Er hat ein Buch dazu geschrieben
Schock-Diagnose Alzheimer: "ran"-Moderator Jo Failer über die Krankheit und wie sie seine Familie beeinflusst
Aktualisiert:
von Annalena GraudenzJo Failer gibt beim "SAT.1-Frühstücksfernsehen" Einblicke in seinen derzeitigen Gesundheitszustand und in den Umgang mit der degenerativen Krankheit.
Bild: "SAT.1-Frühstücksfernsehen"
Mit nur 51 Jahren erhielt Jo Failer die Diagnose Demenz - und ging damit an die Öffentlichkeit. Nun hat der Ex-Sportreporter im "SAT.1-Frühstücksfernsehen" verraten, wie die Krankheit sein Familienleben verändert.
+++ Update, 12. März 2026 +++
So erlebt Jo Failer die Erkrankung: ""Da ist viel Nebel dabei"
Mit Anfang 50 erhielt der ehemalige Sportreporter Carl-Joachim "Jo" Failer die Diagnose Demenz. Jetzt hat der 1972 geborene Münchner im "SAT.1-Frühstücksfernsehen" erneut darüber gesprochen, wie die Erkrankung sich mittlerweile im Alltag auswirkt.
"Da ist viel Nebel dabei", beschreibt Failer seinen Zustand. Früher habe er sein Leben zu 100 Prozent gelebt. Heute liege er manchmal nur noch bei 60 Prozent. "Man kriegt einfach nicht mehr so viel mit und checkt auch nicht mehr so viel."
So schmerzhaft die Diagnose war - sie brachte auch Klarheit. Zuvor hatten Ärzte Depression und Burnout diagnostiziert. De Münchener spürte jedoch, dass das nicht stimmte. "Und das war eine Erleichterung, dass ich dann eine profunde Diagnose hatte und jetzt damit umgehen kann und auch Bescheid weiß, was es wirklich ist", sagt er.
Besonders emotional wird der 53-Jährige, wenn es um seine Kinder geht. Die Vorstellung, ihre Namen oder Gesichter eines Tages nicht mehr zu kennen, sei grausam - für ihn wie für sie. Seine Kinder hätten aber gelernt, spielerisch mit der Situation umzugehen.
Um ihnen etwas zu hinterlassen und ihnen die Krankheit näherzubringen, hat Failer seinen Umgang damit schriftlich verarbeitet: "Ich denk nicht dran: Ein Vermächtnis zu Lebzeiten". Damit will er die Krankheit für seine Kinder und die Welt erfahrbar machen.
+++ Ursprünglicher Artikel +++
Die ersten Symptome: So wurde die Krankheit bei dem Moderator diagnostiziert
Als SAT.1-Sportreporter ist Jo Failer vielen Menschen ein Begriff. Er moderierte jahrelang Sendungen wie "ran", berichtete über Top-Events und traf Prominente, die du sonst nur aus dem TV kennst. Er war immer unterwegs. Mit Marlene Lufen hat er nun im "SAT.1-Frühstücksfernsehen" ganz offen darüber gesprochen, mit welchen Anzeichen sich die Erkrankung bemerkbar gemacht hat, über die Auswirkungen auf seinen Alltag und für welche Momente er jetzt dankbar ist.
Es habe mit Wortfindungsstörungen angefangen, so Jo Failer. "Und ich habe bemerkt, dass ich mich langsamer bewegt habe. Da waren Parallelen zu meiner Mutter, die ebenfalls an Alzheimer erkrankte und damals dieselben Symptome hatte." Eine Untersuchung sorgte für Klarheit und bestätigte, was der Reporter befürchtet hatte: Alzheimer mit nur 51 Jahren. Seine Mutter war Ende 50, als ihre Diagnose kam.
Jetzt versucht der zweifache Familienvater, so lange wie möglich so normal wie möglich zu leben.
Beim Einkaufen bekomme ich eine gesetzliche Betreuung zur Hand, die mir hilft.
Ansonsten arbeitet er weiterhin Vollzeit - allerdings nicht mehr als Journalist, das funktioniere einfach nicht mehr. Dafür hat er einen Job gefunden, der ihm wahnsinnig viel Freude bereitet. "Ich bin bei der Bundesagentur für Arbeit angestellt in der Künstlervermittlung. Ich vermittle Menschen, die zaubern können, die singen können, Artisten. Das macht unheimlich viel Spaß, mit Menschen im direkten Kontakt zu sein", erzählt der 51-Jährige.
Es wird keine Besserung mehr geben
Mit dieser positiven Einstellung macht Jo Failer vielen Menschen Mut. Es sei ihm wichtig, über die neurodegenerative Erkrankung aufzuklären, dass es ein schleichender Prozess ist, und auch wenn es Momente gibt, in denen ihm die Krankheit nicht anzusehen ist - sie dennoch da ist und nicht mehr besser werden wird. An das Gestern und das Morgen denke er wenig. Die Zeit mit seinen Kindern ist für ihn das Schönste, denn die fordern, dass er ganz da ist. Sie gehen als Familie spielerisch mit dem Thema um, und die beiden wissen, dass er viel vergisst.
Ich hoffe, dass ich meinen Humor behalten kann, solang es geht. Ich lebe im Jetzt und das genieße ich.
Von Montag bis Freitag ab 5:30 Uhr und am Wochenende ab 9 Uhr
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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