"Your Body, My Choice"

"Viel besser als der 'Tatort'": So begeistert sind die Fans vom Magdeburger "Polizeiruf 110"

Aktualisiert:

von Sylvia Loth, Peter Falan Picha

Doreen Brasch (Claudia Michelsen) untersucht die Unfallstelle, an der eine junge Radfahrerin ums Leben kam.

Bild: MDR/Britta Krehl


Mit der Folge vom 8. März setzte der Magdeburger Sonntagskrimi ein eindringliches Zeichen: Der Tod der Arzthelferin Marwa führte Kommissarin Doreen Brasch in die radikale "Lebensschützer"-Szene, wo sie gegen Abtreibungsgegner kämpft. Wie kam das kontroverse Thema bei den Fans an?

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Du willst "Polizeiruf 110" und "Tatort" sehen?


Ist der "Polizeiruf 110" "besser als der 'Tatort'"?

Abtreibungsgegner:innen auf der einen Seite, Frauen, die für das Recht auf Selbstbestimmung kämpfen, auf der anderen: Der Magdeburger "Polizeiruf 110" mit dem provokanten Titel "Your Body, My Choice" traf den Nerv der Zeit - und das ausgerechnet am Internationaler Frauentag (8. März 2026). Viele Zuschauer:innen fanden, dass der Sendetermin kaum passender hätte sein können. In den Facebook-Kommentaren zu einem Folgen-Beitrag des Radiosenders SWR3 überschlugen sich die Reaktionen: "Mega! … Starker Film für starke Frauen … und das am Weltfrauentag" oder "Wirklich gut; passend zum Frauentag", schrieben User:innen - und sammelten dafür zahlreiche Likes. Besonders hervorgehoben wurden Claudia Michelsen und ihr überzeugendes Spiel, aber auch die Tontechnik, die "Musik und Dialoge in Einklang" gebracht habe. Dazu kam das sensible Abtreibungs-Thema, das laut Kommentaren "spannend umgesetzt" worden sei. Eine Kommentatorin brachte es schließlich auf den Punkt:

Hervorragend, gute Schauspielerinnen, und ein sehr interessanter Einblick in die verschiedenen Meinungen und Perspektiven unterschiedlicher Gruppen unserer Gesellschaft zum Thema Abtreibung.

Facebook-Kommentatorin unter dem SWR3-Beitrag

Von ihr gab es die Schulnote "eine glatte 1". Ein anderer Facebook-Nutzer vergab "9 von 10 Punkten".

Nur vereinzelt tauchten negatve Meinungen wie "Schwachsinn", "leider langweilig" oder "der war so Klischee-behaftet … und Frau Kommissarin immer im Alleingang! Nervt …" in der Kommentar-Flut auf.

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Wie hat der Sonntagskrimi im Vergleich zum "Tatort" abgeschnitten?

Viele Krimi-Fans zeigten sich in den vergangenen Wochen von neuen "Tatort"-Folgen eher ernüchtert. Das spiegelte sich auch in den Social-Media-Kommentaren wider - selbst unter den vielen Lobeshymnen auf den Magdeburger "Polizeiruf 110". Einige Nutzer:innen nutzten die Gelegenheit für kleine Seitenhiebe auf den Dauerbrenner der ARD. "Momentan ist der 'Polizeiruf' häufig viel besser als der 'Tatort'", schrieb ein Fan. Ein anderer kommentierte: "Tolle Schauspieler, solide Story - sollten sich die 'Tatort'-Macher mal ein Beispiel dran nehmen."

Momentan scheint der "Polizeiruf" im Rennen der Sonntagskrimis - hinsichtlich der Kritiker:innen-Meinungen - die Nase vorne zu haben. Ob sich das Blatt in den kommenden Wochen wendet, wird sich zeigen.

+++ Ursprünglicher Artikel +++

"Polizeiruf 110" aus Magdeburg: Darum geht es

Eine junge Frau stirbt bei einem Verkehrsunfall. Der Tod von Arzthelferin Marwa (Melissa Gross) entpuppt sich schnell als Mord, denn die Bremsschläuche ihres Fahrrads wurden durchgeschnitten.

Doch galt der Anschlag wirklich ihr oder ihrer Chefin in der Frauenarztpraxis, Dr. Doro Schöller-Hahnfeld (Jenny Schily), die auch Abtreibungen durchführt? Kommissarin Doreen Braschs (Claudia Michelsen) Ermittlungen führen sie in die "Lebensschützer"-Szene, die Frauen bedroht, die abtreiben wollen. Auch die junge Polin Dania (Nicola Magdalena Lüders) wird Opfer der Lebensschützer. Daraufhin bietet ihr Lara Becker (Luna Jordan), die als "Abortion Buddy" arbeitet, Hilfe an. Welche Rolle spielt die Aktivistin und warum musste Arzthelferin Marwa sterben?

Gemeinsamer Kampf für Frauen-Rechte

Lara Becker (Luna Jordan) bitete der jungen Polin Dania (Nicola Magdalena Lüders) Hilfe an.

Bild: MDR/Britta Krehl


Spurlos verschwunden

Braschs Chefin berichtet, dass die Zahl der Drohmails sowie Angriffe auf Mitarbeiterinnen und Patientinnen ansteigt. Die Hauptkommissarin versucht, den Urheber der Hassmails gegen die Frauenärztin Schöller-Hahnfeld ausfindig zu machen. Versteckt sich hinter dem Absender wirklich Marwas Mörder? Um Näheres über den möglichen Absender herauszufinden, taucht sie in die radikale Abtreibungs-Szene ein. Diese demonstrieren weiterhin vor der Frauenarztpraxis und machen mit Gebeten und Gesängen auf sich aufmerksam. Damit wollen sie potenzielle Patientinnen vergraulen. Auch die junge Polin Dania, die extra wegen einer Abtreibung nach Deutschland gereist ist, soll auf diese Weise eingeschüchtert werden. Kommissarin Brasch kann sie aufgrund ihrer eigenen ungewollten Schwangerschaft in der Vergangenheit gut verstehen. Durch die Studentin und den "Abortion Buddy" Lara Becker fühlt sich Dania trotz der Drohungen sicher. Doch dann verschwindet sie spurlos. Was ist der jungen Frau - kurz vor ihrem Abtreibungstermin - zugestoßen?

Ein Blick hinter die Kulissen

Starkes Zeichen am Weltfrauentag: Die ARD strahlt an diesem besonderen Tag, dem 8. März, einen Sonntagskrimi mit dem Schwerpunkt Abtreibung aus. Autorin Annika Tepelmann und Regisseurin Franziska Schlotterer setzen mit dem "Polizeiruf 110: Your Body, My Choice" ein starkes Statement. Der Titel spielt auf den Slogan an, der in den 1970er-Jahren durch die feministische Pro-Choice-Bewegung in den USA entstand. Damals kämpften Frauen für das Recht auf Abtreibung und die Kontrolle über ihren eigenen Körper.

Der Titel sei bewusst provokant gewählt worden. Die Macherinnen der neuen "Polizeiruf 110"-Episode erklären, dass das Thema aus Sicht von drei Frauen behandelt wird. "Hinter jedem ideologischen Kampf stehen konkrete Frauen mit konkreten Schicksalen. Am Ende müssen sie alleine die Entscheidung über ihren Körper treffen dürfen." Das Team erzählt einen hochaktuellen Fall über Selbstbestimmung, Angst und den Mut, für die eigene Entscheidung einzustehen. Gedreht wurde der 22. Fall von Kommissarin Doreen Brasch vom 1. Juli bis zum 31. Juli 2025 in Magdeburg.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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