TV-Satire-Krimi

"Showtime": Wie Max Giermann den Kölner "Tatort" aufmischt

Veröffentlicht:

von teleschau

In "Tatort: Showtime" spielt Max Giermann einen Star des Kinderfernsehens.

Bild: WDR/BAVARIA FICTION/Martin Valen


Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermittelten im "Tatort: Showtime" aus Köln unter garstigen Kinder-Entertainern. Die produzierten eine Art "Die Sendung mit der Maus" in böser Form. Entsprechend wurde hinter den Set-Kulissen gemordet. Diese Rolle übernimmt Schauspieler Max Giermann im komischen Krimi-Spiel.

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Na klar, hinter dem "kinderlieben" Kultmoderator der fiktiven Show "Sachen und Lachen" verbarg sich Comedystar und Ausnahme-Parodist Max Giermann. Mit dem ProSieben-Kultformat "Switch Reloaded" wurde der mittlerweile 50-Jährige selbst zum Kult. Zu Giermanns bekanntesten Figuren zählen: Klaus Kinski - wohl seine legendärste Parodie, daneben Stefan Raab, Dieter Bohlen, Markus Lanz, Donald Trump, Robert Habeck, Karl Lagerfeld, Oliver Kahn, Robert Geiss und Tim Mälzer.

Warum ist Max Giermann ein Besetzungs-Volltreffer?

Mit der Rolle des Moderators Frank Anders, dem "Kinderfreund", der sich in Wahrheit als Choleriker am Set und Narzisst herausstellt, haben die Drehbuchautoren Arne Nolting und Jan Martin Scharf ("Club der roten Bänder") Max Giermann seine vielleicht beste Rolle abseits klassischer Comedy-Formate auf den Leib geschneidert. Das sah auch Regisseurin Isabell Šubas so: "Ich wollte schon lange einmal mit Max Giermann arbeiten. Man kennt ihn vor allem aus dem Humoristischen, allerdings bringt er eine große Tiefe mit, somit passte es perfekt auf die Rolle des Kinderfernseh-Moderators."

Wie ist die Story der "Tatort"-Folge?

Frank Anders, so wird es im Krimi erzählt, ist seit Jahrzehnten eine feste Größe im Kinderfernsehen. Als Star der Sendung "Sachen und Lachen" erklärt er jungen Zuschauerinnen und Zuschauern in immer neuen Kostümen und Rollen die Welt: Wie ist die Demokratie entstanden? Was steckt hinter den Geheimnissen des Weltalls? Und natürlich auch, welches Verhalten richtig oder falsch ist. Als Franks langjähriger Kameramann Stefan Glück (Niels Bormann), genannt "Happy", ermordet im Kofferraum seines ausgebrannten Wagens gefunden wird, nehmen die Kölner Ermittler auf dem Studiogelände die Spurensuche auf.

Unter Verdacht geraten schnell Frank Anders selbst, seine Frau und Produzentin (Silvina Buchbauer), sein tierischer Sidekick vor der Kamera, ein Mann im Tapir-Kostüm (Erkan Acar) und Praktikantin Marie Wolters (Bineta Hansen), die als Herrin des Archivs über viel Bildmaterial und damit Wissen über die Streitigkeiten am Set verfügt.

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Warum ist dieser "Tatort" richtig gut?

Der sehr unterhaltsame Krimi ist sowohl eine Hommage wie auch bissige Satire auf die Welt der Fernsehunterhaltung. Der größte Coup gelang der WDR-Produktion mit der Besetzung der Episodenhauptrolle: Der brillante Parodist und Verwandlungskünstler Max Giermann ("Switch Reloaded") trägt die Folge mit beeindruckender Präsenz. Die Folge zählt zu den unterhaltsamsten "Tatort"-Episoden seit Langem, ohne dabei auf eine tiefere Ebene zu verzichten.

Eine der Botschaften lautet: Begegne deinem Idol lieber nicht - die Ernüchterung könnte groß sein. Eine weitere Erkenntnis: Wer hinter die Kulissen von Film und Fernsehen blickt, stößt nicht selten auf Leere oder auf das Gegenteil jener Empathie, die nach außen vermittelt wird. Die Fernsehwelt kann aus der Innenperspektive erstaunlich schonungslos sein.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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