Mal ausstrahlte, hatte man sich allerdings für den Titel "Navy CIS" entschieden. Bei den Ableger-Serien wie "Navy CIS: Los Angeles" oder "Navy CIS: New Orleans" hat man diese Titelvariante beibehalten – auch wenn sie genau genommen nicht ganz korrekt ist.
Das ist der Hauptunterschied zwischen "CSI" und "Navy CIS"
Dass sich die Drehbuchautoren Bellisario und McGill einst für einen etwas längeren Titel entschieden haben, ist nachvollziehbar, schließlich klingen "CSI" und "NCIS" doch zum Verwechseln ähnlich. Außerdem wildern die beiden Krimiserien auch inhaltlich im selben Revier und auch im Aufbau sind sich die beiden Serien nicht ganz unähnlich. Hier wie dort gibt es nämlich jeweils ein festes Ermittlerteam mit starken Charakteren und einem markanten Chefermittler. Allerdings gibt es doch einen großen Unterschied zwischen beiden Serien.
Bei "CSI" spiel nämlich die forensische Ermittlungsarbeit eine zentrale Rolle, schließlich heißt die Serie nicht umsonst "Crime Scene Investigation" (so viel wie "Tatortermittlung“) und das merkt an. Denn hier steht besonders die Spuren- und Beweissicherung im Mittelpunkt und wird für den Zuschauer auch visuell aufwändig inszeniert. Eine forensische Abteilung gibt es bei „Navy CIS" natürlich auch – zusammen mit Computerspezialisten und Rechtsmedizinern – das Alleinstellungsmerkmal der Serie liegt hier aber eindeutig in ihrem Setting, der Welt der US Navy.
"Navy CIS" - Klarer Blick, scharfer Verstand
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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