"Finde mich als Zuschauerin oft nicht wieder"
"Im Grunde Mord"-Star Ann-Kathrin Kramer übt Kritik an Frauenrollen im TV
Aktualisiert:
von teleschauSpannende Rolle für Ann-Kathrin Kramer (l.): Sie spielt in "Im Grunde Mord" die Staatsanwältin Britta Everslage. Bernhard Schir (r.) ist als verdächtiger Unternehmer Torsten Brokämper zu sehen.
Bild: ZDF/Christine Schroeder
Sie ist seit 1993 vor der Kamera erfolgreich. Jetzt gesteht Ann-Kathrin Kramer in einem Interview anlässlich ihres 60. Geburtstages: "Ich habe in meiner Karriere sehr viel Glück gehabt." Denn besonders für ältere Frauen gebe es zu wenig interessante Rollen.
Vor knapp 33 Jahren war Ann-Kathrin Kramer erstmals im TV zu sehen: Sie hatte eine Rolle in dem ZDF-Unterhaltungsspecial "Kein perfekter Mann". Seitdem ist die gebürtige Wuppertalerin hierzulande eine feste Größe in Film und Fernsehen. Am 4. April feierte sie ihren 60. Geburtstag. "Im Grunde lief es immer gut", verriet die Darstellerin in einem Interview mit dem Mediendienst "teleschau".
Aktuell ist die Schauspielerin in einer neuen Produktion zu sehen: in der ZDF-Krimireihe "Im Grunde Mord" verkörpert sie die Staatsanwältin Britta Everslage. Das Format spielt im Raum Detmold, weitere Hauptrollen haben Hanna Plaß und Jakob Benkhofer als gemeinsam ermittelndes Geschwisterpaar Paula und Leon Schäfer. "Wir drei sind schon einen langen Weg miteinander gegangen, denn ich bin quasi die Ziehmutter der beiden. Und wo viel Nähe ist, entsteht viel Reibung. Damit spielen wir", so Ann-Kathrin Kramer. Besonders die gemeinsame Geschichte lasse viel Raum für menschliche Tiefe. Das mache die Produktion für die Schauspielerin spannend.
"Oft muss ich sehr lange suchen, bis mich etwas abholt"
Spannende Stoffe seien für sie als Frau mittleren Alters selten, kritisiert Ann-Kathrin Kramer im "teleschau"-Interview. Die Frage sei: "Was sind das für Rollen, welche Geschichten erzählen wir? Da haben wir für erwachsene Frauen nur einen sehr kleinen, beschränkten Raum vorgesehen." Sie finde sich auch als Zuschauerin in Filmen oft nicht wieder. "Oft muss ich sehr lange suchen, bis mich etwas abholt."
Ein wichtiger Aspekt seien dabei Alter und Erfahrung der Figur. "Ich wünsche mir, dass tolle Stoffe, die durchaus geschrieben werden, auch im passenden Alter besetzt werden. Oft heißt es aber: 'Das müssen wir jünger erzählen.'" Das führe dazu, dass die Substanz von Geschichten verändert werde, "mit dem Ergebnis, dass die Erzählung zwar nicht mehr stimmt, aber die Frauen darin vermeintlich besser aussehen."
Ann-Kathrin Kramer fühlt sich "manchmal wie 80"
Über das Älterwerden an sich mache sie sich weniger Gedanken, so die Darstellerin. "Die 60 ist nur eine Zahl." Die Alternative zum Alter werden sei bekanntlich, früh zu sterben. "Insofern nehme ich es als Geschenk." Im Interview mit der ARD-Show "Das! Rote Sofa" erzählt sie vorwiegend Positives von ihrem 60. Geburtstag und mit dem damit zusammenhängenden Altern. "Es fühlt sich das erste Mal so an, als wäre ich volljährig."
Darauf angesprochen, wo sie ihr gefühltes Alter verorten würde, antwortet Kramer der "teleschau": "Gefühlt wäre das vielleicht 45. Aber das ist tagesformabhängig. Manchmal fühle ich mich auch, als wäre ich 80", fügt sie lachend hinzu. "Dann zwickt es hier und dort." Um fit zu bleiben, bewegt sie sich viel, schwimmt, macht Yoga und neuerdings auch etwas Krafttraining.
Sieh Ann-Kathrin Kramer in der Hauptrolle dieser Komödie im kostenlosen Stream auf Joyn
Ann-Kathrin Kramer freut sich auf ruhigere Zeiten
Ansonsten genießt Ann-Kathrin Kramer das Leben mit ihrem Mann, "Tatort"-Star Harald Krassnitzer. Die beiden sind seit 1999 ein Paar. "Bei mir hat es etwas länger gedauert. Ihm war schon sehr früh klar, dass ich die Frau seines Lebens bin", verrät die 60-jährige Schauspielerin in dem "Das! Rote Sofa"-Interview. Als die beiden Schauspieler sich kennenlernten, war sie selbst noch in einer Beziehung und hatte alle Hände voll zu tun mit ihrem Nachwuchs. Dennoch haben die beiden nun knapp 26 Jahre Beziehung zu verzeichnen.
Trotz einiger Unterschiede vereint die beiden ein gemeinsames Hobby: Die Arbeit im Schrebergarten oder auch im "Experimentierraum", wie Ann-Kathrin Kramer ihn liebevoll bezeichnet. Ein Ort, um mal hier und da Dinge auszuprobieren, aber auch dem anderen den Raum zu geben, selbst zu sein. "Weil wir ja unterschiedliche Arten haben, Dinge zu betreiben, ist es ganz schön Orte zu haben, die für den einen oder den anderen sind."
Mit Vorfreude blickt sie auf eine ruhigere Zukunft mit mehr gemeinsamer Zeit im Schrebergarten: "Mein Mann und ich reden oft davon, wie schön es wird, wenn es mal ruhiger wird. Wir freuen uns darauf." Aber irgendwie habe das einfach noch nicht geklappt, verrät sie schmunzelnd.
Du möchtest mehr Krimis sehen?
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
Mehr entdecken

"Chaos halt"
"Morlock Motors": So unkonventionell kamen Kalle und Gerhard an ihre Traumjobs

Monumentale Schauplätze
"Im Grunde Mord - Blutsbande"-Drehort: Wo spielt der neue Film der Krimi-Reihe?

"Ich hab 'ne dicke Lippe"
Harald Glööckler liefert sich Schlagabtausch - mit Moderator Opdenhövel

Dramatischer Zwischenfall
Durch Schüsse wird eine der Hauptfiguren verletzt

Schwanger mit dem dritten Kind
Natalie Portman ist schwanger! Wer ist der Mann an ihrer Seite?

Panik am Set
Eva Mattes über ihre Angst bei "Tatort"-Dreh: So half ihr Sebastian Bezzel

