Er wäre bald 100 Jahre

Der ewige "Monaco Franze": An dieser Krankheit starb Helmut Fischer

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von teleschau

Seine Paraderolle: Helmut Fischer spielte zehn Episoden lang den Hallodri Franz Münchinger. "Monaco Franze" war sein großer Durchbruch.

Bild: BR


Seine große Zeit hatte er in den 1980ern mit der Serie "Monaco Franze - Der ewige Stenz": Helmut Fischer würde dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiern. Doch der beliebte Münchner Schauspieler starb schon 1997. Nur sein engster Familien- und Freundeskreis war damals in seine Erkrankung eingeweiht.

Es waren Sätze wie "A bisserl was geht immer". Oder die Art, wie er seine Serienpartnerin "Spatzl" nannte. Die Rolle des Franz Münchinger in der Serie "Monaco Franze - Der ewige Stenz" machte Helmut Fischer unsterblich. Kaum zu glauben, dass es nur zehn Episoden waren, die ihm und seiner Rolle 1983 zum Kultstatus verhalfen. Eine davon, "Herr der sieben Meere", spielt zur Faschingszeit. Sie wird am Faschingsdienstag im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt.

So sehr uns Helmut Fischer als Monaco Franze die Leichtigkeit des Daseins vermittelte, so sehr schockierte viele Menschen sein Tod. In seiner Rolle als Schwabinger Lebemann nie um einen lockeren Flirt und selten um eine harmlose zwischenmenschliche Gaunerei verlegen, galt der Mensch Helmut Fischer eher als zurückhaltend, ernsthaft und seriös.

Vielleicht war es seine Grundeinstellung, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, die ihn dazu brachte, aus seiner Gesundheit ein Geheimnis zu machen. 1993, heißt es, wurde bei ihm Krebs diagnostiziert. Als er am 14. Juni 1997 starb, wussten nur ein paar Menschen in seinem Umfeld, wie es um ihn stand.

Münchens Ex-OB Christian Ude über Helmut Fischer: "Pessimist, Pedant und Pflichtmensch"?

Auf der Beerdigung des geschätzten Schauspielers tummelten sich etwa 1.000 Menschen. Der damalige Bürgermeister Christian Ude, Nachbar und Freund Fischers, sagte auf der Trauerfeier: "Fischer war kein Leichtfuß und Hallodri, sondern eher ein Pessimist, Pedant und Pflichtmensch mit geradezu preußischer Disziplin". Die dpa schrieb 2022 anlässlich seines 25. Todestages, dass er "hin- und hergerissen war zwischen der Freude, ständig auf der Straße um Autogramme gebeten zu werden, und der Sehnsucht, endlich mal wieder unbeobachtet durch sein Viertel zu schlendern".

Auf den Ruhm musste Helmut Fischer indes lange warten. Seine Mutter, die zeitweise in einem Münchner Stummfilmkino das Piano spielte, hatte sich eine Beamtenlaufbahn für ihren Sohn gewünscht. Doch er wurde Schauspieler. Von seinen sporadischen Auftritten am Theater, im Fernsehen und im Film konnte er kaum leben. Erst 1972 schnappte er sich sein erstes regelmäßiges Engagement: Insgesamt 22-mal spielte er im Münchner "Tatort" mit. Zunächst als Kriminalobermeister Ludwig Lenz, Sidekick von Kriminaloberinspektor Veigl (Gustl Bayrhammer), später als Hauptfigur. Bei seinem großen Durchbruch half Fischer das Glück auf die Sprünge: Er saß mit Bekannten in einem Café in Schwabing, als sich ein Filmemacher dazugesellte: Helmut Dietl, später Regisseur von "Monaco Franze".

Ab 1983 war Helmut Fischer eine echte Ikone. Er drehte lustige Werbespots für Toyota und spielte an der Seite von Thomas Gottschalk und Michael Winslow in den Kinofilmen "Zärtliche Chaoten" und Zärtliche Chaoten II" mit.

Privat hatte er sein Glück längst gefunden: Seit 1953 war er mit der Tänzerin Utta Martin (gestorben 2012) verheiratet.

Seine Gesundheit blieb sein Geheimnis

Eines der Markenzeichen des Münchners war stets sein staksiger, etwas steifer Gang. Seinem Charme als Schwerenöter in "Monaco Franze" tat das keinen Abbruch. Doch warum er so ging, wusste keiner so wirklich. Von einem Bandscheibenschaden war die Rede. Schauspielkollege Wolfgang Fierek sagte in "Bild" einst: "Er hat trotz seiner großen Rückenschmerzen am Set nie gejammert."

Nicht einmal Ruth-Maria Kubitschek, die 2024 starb, wusste Näheres. Immerhin spielte sie in der Kultserie seine Frau Annette von Soettingen. "Irgendwann hat mal jemand gesagt, er habe im Krieg Zehen verloren, wieder ein anderer hat gesagt, er habe was im Rücken. Was er wirklich hatte, hat er nicht gesagt", so die Schauspielerin 2016 in einem Interview mit dem Münchner "Merkur".

So handhabte es Helmut Fischer auch mit seiner Krebserkrankung. Was ihm offenbar sehr am Herzen lag, war die Möglichkeit, einen würdevollen Abschied aus dem Leben zu haben. Schon zu Beginn der 1990er-Jahre hatte der Schauspieler eine Affinität zur "Gesellschaft für humanes Sterben". Als seine Erkrankung fortschritt, begab sich Helmut Fischer in die Obhut des Mediziners Professor Julius Hackethal. Der im Oktober 1997 verstorbene Krebs-Spezialist galt als Befürworter der aktiven Sterbehilfe.

"Als seine Schmerzen unerträglich wurden, wollte Helmut Sterbehilfe in Anspruch nehmen", erinnert sich Christian Ude 2022 in einem Gespräch mit "Bild". Aber dafür hätte er in die Schweiz reisen müssen, nur dort war das damals erlaubt. Ude: "Und das wollte er auf keinen Fall. Monaco Franze wollte in München sterben." Auf der Beerdigung des beliebten Schauspielers fasste der damalige OB in Worte, was viele dachten: "Mit Helmut Fischer verlieren wir ein Stück München, das wir uns gar nicht wegdenken können."

Die Episode "Herr der sieben Meere" aus der Serie "Monaco Franze - Der ewige Stenz" läuft am Dienstag, dem 17. Februar um 22:45 Uhr im Bayerischen Fernsehen. Zeitgleich ist die Folge im kostenlosen Livestream von Joyn verfügbar.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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