Wahre Begebenheit
"Die Waltons": Diese Geschichte verbirgt sich hinter der Kult-Serie
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von Christian VockSo sehr hängt Autor Earl Hamner Jr. Leben mit der Serie "Die Waltons" zusammen.
Bild: IMAGO / Depositphotos / IMAGO / Allstar
Als "Die Waltons" in den 1970er-Jahren zum ersten Mal auf den TV-Bildschirmen auftauchten, war die Zuschauerschaft von der Authentizität der Geschichten der amerikanischen Großfamilie überrascht. Kein Wunder, denn Earl Hamner jr. war nicht nur der Erfinder und Erzähler der Serie - er hat viele Handlungsstränge selbst erlebt.
"Gute Nacht, John-Boy!"
"Es war Anfang der 1930er-Jahre, die Zeit der großen Wirtschaftskrise. Unsere große Familie lebte am Fuße des Walton Mountain, eines Berges, der seit Generationen im Besitz unserer Familie war." Mit diesen Worte stellte John-Boy Walton (Richard Thomas) 1972 in Folge eins der TV-Serie "Die Waltons" vor.
221 Folgen lang begleiteten die Zuschauer:innen John-Boy, seinen Vater John (Ralph Waite), seine Mutter Olivia (Michael Learned) und die vielen Geschwister durch die Große Depression und den Zweiten Weltkrieg.
Bis 1946 reicht die Geschichte der Großfamilie in der Serie. Die acht Fernsehfilme, die noch folgen sollten, weiteten die Familiengeschichte bis ins Jahr 1981 aus. Damit sind die Waltons in bester Gesellschaft, reihen sie sich doch ein in die berühmten amerikanischen TV-Familien der Ewings, der Cartwrights oder Carringtons. Doch während die Dynastien aus "Dallas", "Bonanza" und dem "Denver-Clan" reine Fiktion sind, beruht die Familiengeschichte der Waltons auf wahren Begebenheiten.
"Die Waltons"
Familientreffen: Die "Waltons"-Schauspieler Eric Scott, Judy Norton, Michael Learned, Richard Thomas und Kami Cotler (v.l.) 2022 zum 50. Jubiläum der Kult-Serie.
Bild: Depositphotos
Das sind "Die Waltons"
Erzählt wird die Geschichte der "Waltons" aus der Sicht des ältesten Sohns John-Boy. Der lebt mit seinen Eltern, den Großeltern väterlicherseits, Samuel (Will Geer) und Esther (Ellen Corby) sowie seinen sechs Geschwistern Jason (Jon Walmsley), Mary-Ellen (Judy Norton), Benjamin (Eric Scott), Erin (Mary Beth McDonough), James-Robert (David W. Harper) und Elizabeth (Kami Cotler) auf dem Familiengrundstück in den Blue Ridge Mountains im US-Bundesstaat Virginia. Die Waltons betreiben das örtliche Sägewerk und führen ein eher karges, aber sehr familiäres und von konservativen Werten geleitetes Leben, in dem einer dem anderen hilft.
Natürlich sind die Waltons auch für andere da, etwa gleich in der ersten Folge "Das Findelkind", als eine Frau ihr eigenes Kind vor dem Haus der Waltons ablegt und die Familie entscheidet, die gehörlose Holly (Erica Hunton) bei sich aufzunehmen.
John-Boy möchte gerne Schriftsteller werden und schreibt in seiner freien Zeit Gedichte. Jeden Abend sitzt er an seinem Schreibtisch und notiert die Erlebnisse der Familie in sein Tagebuch. Beendet wird jede Folge damit, dass sich die Familienmitglieder gegenseitig eine gute Nacht wüschen.
Das ist die wahre Geschichte hinter den "Waltons"
Die Geschichte beziehungsweise die Geschichten der "Waltons" und ihrer Charaktere basieren lose auf dem Leben und den Erinnerungen des Roman- und Drehbuchautoren Earl Hamner jr. Grundlage dieser Geschichten sind Hamners Romane "Spencer’s Mountain" (dt. "Sommer der Erwartung") und "Homecoming", die von der Großfamilie Spencer handeln - und auch verfilmt wurden. Dort lebt Clay Spencer mit seiner Frau Olivia und den neun gemeinsamen Kindern in den Bergen der Teton-Range, einer Bergkette in den Rocky Mountains.
Das US-Fernseh-Network CBS machte aus Hamners Stoff dann eine Fernsehserie und sendete am 14. September 1974 die erste Folge. Aus den Spencers wurden dabei die Waltons, die Handlung wurde von den 1960er- in die 1930er-Jahre und der Schauplatz von Wyoming an fiktive Orte in Virginia verlegt. "Die Waltons" ist also eine Mischung aus Fiktion und Realität - sowohl, was die Orte anbelangt als auch die Charaktere.
Earl Hamner Jr. wurde 1923 als ältestes von sechs Kindern in der kleinen ländlichen Gemeinde Schuyler im US-Bundesstaat Virginia geboren. Auch er wuchs also in einer Großfamilie auf und seine Geschwister dienten als Vorlage für die Walton-Kinder. Und genauso wie diese erlebte auch Hamner in seiner Kindheit und Jugend die Zeit des Zweiten Weltkriegs und der Großen Depression hautnah mit, die mit dem Börsencrash 1929, dem Schwarzen Donnerstag, ihren Anfang nahm. Geld war also auch bei den Hamners knapp, insbesondere, als sein Vater seinen Job in einer Seifenfabrik verlor.
Schuyler, wo Hamner an örtlichen Highschool seinen Abschluss machte, diente ebenfalls als Inspiration für seine Waltons - auch wenn diese Orte in der Serie fiktiv sind. Zum Beispiel die Kirche, denn auch wenn sie ihren Mann John nie von ihrem Glauben überzeugen konnte, ist Mutter Olivia Walton doch gläubige Baptistin und so findet man auch in Hamners Geburtsort Schuyler noch eine kleine Baptistenkirche, die es heute immer noch gibt.
Anders verhält es sich mit dem örtlichen Gemischt-Warenladen, der in der Zwischenzeit niedergebrannt ist. Er diente dem Autor als Vorlage für "Ike Godseys General Merchandise", wo man Dinge aller Art kaufen, tratschen, sich rasieren lassen und sogar tanken konnte - und wo die Waltons-Kinder ihre Süßigkeiten holten. Andere Orte, die in der Serie erwähnt werden, hatten wiederum keine Vorlage, sondern sind reale Dörfer oder Städte in Virginia, wie zum Beispiel Charlottesville, Waynesboro oder Richmond, die Hauptstadt von Virginia.
Earl Hamner Jr. ging in diesem Gebäude zu Schule. Jetzt dient es als "Walton's Mountain Museum", das sich in der Nähe der Blue Ridge Mountains befindet.
Bild: IMAGO / Newscom World
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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