Aus dem Asylheim auf den roten Teppich

"Die Drei von der Müllabfuhr"-Star Aram Arami: Sein verblüffender Weg ins TV

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von teleschau

Millionen Fans freuen sich, wenn die Müllabfuhr kommt. Jedenfalls, wenn es sich um Käpt'n Werner Träsch (Uwe Ochsenknecht, links), Motte (Marc Oliver Schulze) und Tarik (Aram Arami, rechts) in "Die Drei von der Müllabfuhr" handelt.

Bild: ARD Degeto Film/Gordon Muehle


Aus der Vita von Schauspieler Aram Arami, dem Star aus "Die Drei von der Müllabfuhr", ließe sich locker ein Drehbuch schreiben. Die Hauptkapitel: Asylheim, Lichtenberg, Zufallsschauspieler, Bäckerei, Burak, Superstar, Müllmann.

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Sieh Aram Arami in "Die Drei von der Müllabfuhr" kostenlos auf Joyn


Aram Arami hat sich zu einem vielseitigen, erfolgreichen und sehr beliebten Schauspieler entwickelt. Wenn er am Freitag, 20. März, ab 20:15 Uhr im Ersten und über den ARD-Livestream auf Joyn in der neuen Folge von "Die Drei von der Müllabfuhr: Hand in Hand" zu sehen ist, werden wieder Millionen von Zuschauer:innen einschalten. Das Trio ist eine Quotenbank, und Aram Arami als Müllmann Tarik Büyüktürk ein Publikumsliebling. Seit der dritten Episode der Müllmann-Saga, ausgestrahlt im Mai 2020, ist Arami neben Uwe Ochsenknecht (als Müllmann Werner Träsch) in der Filmreihe. Jetzt kommt mit der Episode "Hand in Hand" der 13. Teil.

Dass Arami als Schauspieler mal Menschen begeistern würde, hätte er selbst nie gedacht. Seine Mutter schon eher.

Aram Aramis Familie landete im Asylheim in Neukölln

1993 kam Arami im Autonomiegebiet Kurdistan im Nordirak zur Welt. Drei Jahre später musste die Familie aus politischen Gründen flüchten. Die Aramis landeten in Deutschland, im Geflüchtetenheim in Berlin-Neukölln. "Daran habe ich aber nur gute Erinnerungen", sagte Arami im "BB Radio Mitternachtstalk" vor zwei Jahren.

Die nicht so schönen Erlebnisse kamen erst, als die Familie "die erste eigene Wohnung" im Stadtteil Lichtenberg bezog. "Das war damals ein heißes Pflaster", schilderte Arami. Polizeieinsätze und Schlägereien waren an der Tagesordnung, Ausländerfeindlichkeit war normal. Arami: "Es gab da mal einen Flyer, mit Lichtenberg aus der Vogelperspektive und mit einem roten Kreuz für jeden Nazi-Übergriff. Da war die ganze Weitlingstraße rot." Aber auch da trieb sich Arami rum. "Mir ist nie was passiert, aber man fühlte sich da deutlich fehl am Platz."

Sein Leben änderte sich durch einen Zufall. Als er mit seiner Mutter einkaufen war, wurde die von einem Schauspielagenten angesprochen. "Der sagte meiner Mutter: 'Ihr Junge sieht ganz interessant aus.'" Aber Arami hatte eigentlich keine Lust auf die Schauspielerei.

Hier siehst du Aram Arami in einer der erfolgreichsten deutschen Komödien

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Nach der ersten Rolle wollte Aram Arami nicht mehr in die Schule

Ja, er war damals in der Schule im Theaterkurs. Aber nicht aus Interesse am Theater, sondern an den Mädchen. Mama vermutete schauspielerisches Interesse und riet dem Jungen, zur Agentur zu gehen. "Ich wollte das aber nicht", erzählte Arami im "BB Radio"-Interview. Aber seine Mutter lag ihm eine Woche lang in den Ohren - dann knickte er ein. Eine lebensverändernde Entscheidung.

"Da waren coole Mädchen, coole Jungs, es gab Schauspielkurse. Alles war verrückt - und hat Riesenspaß gemacht. Und zum ersten Mal spielte meine Herkunft überhaupt keine Rolle." Er bekam gleich sein erstes Engagement, die Hauptrolle des Onur in dem Serienpiloten "Vögel ohne Beine". Es war 2006, Arami war 13 und staunte: "Was? Damit kann man Geld verdienen?!" Mit Folgen: "Ich ging zu meinem Vater und sagte: 'Das mach ich jetzt. Ich muss nicht mehr in die Schule.'" Aramis Vater sah es anders, zum Glück.

Die Familie, Eltern und Geschwister, spielen eine zentrale Rolle in Aramis Leben. "Viel von dem, was ich geworden bin, habe ich Mama zu verdanken", bekannte er. Denn sie wusch ihm auch den Kopf, als er mit 16, 17 seine wilde Phase hatte, und sorgte dafür, dass er schauspielerisch am Ball blieb - obwohl er eigentlich lieber mit "den Jungs um die Häuser gezogen" wäre.

Aram Arami: "Ich hatte eine Bäckerei in Berlin"

Der Vater wiederum sorgte dafür, dass Arami bis zum Abitur der Schule treu blieb. Und initiierte danach eine neue Karriere. "Ich hatte durch Schauspielerei schon ein bisschen Geld verdient", schilderte Arami. Zum Beispiel mit der Serie "Die Stein" oder durch den Kinofilm "Schuld sind immer die Anderen". Der Vater riet dem Sohn nach dem Schulabschluss: "Entweder Studium oder du investierst das Gesparte." Für Arami war nach 13 Jahren Schule die Wahl klar.

Er erinnerte sich an die kleine Bäckerei, in der er und seine Freunde so manche Schulpause verbrachten. "Und da bin ich hin und habe den Bäcker kackendreist gefragt, ob er verkaufen will." So kam es, dass Aram Arami heute seine Geschichten so beginnen kann: "Ich hatte eine Bäckerei in Berlin." Er übernahm sie mit 21, er stand selbst auch um zwei Uhr morgens in der Backstube. Siebenmal wurde im Laden eingebrochen, aber Arami hörte erst auf (und verkaufte mit Gewinn), als das mit der Schauspielerei zu groß wurde.

"Fack ju Göhte" brachte Erfolg und Ruhm

Es wurde nicht groß, es wurde gewaltig. Aber unerwartet. Als sich Arami 2013 für die Rolle eines "Burak" bewarb, war das eines von drei Castings an diesem Tag. Arami war im Stress. "Ich ging unvoreingenommen und unvorbereitet in das Casting." Vielleicht war das gut so, denn er wurde genommen - und einer der wichtigsten Nebendarsteller in "Fack ju Göhte". Der Film war ein Überraschungshit, mit den Fortsetzungen 2015 und 2017 wurde daraus eine Blockbuster-Reihe und Arami zum Star.

Preisverleihungen kannte er nur aus dem Fernsehen. Dann lief er selbst über rote Teppiche, saß selbst im Publikum. Nicht nur als Gast, sondern als Nominierter. "Ich weiß noch: Ich saß eine Reihe vor Til Schweiger, und wir waren beide nominiert. Mein Gott: Til Schweiger!" Arami wurde mit dem Bayerischen Filmpreis als "Bester Nachwuchsdarsteller" ausgezeichnet, außerdem mit dem Nickelodeon Kids Choice Award und dem New Faces Award bedacht.

Nach "Fack ju Göhte" gab es zig Angebote für Schülerserien oder um, so Arami, "den Asi zu spielen". Manches machte er ("Der Lehrer"), das meiste lehnte er ab, denn: "Ich will so verschieden wie möglich spielen." Das tat er, hochgelobt, in "Nur eine Frau". In dem Film nach einer wahren Begebenheit fällt eine deutsch-kurdische Frau einem sogenannten Ehrenmord zum Opfer. Arami spielte einen der Brüder, die mit dem westlich orientierten, selbstbestimmten Leben ihrer Schwester nicht klarkamen. "Das war eine sehr herausfordernde Rolle", gestand Arami. Kontrastprogramm: 2021 spielte er in "Zitterinchen" einen Märchenprinzen.

Aram Arami spielt bald den neuen Ermittler im "Saarlandkrimi". Du siehst die Folge "Brüder, Liebe, Tod" am 30. April kostenlos im ARD-Livestream auf Joyn.

Bild: SR/Manuela Meyer


Das ist Aram Arami privat

Aram Arami lebt in Berlin. Er betreibt den Vollkontakt-Kampfsport Muay Thai "leidenschaftlich und regelmäßig" und bezeichnete ansonsten im Interview "Familie, Freundin und Hund" als die wichtigsten Komponenten seines Privatlebens.

Beruflich war er zuletzt in der Serie "Haus aus Glas" dramatisch unterwegs und war 2024 in der ZDF-Anthologie-Dramaserie "Uncivilized" zu sehen, die 2025 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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